Auto bricht durch Zaun an Leipziger Flughafen: Kamera nahm den Crash nicht auf
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Leipzig – Ein Auto hat mit hoher Wahrscheinlichkeit den Sicherheitszaun des Flughafens Leipzig/Halle durchbrochen. Von dem Fahrzeug fehlt jede Spur. Eine 360-Grad-Überwachungskamera direkt an der Stelle hat nichts gefilmt. „Es gibt keine Aufzeichnung“, sagte Bundespolizeisprecher Dirk Eidam zu BILD.
Warum nicht? „Wir wissen lediglich, dass eine Aufzeichnung durch die Kamera nicht existiert“, verwies Eidam an die Technikverantwortlichen. Die sitzen bei der Mitteldeutschen Flughafen AG. BILD fragte deren Sprecher Uwe Schuhart, warum es keine Aufzeichnungen gibt. „An dieser Stelle ist keine Sicherheitskamera, sondern eine Kamera zur operativen Verkehrsüberwachung installiert.“ Heißt: eine Kamera, mit der der Verkehr auf dem Rollfeld bei Bedarf beobachtet wird. „Das Gerät wird nur manuell und bei Bedarf eingeschaltet. Zum Beispiel, um zu überprüfen, ob ein Flugzeug bereits die richtige Position erreicht hat“, so Schuhart weiter. Sie sei aber ausgeschaltet gewesen. Später korrigierte sich Schuhart: Die Kamera sei zwar angeschaltet, aber nicht auf die Stelle ausgerichtet gewesen, an der der Zaun durchbrochen wurde.
Der Ort, an dem das Auto den Zaun durchbrach, liegt direkt an einer Zufahrtsstraße zu einem Tor. Die Straße ist laut Polizei öffentlich zugänglich. Etwa 1700 Meter Luftlinie entfernt parken seit 2022 drei Russen-Antonows. Wegen der EU-Sanktionen gegen Russland dürfen diese Frachtflieger nicht mehr abheben.
„Der Flughafen Leipzig/Halle, also auch der Zaun, erfüllt alle Vorgaben des Luftsicherheitsgesetzes“, versichert Schuhart. Mit 40 Kilometern Länge sei der Sicherheitszaun einer der längsten Deutschlands. „Eine lückenlose permanente Videoüberwachung ist schon aus diesem Grund schwierig.“
Das ist bisher bekannt
Das Loch im Sicherheitszaun des Airports Leipzig/Halle war am Samstag gegen 23 Uhr entdeckt worden, teilte die Polizei mit. Sprecherin Therese Leverenz sagte zu BILD: „Nach dem sicherheitsrelevanten Vorfall wurde der Flugbetrieb auf der Nordseite des Flughafens eingestellt.“ Die zahlreichen DHL-Frachtflieger, die am Drehkreuz Leipzig/Halle landen und starten, wurden über die Südpiste abgefertigt.
Der Zaun wurde gesichert und abgesperrt. Einsatzkräfte der Bundes- und Landespolizei suchten das Flughafengelände ab. Leverenz: „Mit hoher Wahrscheinlichkeit war ein Fahrzeug durch den Zaun gefahren.“ Das Fahrzeug wurde nicht gefunden, auch keine „unberechtigten Personen“. Ein Unfall sei ebenfalls nicht auszuschließen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Die Ermittler prüfen in alle Richtungen.
Sprengstoff-Drohne im August
In der Nacht zum 5. August war auf dem Flughafengelände eine mit Sprengstoff und Zünder präparierte Drohne neben ukrainischen Antonow-Frachtflugzeugen entdeckt worden. Nach Medienberichten war sie zuvor gegen eine der Maschinen geprallt, ohne zu explodieren. In derselben Nacht kollidierte eine Frachtmaschine, die wegen des Vorfalls durchstarten musste, mit einem Gegenstand, mutmaßlich einer weiteren Drohne. Sie landete sicher in Hannover. Die Bundesanwaltschaft ermittelt.
Am 1. September machte die Bundesregierung Russland für den versuchten Anschlag verantwortlich. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) erklärte, Ermittlungen, Tatmuster und Geheimdienst-Erkenntnisse belegten eine russische Verantwortung. Die Bundesregierung warnte vor weiteren hybriden Angriffen auf Deutschland. Moskau weist die Vorwürfe zurück. Ob der Zaun-Durchbruch damit zusammenhängt, ist unklar.
Suche geht weiter
Die Suche auf dem Flughafengelände wird mit zusätzlichen Kräften fortgesetzt. Die Nordpiste bleibt gesperrt. Passagier- und Frachtverkehr sind nach Angaben des Flughafens nicht eingeschränkt.