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Autoindustrie: Autozulieferer schließt Werk in Deutschland

Wirtschaft

Magna macht in Franken dicht Autozulieferer schließt Werk in Deutschland Von t-online, dpa, pri Aktualisiert am 14.07.2026 - 10:37 UhrLesedauer: 2 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Der Autozulieferer Magna gibt sein Werk in Franken auf. Die Gewerkschaft fühlt sich getäuscht. Die anhaltende Krise in der deutschen Autoindustrie trifft auch die Zulieferer. Das Werk des Automobilzulieferers Magna im unterfränkischen Dorfprozelten soll Mitte nächsten Jahres geschlossen werden. Betroffen seien 216 Mitarbeiter, wie das Unternehmen Magna International (Germany) mitteilte. Die Gewerkschaft IG Metall sprach von einem erheblichen Schaden für das Vertrauen in die Verlässlichkeit der getroffenen Vereinbarungen. Percy Scheidler, erster Bevollmächtigter der IG Metall Aschaffenburg, erhob schwere Vorwürfe gegen den Konzern und erklärte: "Magna hat vereinbarte Arbeit, Aufträge und Anlagen nicht geliefert und hat jetzt entschieden, dass der Standort nicht mehr tragfähig ist. Unternehmertum sieht anders aus." Das Unternehmen begründete die Entscheidung mit einer anhaltend negativen Geschäfts- und Marktentwicklung. "Trotz finanzieller Investitionen und umgesetzter Kostensenkungsmaßnahmen in den letzten Jahren konnte die Zukunftsfähigkeit nicht aufrechterhalten werden", teilte ein Sprecher mit. In dem Werk werden Außen- und Rückspiegel hergestellt. Konzern übergeht Vereinbarung von 2023 2023 war der Standort im fränkischen Landkreis Miltenberg bereits von Schließung bedroht gewesen, wurde aber zunächst gerettet. Unternehmen und IG Metall einigten sich damals auf ein Eckpunktepapier, wonach die Fortführung mit mindestens 250 Beschäftigten bis Ende 2028 sichergestellt werden sollte. Damals gab es dort noch etwa 450 Beschäftigte. Die IG Metall hat die am Montag verkündete Managemententscheidung bei Magna Dorfprozelten scharf kritisiert. Entgegen den Zusagen von vor drei Jahren seien keine neuen Produkte am Standort platziert und auch nicht von anderen Standorten nach Dorfprozelten verlagert worden. "Wir haben mehrfach auf veränderte Marktbedingungen reagiert, Konzepte angepasst und konstruktive Vorschläge eingebracht. Umso enttäuschter und entsetzter sind wir über diese Entscheidung", sagte Gewerkschafter Percy Scheidler. Ökonom sieht Versäumnisse in Merz' Reformagenda Das Management hat der Gewerkschaft zufolge entschieden, die für den Standort zentrale Zukunftstechnologie LC-Spiegelglas nicht weiterzuentwickeln und nicht zur Serienreife zu führen. "Für die Entwicklung und Vermarktung der LC-Technologie wurden erhebliche Fördermittel des Freistaats Bayern eingesetzt, der ernste Wille, das Produkt an den Markt zu bringen, hat sich nicht gezeigt", sagte Gewerkschaftssekretär und Betriebsbetreuer Christoph Curs. Die deutsche Autoindustrie steckt in der Krise. VW-Chef Oliver Blume bestätigte jetzt, dass der Konzern bis 2030 bis zu 100.000 Beschäftigte entlassen könnte. Das ist ein Sechstel der Gesamtmitarbeiterschaft. Auch Zulieferer wie Bosch kündigten Stellenstreichungen an. Die massiven Streichungen treffen auch die deutsche Politik. Die schwarz-rote Bundesregierung von Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte gerade ein ehrgeiziges Reformpaket vorgelegt. Aber anders als bei der Reformagenda von Kanzler Gerhard Schröder (SPD) vor zwei Jahrzehnten geht es dieses Mal nicht allein um hohe Lohnnebenkosten. Vielfach entsprechen die Erzeugnisse der deutschen Industrie nicht mehr den Weltmarktanforderungen – nicht allein im Autobau. Stefan Kooths, der Konjunkturchef des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel, sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "In den Kernbereichen Lohnnebenkosten und Deregulierung wird das Programm im Wesentlichen bewirken, dass die Rahmenbedingungen sich hierzulande künftig weniger stark verschlechtern." Das Fazit des Ökonomen: "Weniger schnell absteigen ist noch kein Aufstieg."

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