Automobilindustrie: Mercedes-Benz verzeichnet starken Rückgang bei Verkauf in China
Der Stuttgarter Autohersteller Mercedes-Benz hat nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr 2026 weltweit 1,01 Millionen Pkws und Vans verkauft und damit sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Allein der Pkw-Absatz sank um acht Prozent auf 417.800 Fahrzeuge. Während der Konzern in Europa und Nordamerika einen Anstieg verzeichnete, sank der Verkauf in China deutlich. Außerhalb Chinas habe der Gesamtabsatz um drei Prozent zugelegt. Das Unternehmen verkaufte in China demnach nur noch 210.000 Autos. Das sind 28 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025. »China bleibt ein zentraler Markt für Mercedes-Benz und spielt eine Schlüsselrolle in der Lokalisierungs- und Innovationsstrategie des Unternehmens«, teilte das Unternehmen dennoch mit. Den Angaben nach ging es im zweiten Quartal vor allem bei den Modellen mit Verbrennungsmotor abwärts. Hoffnungsträger für das zweite Halbjahr seien neue Modelle wie die S-Klasse und der GLE, hieß es. Unternehmen sieht Ursache für weniger Verkäufe in intensivem Wettbewerb Den Rückgang bei den Pkw-Verkäufen führte das Unternehmen unter anderem auf intensiven Wettbewerb, die zurückhaltende Verbraucherstimmung sowie die schrittweise Einführung neuer Modelle zurück. Die Herausforderungen hätten sich im zweiten Quartal verstärkt, insbesondere bei Verbrennern. Autos mit Verbrennungsmotor machen üblicherweise den Großteil des China-Geschäfts aus. Nach den erhöhten Treibstoffpreisen in China infolge des Irankriegs Ende Februar sei der Kauf eines neuen Verbrenners unattraktiver geworden. Zuvor hatte bereits BMW auf diese Entwicklung verwiesen. Bei Elektroautos, die in China eine deutlich höhere Bedeutung haben als in Europa, spielen Mercedes, BMW oder Audi dagegen kaum eine Rolle. Dagegen verzeichne man in wichtigen westlichen Märkten Wachstum, hieß es. In Nordamerika waren es mit 180.900 Fahrzeugen indes 15 Prozent mehr verkaufte Autos als im Vorjahr. In Europa stieg der Absatz von Januar bis Juni um fünf Prozent auf 325.000 Fahrzeuge. Hier spielten zum einen neue Produkte, zum anderen eine stärkere Nachfrage nach Elektroautos eine Rolle. Nachfrage nach Elektromodellen steigt nach Unternehmensangaben In Europa stieg der E-Auto-Absatz im zweiten Quartal um 87 Prozent. Die Nachfrage nach den neuen Elektromodellen sei außerordentlich stark, sagte Vertriebschef Mathias Geisen. Weltweit verkaufte Mercedes-Benz im zweiten Quartal 52.900 vollelektrische Fahrzeuge (BEV). Das entspricht einem Zuwachs von 51 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit war in dem Zeitraum rund jeder achte verkaufte Pkw von Mercedes ein E-Auto.