"Auto nicht fahrbar": Red Bull versinkt im Ungarn-Qualifying in Problemen
(Motorsport-Total.com) - Red Bull hatte im Qualifying zum Grand Prix von Ungarn auf dem Hungaroring zwar beide Fahrer im Q3-Segment dabei, allerdings fielen auch beide im Verlauf des Qualifyings mit einem Dreher auf. Und beide schieben im Anschluss jede Menge Frust. Zunächst drehte sich Isack Hadjar im Q2-Segment in der Schumacher-Kurve (Kurve 12), nachdem er dort zu weit über den äußeren Randstein hinausgekommen war. Im entscheidenden Q3-Segment war es dann Max Verstappen, der sich drehte. In seinem Fall war Übersteuern in der letzten Kurve vor Start/Ziel, der Szisz-Kurve, der Grund. Im Qualifying-Ergebnis schloss Verstappen als Sechster, Hadjar als Achter ab. Verstappen aber wird am Sonntag nicht von P6 starten, sondern von P4 und damit aus der zweiten Reihe. Grund ist die Kombination aus der Rückversetzung von Ferrari-Pilot Lewis Hamilton um drei Startplätze und der Rückversetzung von Mercedes-Pilot Kimi Antonelli um ebenfalls drei Startplätze. Max Verstappen klagt: Auto wurde von Runde zu Runde schlimmer So oder so ist Verstappen mit seinem alles andere als zufrieden. "Jede Runde, die ich gefahren habe, war eigentlich schlechter als die andere. Von der Aerodynamik her war etwas falsch. Das ist dann natürlich ein riesiges Problem im Qualifying", stöhnt der viermalige Formel-1-Weltmeister gegenüber Sky. Als er in seiner Medienrunde gefragt wird, ob er daran glaube, dass das Team den RB22 an diesem Wochenende noch in ein vernünftiges Arbeitsfenster kriegt, antwortet Verstappen: "Das ist im Grunde genommen unmöglich. Dieses Wochenende hat bis hierher einen extrem schwierigen Verlauf genommen. Im Qualifying war es quasi hoffnungslos. Es gab einfach nichts, was wir hätten tun können." Von Verzweiflung will der viermalige Weltmeister aber nicht sprechen. Stattdessen lässt er anklingen, dass die Realität für ihn derzeit sogar noch finsterer aussieht. "Verzweifelt? Dieses Wort existiert für mich gar nicht mehr, denn ich bin schon über diesen Punkt hinaus", so Verstappen vielsagend. Im Q1-Segment war Verstappen noch Zweitschnellster gewesen, im Q2-Segment dann Sechstschnellster, und im Q3-Segment nach seinem Dreher abermals Sechstschnellster. Laut seiner Aussage hatte der Niederländer am Samstag mit Verschleiß zu kämpfen, allerdings "nicht mit Reifenverschleiß, sondern mit Autoverschleiß", wie er sich ausdrückt. "Am Kurveneingang ist das Auto komplett unruhig. Auf das Heck kann man sich überhaupt nicht verlassen", schildert Verstappen sein massives Untersteuern im Qualifying und erklärt: "Wenn wir dann versuchen, es über die Front auszubalancieren, beginnt das Auto zu untersteuern. Allein in der kurzen Zeit vom FT3 zum Qualifying sind so viele Probleme aufgekommen, die außerhalb unserer Kontrolle liegen." "Das Auto ist einfach von Runde zu Runde schlechter geworden. Je mehr Runden ich hingelegt habe, desto schwieriger wurde es, eine Runde zusammenzubekommen. Das müssen wir für das Rennen beheben, denn so ist das Auto nicht fahrbar", klagt Verstappen. Konkret auf seinen Dreher mit Übersteuern in der letzten Kurve vor Start/Ziel angesprochen, erklärt Verstappen: "In dem Moment, als ich eingelenkt habe, war das Heck im Endeffekt gar nicht da. Das war wirklich verrückt. Ich muss mir die Daten selber erst noch ansehen, aber das Team hat einen Verlust der aerodynamischen Performance festgestellt. Dieses Problem wurde immer schlimmer und so etwas ist natürlich nie gut." Isack Hadjar ernüchtert: Red Bull nur noch viertschnellstes Auto Auch Isack Hadjar, dessen Dreher im Q2-Segment passiert war, spricht von einem "sehr enttäuschenden Qualifying". Der Franzose klingt ganz ähnlich wie Verstappen, indem er sagt: "Wir haben im Verlauf des Wochenendes überhaupt keine Fortschritte gemacht. Das, was wir gesehen haben, ist alles, was momentan im Auto drinsteckt. Mit dem alten Heckflügel haben wir hier das viertschnellste Auto. Das ist natürlich nicht genug." Daran, dass Red Bull dem RB22 in der Nacht von Samstag auf Sonntag noch ein gutmütigeres Handling anerziehen kann, glaubt Hadjar nicht: "Das, was wir gesehen haben, ist das Maximum, das im Auto drinsteckt. Ich weiß jetzt nicht auswendig, die wievielte Saisonstation es ist, aber dass wir jetzt nur noch das viertschnellste Auto haben, das tut schon weh." In Vorausschau auf die 70 Runden im Rennen am Sonntag sagt Hadjar nur: "Überholen wird schwierig. Ich werde wohl gleich in der ersten Runde alles in die Waagschale werfen. Ich schätze, mehr Gelegenheiten wird es nicht geben." Teamkollege Verstappen klingt alles andere als optimistischer. Angesichts der großen Schwierigkeiten, die Red Bull am Ungarn-Wochenende plagen, sagt er: "Zuerst müssen wir mal unsere Probleme verstehen, denn wir es treten andauernd so viele unerklärbare Schwierigkeiten auf. Solange wir die nicht gelöst haben, brauchen wir an ein normales Qualifying, ein normales Rennen, oder was auch immer, gar nicht denken."