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Auto: Warum Rasen kaum Zeit spart, aber viel Sprit kostet

Wirtschaft

Wenn Autofahrerinnen und Autofahrer in den USA die jeweils ausgeschilderten Tempolimits einhalten würden, ließen sich Kraftstoffverbrauch und Treibhausgasemissionen deutlich senken. Die Fahrerinnen und Fahrer könnten jährlich Milliarden Dollar an der Zapfsäule sparen – bei im Schnitt weniger als einer Minute zusätzlicher Pendelzeit pro Tag, wie aus einer Studie im Fachmagazin »Communications Sustainability« hervorgeht. Zudem würden jeden Tag Millionen Gallonen Kraftstoff eingespart und damit auch klimaschädliche Abgase. Ein Forschungsduo der University of Minnesota in Minneapolis, USA, hat für die Studie 120 Millionen Fahrten in den Vereinigten Staaten analysiert. Sie fanden an vier Mittwochen im Jahr 2021 statt. Für die Auswertung nutzten die Wissenschaftler Fahrdaten zu nationalen Straßennetzen, Tempolimits sowie Höhendaten des U.S. Geological Survey. In die Auswertung gingen Straßen mit Tempolimits von 45 Miles per hour, also knapp 70 Kilometer pro Stunde, und mehr ein. Und während viele Fahrerinnen und Fahrer sagen, schnelleres Fahren spare wertvolle Zeit, zeigt die Studie: Das stimmt so kaum. Bei einer durchschnittlichen täglichen Fahrstrecke von 28,6 Meilen (46,03 Kilometer) bedeutet das Fahren mit oder unter dem Tempolimit lediglich rund 54 Sekunden zusätzliche Zeit pro Tag. Das Forschungsduo will mit diesen Werten also zeigen: Mit nur wenig mehr Zeitaufwand für den einzelnen Autofahrer ließen sich landesweit erhebliche Summen an Kraftstoff, Geld und CO₂-Emissionen sparen. Zu beachten ist hierbei, dass die Autoren unterschiedliche Bezugsgrößen nennen: Mit Blick auf den Zeitaufwand beziehen sie sich auf einen einzelnen Fahrer, mit Blick auf Geld-, Sprit- und CO₂-Ersparnis auf die gesamte Bevölkerung. Bruchteil des täglichen Benzinverbrauchs »Wir kannten bereits die Physik, wie sich Geschwindigkeit auf den Kraftstoffverbrauch auswirkt. Aber die genaue Größenordnung dieser Einsparungen auf nationaler Ebene zu quantifizieren, gibt uns ein klareres Bild von der tatsächlichen Wirkung«, sagte Bharat Jayaprakash , Doktorand am Institut für Maschinenbau der University of Minnesota und Hauptautor der Studie, in einer Pressemitteilung. Rob Middleton, außerordentlicher Forschungswissenschaftler im Maschinenbau an der University of Michigan, der nicht an der Studie beteiligt war, sagte, die Untersuchung sei gut gemacht. Er wies jedoch gegenüber der Nachrichtenagentur AP auch darauf hin, dass die durch langsameres Fahren eingesparte Kraftstoffmenge nur einen Bruchteil des täglichen Benzinverbrauchs in den USA ausmache – der bei etwa 375 Millionen Gallonen pro Tag liege, rund 1,4 Milliarden Liter pro Tag.

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