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Ausgerechnet Trumps Intimfeind Carney ist Favorit auf den Friedensnobelpreis

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Klatsche für Trump: Ausgerechnet Intimfeind Carney ist Favorit auf den Friedensnobelpreis

Von: Nail Akkoyun

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Null Chancen für Trump: Bei den Wettquoten auf den Friedensnobelpreis zieht ausgerechnet Kanadas Carney vorbei. Die Verleihung findet im Dezember statt.

Oslo – Während US-Präsident Donald Trump seit Jahren öffentlich beklagt, den Friedensnobelpreis nicht zu erhalten, hat sein politischer Widersacher Mark Carney die Nase vorn: Der kanadische Premierminister führte am Montag die Wettmärkte für den diesjährigen Nobelfriedenspreis an – und das ausgerechnet inmitten eines eskalierenden Handelskriegs zwischen Washington und Ottawa.

Laut dem Wett- und Prognosemarkt Kalshi, ausgewertet von dem Dateninformationsportal Covers, lag Carney am Montagmorgen bei einer impliziten Gewinnchance von 14 Prozent – knapp vor der sudanesischen Hilfsorganisation Sudan Emergency Response Rooms mit 13 Prozent und Ärzte ohne Grenzen mit 10 Prozent. Trump kam zu diesem Zeitpunkt auf lediglich 2 Prozent. Trumps Chancen auf den Friedensnobelpreis seien angesichts des Iran-Kriegs „nahezu null“.

Auf dem Prognosemarkt „Polymarket“ lag die Sudan Emergency Response Rooms sogar noch deutlicher vorn als Carney. Beide Plattformen betonen, dass ihre Kurse von Nachrichtenzyklen und Händlererwartungen getrieben werden – nicht von Insider-Informationen des Norwegischen Nobelkomitees. Die Bekanntgabe des Preisträgers wird am 9. Oktober erwartet, die feierliche Verleihung soll am 10. Dezember folgen.

Carney machte sich international einen Namen, als er Trump öffentlich die Stirn bot

Der Aufstieg Carneys ist eng mit dem Konflikt zwischen Kanada und den USA verknüpft. Im August verhängte die Trump-Regierung Zölle von 50 Prozent auf kanadische Importe im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar. Ottawa reagierte mit spiegelbildlichen Gegenzöllen auf amerikanische Waren, darunter Stahl, Elektronik und Milchprodukte. Washington antwortete seinerseits mit einem Einfuhrverbot für bestimmte kanadische Milchprodukte, Motorräder und die meisten alkoholischen Getränke – Maßnahmen, die Carney als „vergleichsweise bescheiden“ im Verhältnis zu anderen US-Aktionen bezeichnete.

Carney hat in diesem Konflikt einen bewusst ruhigen Ton gewählt. Als die Trump-Regierung versuchte, Kanadas Fähigkeit einzuschränken, eigenständig Handelsabkommen mit anderen Ländern zu schließen, nannte er das „inakzeptabel“ und „eine Frage der Souveränität“. Gleichzeitig ließ er die Tür für Verhandlungen offen: „Wir müssen weiterhin mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten. Wir können das voneinander trennen.“ An die Adresse der Trump-Regierung richtete er eine ungewöhnlich direkte Botschaft: „Hört auf mit den Memes, hört auf, zu provozieren, hört auf, auf hart zu machen.“

Seinen internationalen Ruf festigte Carney bereits im Januar, als er beim Weltwirtschaftsforum in Davos eine Rede hielt, die mit stehendem Applaus bedacht wurde. Darin wies er Trumps Drohungen zurück, Zölle auf europäische Verbündete zu verhängen, und warnte vor einem Bruch der Weltordnung. „Kanada lehnt Zölle wegen Grönland entschieden ab und fordert gezielte Gespräche, um unsere gemeinsamen Ziele von Sicherheit und Wohlstand in der Arktis zu erreichen“, sagte er. Und weiter: „Ich möchte Ihnen sagen, dass die anderen Länder, insbesondere mittlere Mächte wie Kanada, nicht machtlos sind. Sie haben die Fähigkeit, eine neue Ordnung aufzubauen, die unsere Werte verkörpert.“

Hinzu kommt eine symbolträchtige Szene von der UN-Vollversammlung in New York vergangene Woche: Carney wurde fotografiert, wie er auf seinem Handy scrollte, während Trump eine Rede über Amerikas Dominanz hielt.

Heiß ersehnter Wunsch: Trump schmollt und will noch immer den Friedensnobelpreis

Trump selbst hat die Frage des Nobelpreises in den vergangenen Monaten wiederholt öffentlich thematisiert. „Ich habe acht Kriege beendet. Habe ich den Nobelpreis bekommen? Nein“, behauptete er zuletzt Anfang September. Er verwies dabei auf die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado, die den Friedensnobelpreis 2025 erhalten hatte und ihre Medaille im Januar an Trump übergab. „Niemand in der Geschichte des Nobelpreises verdient ihn mehr als Sie“, soll sie ihm gesagt haben – so Trump.

Nach seiner Enttäuschung über das Komitee im vergangenen Jahr hatten Trumps Unterstützer versucht, den Schmerz zu lindern: Die Richard Nixon Foundation verlieh ihm den „Architect of Peace Award“. FIFA-Präsident Gianni Infantino erfand eigens für ihn den „FIFA Peace Prize“ – und zog damit weltweit Spott und Kritik auf sich.

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