Außenminister Rubio warnt vor dem „Niedergang des Westens“
Spricht hier Donald Trumps Nachfolger? Bei einem Besuch in Griechenland hat US-Außenminister Marco Rubio eine Grundsatzrede über die Zukunft des Westens gehalten. Sein Fazit fällt düster aus.
Der Westen stehe an einem Scheideweg zwischen „nationaler Stärke und Niedergang“, warnte der Republikaner am Mittwoch in einer Ansprache unterhalb der berühmten Akropolis in der griechischen Hauptstadt Athen. Sein Auftritt vor der historischen Kulisse wirkte stark inszeniert – und sollte womöglich mehr die US-Wähler als Europäer beeindrucken.
Neben Vizepräsident JD Vance wird Rubio als möglicher Präsidentschaftskandidat für die Wahl 2029 gehandelt. Trump selbst entfachte bereits vor Monaten die Debatte darüber und soll Besucher des Weißen Hauses regelmäßig fragen, welchen der zwei Politiker sie für geeigneter halten. Diese wiederrum bringen sich bei Wahlkampfauftritten ihrer Partei für die bevorstehenden Midterms und öffentlichen Veranstaltungen in Position.
„Das nächste Jahrzehnt wird die Geschichte des nächsten Jahrhunderts schreiben“, warnte Rubio in seiner Rede in Athen. „Der Kurs, den wir einschlagen, wird darüber entscheiden, ob der Westen seine Stellung an der Spitze der Welt behauptet oder sich mit einer Zukunft des Verfalls, der Knechtschaft und des Niedergangs abfindet.“
Europa müsse „aus seinem langen Dämmerschlaf erwachen“, forderte er, und könne „sein Feuer neu entfachen, das hier vor Jahrtausenden entzündet wurde“.
Auf dem Kontinent finde derzeit etwas statt, „von dem wir hoffen, dass es der Beginn eines Generationenwandels ist: steil ansteigende Verteidigungsausgaben, eine Fülle neuer Partnerschaften und Programme“ sowie „ausgeweitete Industrieproduktion“, sagte Rubio weiter.
Die USA unter Präsident Trump haben sich Rubio zufolge für das „kompromisslose Streben nach nationaler Stärke“ entschieden. „Dafür, die Kontrolle über unsere kritischen Lieferketten zurückzugewinnen, unsere Wirtschaft zu reindustrialisieren, unsere Verteidigung wiederaufzubauen“ sowie „für die Dominanz über die Technologien und Industrien der Zukunft zu kämpfen“, sagte der US-Außenminister.
Rubio befindet sich derzeit auf einer Europa-Reise. Der US-Außenminister war am Montag in Island eingetroffen und hatte Gespräche mit Regierungschefin Kristrun Frostadottir und Außenministerin Thorgerdur Katrin Gunnarsdottir geführt. Am Mittwochabend wurde er in Athen von dem griechischen Regierungschef Kyriakos Mitsotakis empfangen. Rubio beendet seine Europa-Reise am Donnerstag mit einem Besuch in Portugal. (mit AFP)