Autofahren im Herbst: Fahrweise an Dämmerung und Dunkelheit anpassen
Im Herbst ist es laut Tüv Nord besonders wichtig, vorausschauend zu fahren und die eigene Fahrweise an die Bedingungen anzupassen. „In der dunklen Jahreszeit fallen gleich mehrere sicherheitsrelevante Faktoren zusammen: Die Sicht kann eingeschränkt sein, die Fahrbahn weniger Haftung bieten und am Straßenrand können Menschen oder Tiere unerwartet aus der Dunkelheit auftauchen.
Aus diesen Gründen ist es von zentraler Bedeutung, Gefahren früh zu erkennen und Tempo sowie Abstand entsprechend anzupassen“, wird Markus Stroot, Regionalleiter bei Tüv Nord und zuständig für den Standort Warendorf, in einer Mitteilung zitiert.
Laub versus Reifen
Sinkende Temperaturen, Nässe und Laub können die Haftung der Reifen verringern, schreibt der Tüv Nord in seinem Bericht weiter. Besonders beim Bremsen, in Kurven und bei Ausweichmanövern zeigt sich, wie gut das Fahrzeug kontrollierbar bleibt. Der Herbst ist deshalb ein guter Zeitpunkt, die Reifen auf ihre Eignung für die kalte Jahreszeit und auf ihren allgemeinen Zustand prüfen zu lassen. Dazu gehören Profil, Luftdruck, Reifenalter und mögliche Beschädigungen. Wer früh morgens oder abends unterwegs ist, sollte zudem den Wechsel auf Winterreifen rechtzeitig vornehmen. „Für den Tausch ist nicht ein bestimmter Kalendertag ausschlaggebend, sondern die Bedingungen, unter denen das Fahrzeug tatsächlich fährt. Wer auf seiner Strecke schon jetzt mit Frost oder Glätte rechnen muss, sollte nicht warten, bis die winterlichen Verhältnisse eingetreten sind, sondern rechtzeitig handeln“, erklärt Stroot im Bericht von Tüv Nord.
Licht und Sicht
Im Herbst kann das Wetter binnen weniger Augenblicke umschlagen und die Sicht nehmen: Nebel nimmt Kontrast und Sichtweite, die tief stehende Sonne blendet, und hohe Luftfeuchtigkeit lässt Scheiben von innen schnell beschlagen, teilt der Tüv Nord mit. Auf einer verschmutzten Windschutzscheibe verstärken sich Lichtreflexe zusätzlich – durch Sonnenlicht ebenso wie durch entgegenkommende Fahrzeugscheinwerfer. Saubere Scheiben und intakte Wischerblätter sind deshalb genauso wichtig wie eine funktionierende und richtig eingestellte Beleuchtung. Ist der Scheinwerferkegel zu hoch ausgerichtet, kann er den Gegenverkehr blenden - ist er zu niedrig eingestellt, bleiben wichtige Bereiche der Fahrbahn im Dunkeln.
Auch auf die Lichtautomatik ist bei Nebel und Regen nicht immer Verlass. Bei manchen Fahrzeugen bleibt das Tagfahrlicht aktiv, während die Rückleuchten ausgeschaltet sind. „Die Automatik reagiert vor allem auf Helligkeit, nicht unbedingt auf jede Wetterlage. Deshalb sollten Autofahrende bei entsprechenden Wetterbedingungen kontrollieren, ob das Abblendlicht tatsächlich eingeschaltet ist, und es gegebenenfalls manuell aktivieren“, wird Stroot zitiert, der empfiehlt: „Wer beim Licht auf Nummer sicher gehen möchte, kann die Beleuchtung jetzt prüfen lassen. Den gesamten Oktober über bietet Tüv Nord dafür den kostenlosen Lichttest an.“
Wild und Laternen
Die Zeitumstellung sorgt laut Tüv Nord nicht automatisch für mehr Wildwechsel. Sie verschiebt aber viele Fahrten in die Dämmerungsphasen, in denen Wildtiere aktiv sind. Auf Straßen in Wald- und Feldnähe sollten Autofahrende deshalb insbesondere auch die Fahrbahnränder im Blick behalten, heißt es in der Mitteilung weiter. Wer dort Bewegung wahrnimmt, kann früher reagieren, wenn ein Tier auftaucht. Mit der Dunkelheit kehrt auch die Laternenzeit zurück. Doch wer eine Laterne trägt, ist nicht automatisch gut sichtbar. Gerade Kinder können in der Dämmerung zwischen parkenden Fahrzeugen oder an Einmündungen und Querungsstellen erst spät zu erkennen sein. „Wildwechsel und Laternenumzüge haben auf den ersten Blick wenig gemeinsam. In beiden Fällen können Bewegungen am Fahrbahnrand jedoch im Dunkeln bleiben. Deshalb sollten Autofahrende den Seitenraum mitbeobachten und ausreichend Bremsweg einplanen“, rät der Tüv-Experte in der Mitteilung.
Der Herbst verlangt vorausschauendes Fahren
Die dunkle Jahreszeit bringt selten die eine große Gefahr. Oft kommen nach Angaben von Tüv Nord mehrere kleine Veränderungen zusammen: eingeschränkte Sicht, weniger Haftung und mehr Bewegung am Fahrbahnrand. Wer das mitdenkt, kann seine Fahrweise anpassen, bevor es kritisch wird. „Im Herbst ist es besser, einmal früher vom Gas zu gehen als einmal zu spät zu reagieren. Wer sein Tempo anpasst, Abstand hält und den Blick auch an den Fahrbahnrand richtet, verschafft sich im Ernstfall die nötigen Sekunden für die richtige Reaktion“, fasst Stroot in der Mitteilung abschließend zusammen.