Autokauf: Diese Lockvogeltricks machen Angebote teurer
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen
Wer aktuell nach einem neuen Auto sucht, sollte bei „Lockvogelangeboten“ im Internet besonders vorsichtig sein, warnt der Bundesverband freier Kfz-Händler (BVfK). Wer darauf hereinfällt, kauft einen überteuerten Neu- oder Gebrauchtwagen. Unseriöse Händler versuchen, durch frisierte Inserate in einem Neu- oder Gebrauchtwagen-Inserat ein Auto günstiger aussehen zu lassen, als es am Ende ist. Die Masche: Anfallende Mehrkosten werden einfach verschwiegen!
Viel mehr Kundenbeschwerden beim BVfK
Damit sieht das angebotene Auto günstiger aus als andere – und landet in der Suchanfrage auf einem Top-Platz. Autokäufer erkennen die versteckten Kosten nicht.
Erst beim Übergabe-Termin auf dem Händlerhof wittern die Leute den Nepp und beschweren sich – zum Beispiel beim BVfK. „Wir haben in den vergangenen Monaten dreimal so viele Anzeigen erhalten wie im Vorjahr“, sagt Verbandspräsident Ansgar Klein.
Die Tricks der Schummel-Händler
Verschwiegene Überführungskosten: Bei Neuwagen sind die Überführungskosten (bei Leasingautos heißen sie Bereitstellungskosten) ein Standard, zumeist um die tausend Euro. Sie werden zwar gesondert aufgeführt, gehören jedoch immer in den Endpreis. Bei unseriösen Inseraten werden sie verschwiegen – und erst bei Übergabe des Autos landen sie „überraschend“ im Kaufvertrag.
Geschöntes Zulassungsdatum: Statt einer (korrekten) Erstzulassung im Dezember 2022 steht im Inserat eine (falsche) Erstzulassung vom Januar 2023 – „ist ja nur ein Monat Unterschied“. Das Auto wird vom Händler damit künstlich jünger gemacht, das Inserat wirkt attraktiver. Oft sieht der Käufer diese Lüge erst beim Blick auf die Zulassungsbescheinigung.
Eingepreiste Elektroauto-Kaufförderung: Beliebt ist es bei neuen Elektroautos und Plug-in-Hybriden, die volle Kaufförderung in den Verkaufspreis einzubeziehen, obwohl sie vom Käufer extra beantragt werden muss und erst Monate später erstattet wird. Außerdem kann die Maximalsumme von 6000 Euro gar nicht garantiert werden, weil der Käufer bestimmte individuelle Kriterien erfüllen muss – etwa bei Einkommen und Kinderzahl.
Zu niedrige Monatsraten: Trickser drücken die monatliche Rate bei Leasing oder Ratenkauf. Das dicke Ende kommt zum Schluss: Eine sehr hohe Schlussrate, die im Kleingedruckten versteckt oder ganz verschwiegen wird. Beispiel: Ein BMW X5 wurde für 366 Euro Monatsrate offeriert – mit 79.000 Euro Schlussrate!
Lockvogel-Barkauf: Besonders dreist ist diese Variante, in der ein Schnäppchenpreis als Barkauf im Inserat steht – der aber beim Vor-Ort-Termin „leider“ nicht mehr aktuell ist! Stattdessen werden überteuerte Finanzierungen zu überhöhten Zinsen in Aussicht gestellt.
Darum nimmt die Schummelei zu
Grund für die Preisfallen: ruinöser Wettbewerb im Autohandel, eine Folge geringerer Gewinnmargen. Laut Klein kürzen Hersteller ihren Vertragshändler verstärkt die Marge, mit Auswirkungen auf den Gesamtmarkt. So komme es „oft aus der Not“ zu unseriösen Angeboten.
Der BVfK vertritt mehr als tausend freie Kfz‑Händler. Werden unseriöse Inserate gemeldet, geht der Verband gerichtlich dagegen vor. So wurde im August die Kaufbörse auto.de abgemahnt. BVfK-Präsident Klein: „Mir ist bisher kein Fall begegnet, wo es so viele Verstöße zugleich gab.“