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„Außergewöhnliche Bedrohung“: Trump ruft für US

Allgemein

Zur Absicherung der Stromversorgung der USA hat die Regierung unter Präsident Donald Trump den nationalen Notstand ausgerufen. Trump habe eine Exekutivorder unterschrieben, mit der die „Sicherheit, Integrität und Zuverlässigkeit elektrischer Betriebsmittel des Stromübertragungsnetzes“ geschützt werden solle – insbesondere vor „Beeinträchtigungen durch ausländische Akteure“, wie das Weiße Haus am Mittwoch (Ortszeit) mitteilte.

Die Regierung begründete den Schritt mit einer „außergewöhnlichen Bedrohung“ der Vereinigten Staaten durch im Ausland hergestellte Komponenten, über die sich jene Akteure Zugriff auf das Stromnetz verschaffen und die kritische Infrastruktur lahmlegen könnten. Die Order diene dazu, Schwachstellen in Lieferketten zu beseitigen und eine ausreichende und zuverlässige Stromversorgung zu gewährleisten, hieß es.

Das per Präsidentendekret erlassene Gesetz verbietet den Erwerb und den Einbau bestimmter im Ausland hergestellter Teile einschließlich dazugehöriger Software und digitaler Funktionen, welche ein „unangemessenes“ Risiko für die nationale Sicherheit bergen könnten. Zudem sollten die bestehende Infrastruktur auf bereits eingebaute Komponenten überprüft und die Bedingungen für deren Weiterbetrieb geklärt werden.

Abhängigkeit von ausländischen Bauteilen bleibt

In der Mitteilung verwies das Weiße Haus darauf, dass sowohl das rasante Wachstum in der heimischen KI-Industrie und ihrer Rechenzentren als auch die Rüstungsproduktion die USA von ausländischen Komponenten abhängiger machten. „Bestimmte“ ausländische Akteure würden zunehmend Schwachstellen im US-Stromnetz schaffen und ausnutzen, erklärte das Weiße Haus – ohne Nationalitäten zu nennen. Gemeint sein dürften vor allem Hersteller aus China.

Überdies hat das US-Heer Aufträge im Wert von insgesamt 2,2 Milliarden Dollar (1,89 Milliarden Euro) über den Bau und Betrieb von kleineren Atomkraftwerken an fünf Unternehmen vergeben. Mit den sogenannten Small Modular Reactors (SMR) sollen zunächst fünf Militärstützpunkte in den USA ausgerüstet werden, wie der unter anderem für Energie zuständige Heeresvertreter Jeff Waksman am Mittwoch bei einer Pressekonferenz sagte. Bislang sind in den USA noch keine SMR im Betrieb.

„Wir wissen, dass unser inländisches Stromnetz potenziell gefährdet ist“, sagte Waksman. „Wir wissen auch, dass wir in einem Konflikt nicht unbedingt problemlos fossile Brennstoffe dorthin bringen können, wo wir sie brauchen.“ Derzeit sei die kritische Infrastruktur des Heers im Fall eines Ausfalls der Anbindung an das normale Stromnetz auf „eine Form von flüssigem fossilen Brennstoff angewiesen, vor allem Diesel“.

Kapazität von 300 Megawatt elektrischer Leistung

Unter den ausgewählten fünf Unternehmen sind die beiden Startups Antares Nuclear und Radiant Industries und die renommierten Konzerne aus der Nuklearindustrie Westinghouse und General Atomics.

Kleine Atomkraftwerke – oft benannt mit dem englischen Kürzel SMR – sind deutlich kleiner als herkömmliche Atomkraftwerke. Typisch für ein SMR ist nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) eine Kapazität von bis zu 300 Megawatt elektrischer Leistung.

In den USA haben bislang insgesamt fünf Unternehmen SMR‑Prototypen so weit entwickelt, dass sie allein und ohne externe Energiezufuhr betrieben und zumindest theoretisch selbst Energie produzieren können. Nur das Reaktordesign des Herstellers NuScale erhielt bislang die Genehmigung der US-Atomaufsichtsbehörde NRC.

Das US-Militär habe seinen eigenen, auf seine Bedürfnisse abgestimmten Zertifizierungsprozess, sagte Waksman. Das hatte es der US-Marine bereits 1954 erlaubt, mit der USS Nautilus das weltweit erste atomgetriebene U‑Boot aufzulegen – dieses war mit dem Vorläufer der SMRs ausgestattet.

Das Militär arbeite mit dem Energieministerium und dem NRC zusammen, um „unsere Regulierungsprozesse so weit wie möglich aufeinander abzustimmen“, fuhr Waksman fort. Auf diese Weise könnten die Unternehmen, die SMRs für das Militär entwickeln, einen direkten Weg „von der Genehmigung durch das Heer zur hoffentlich bald darauffolgenden Genehmigung durch die NRC einschlagen“. Die Firmen könnten dann ihre Reaktoren auch an die Industrie oder an Kommunalverwaltungen verkaufen.

Der Flächenbedarf von SMR unterscheidet sich nach Typ des Reaktors. Der Energietechnikhersteller Siemens Energy nimmt für ein SMR in einem Beispiel den Flächenbedarf von etwa 10.000 Quadratmetern an, also weniger als zwei Fußballfelder. Demnach braucht ein herkömmliches Atomkraftwerk eine Fläche von einem bis zwei Quadratkilometern, also zwischen 140 und 280 Fußballfeldern. (dpa/AFP)

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