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Autokrise: VW, BMW und Mercedes verlieren 780.000 Fahrzeuge

Wirtschaft

Die Autokrise verschärft sich. Die drei deutschen Konzerne BMW, Mercedes und Volkswagen bauen noch mehr Arbeitsplätze ab. Allein bei VW sollen in den kommenden Jahren weltweit bis zu 100.000 Stellen wegfallen. Eine Analyse des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach zeigt, woran das liegt: Unter den führenden 15 Autokonzernen der Welt verbuchten dieses Jahr bis Ende September zehn Unternehmen rückläufige Verkaufszahlen.

Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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Die deutschen Hersteller sind vom Absatzschwund überdurchschnittlich stark betroffen. Zusammen betrachtet verkauften die 15 großen Hersteller in den ersten neun Monaten des Jahres im Schnitt 1,8 Prozent weniger Autos als im Vorjahreszeitraum. Bei BMW, Mercedes und Volkswagen waren die Einbußen dagegen deutlich höher (siehe Grafik).

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Aufaddiert setzten die drei deutschen Autokonzerne von Januar bis September weltweit rund 780.000 Fahrzeuge weniger ab. Besonders heftig sind die Rückgänge bei VW: Europas größter Autobauer lieferte bislang fast 600.000 Fahrzeuge weniger aus. Kein anderer Hersteller hat, in absoluten Zahlen gerechnet, so viel verloren.

Prozentual fielen dagegen die Rückgänge beim US-Wettbewerber GM noch höher aus als bei dem deutschen Konzern. Der japanische VW-Erzrivale Toyota kam dagegen vergleichsweise glimpflich davon, was CAM-Chef Stefan Bratzel auch auf die breite internationale Aufstellung und viele populäre Hybridmodelle in der Produktpalette der Japaner zurückführt.

In der deutschen Autoindustrie leidet auch Mercedes stark. Der Absatz schmolz um mehr als sieben Prozent zusammen. Die im vergangenen Jahr gestartete Modelloffensive des Stuttgarter Herstellers hat sich damit bislang noch nicht ausgezahlt. Die Verkaufszahlen von BMW schrumpften ebenfalls um fast fünf Prozent.

Absturz in China, Aufwärtstrend in Europa

Hauptgrund für die schlechte Entwicklung ist der Rückgang in China, der alle Hersteller hart getroffen hat. In den ersten neun Monaten des Jahres wurden auf dem größten Automarkt der Welt fast 22 Prozent weniger Fahrzeuge abgesetzt. Es ist ein beispielloser Absturz, den die Branche nicht kommen sah. Als Gründe dafür nennen Fachleute die Konsumschwäche und das Streichen von Subventionen für E-Autos in China. Unter dem Verdrängungswettbewerb im Heimatmarkt leidet inzwischen auch der Absatz des weltgrößten Elektroautoherstellers BYD.

In Europa stiegen dagegen die Verkaufszahlen, seit Jahresanfang gerechnet, um mehr als sechs Prozent. Wachstumsmotor sind die Elektroautos, die davon profitieren, dass sich wegen der hohen Spritpreise die Kunden häufiger für ein Batteriefahrzeug entscheiden. Hinzu kommen staatliche Kaufhilfen und Steuervorteile für E-Autos in Deutschland und anderen europäischen Ländern.

In der großen Autokrise gibt es unter den Herstellern auch Gewinner. Elon Musks Autohersteller Tesla wächst. Der Absatz des europäisch-amerikanischen Konzerns Stellantis, zu dem auch Opel gehört, hat sich nach dem schwachen Vorjahr erholt. Suzuki aus Japan legt ebenfalls zu.

Auffällig sind die stark steigenden Auslieferungszahlen der beiden chinesischen Autokonzerne Chery und SAIC. Beide sind als Newcomer mit Marken wie MG, Omoda und Jaecoo in Europa auf Expansionskurs. CAM-Autoexperte Bratzel spricht von einer doppelten Herausforderung für die deutschen Hersteller: „Sie verlieren in China an Boden und müssen gleichzeitig ihren europäischen Heimatmarkt gegen neue Wettbewerber verteidigen“, kommentiert er.

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