Ausgesetzte Sperre bei der WM Fall Balogun - norwegischer Verband fordert Untersuchung
"Wenn man eine Regel auf diese Weise beugt, begibt man sich auf eine schiefe Bahn, die den gesamten Sport gefährdet", sagte die norwegische Verbandspräsidentin Lise Klaveness im Interview mit der britischen Zeitung "The Times". "Es ist besorgniserregend, wenn grundlegende Spielregeln ausgehebelt werden." Der norwegische Verband NFF beabsichtige, bei der Ethikkommission der FIFA eine formelle Beschwerde wegen der möglichen Einmischung von US-Präsident Donald Trump bei der Aussetzung der Sperre des US-Stürmers Folarin Balogun einzureichen, sagte Klaveness. Der NFF-Vorstand müsse dem noch zustimmen. Klaveness fordert Eingeständnis, "dass das ein Fehler war" "Wir alle wissen, dass dieses Urteil von außen beeinflusst wurde und nicht auf einem ordnungsgemäßen Verfahren beruhte", sagte Klaveness und forderte ein Eingeständnis: "Wir brauchen von unserer Führung bei der FIFA die Aussage, dass dies ein Fehler war." Klaveness betonte: "Der Versuch, die Sache unter den Teppich zu kehren, wird nicht funktionieren. Zu viele Menschen - Trainer, Spieler, Fans - hatten das Gefühl, dass hier zu stark in das Spielgeschehen eingegriffen wurde." Trump äußerte Dank über die Entscheidung an Infantino Die mutmaßliche Einflussnahme von US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino auf die Entscheidung des unabhängigen FIFA-Disziplinarkomitees solle einer bereits bestehenden Beschwerde hinzugefügt werden, so Klaveness. Die Nicht-Regierungsorganisation FairSquare hatte die Beschwerde bei der Ethikkommission der FIFA gegen Infantino eingereicht. Dabei ging es um einen Verstoß gegen die Regeln zur politischen Neutralität durch die Verleihung des FIFA-Friedenspreises an den US-Präsidenten. Dieser Beschwerde hatte sich der norwegische Verband als einziger der 211 FIFA-Mitglieder angeschlossen. Eine ähnliche Beschwerde gegen IOC-Mitglied Infantino läuft bei der Ethikkommission des IOC. Infantino hatte betont, die Unabhängigkeit des Disziplinarkomitees zu verteidigen. Infantino steht 2027 zur Wiederwahl, die Zustimmung gilt als sicher.