Autozulieferer nach 130 Jahren insolvent: Hunderte Jobs in Gefahr
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Wickede (Nordrhein-Westfalen) – Das Unternehmen blickt auf eine 130-jährige Geschichte zurück, hat Kunden auf der ganzen Welt und beschäftigt Hunderte Mitarbeiter. Doch jetzt ist der Autozulieferer pleite. Die nächste Hiobsbotschaft aus der Stahl- und Automobilbranche!
Bei einer Betriebsversammlung wurde die Belegschaft der Prinz & Co. GmbH Stahlrohre mit Sitz in Wickede ( Nordrhein-Westfalen ) über die aktuelle Lage informiert. Das Amtsgericht Essen hat am 9. September ein Insolvenzeröffnungsverfahren eingeleitet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Christian Holzmann aus Essen bestellt.
Wofür der Autozulieferer bekannt ist
Die Firmengeschichte ist eng mit der kriselnden Automobilindustrie verbunden. Gegründet wurde das Familienunternehmen bereits 1896. Seitdem hat sich aus dem Betrieb ein international tätiger Spezialist für geschweißte und gezogene Präzisionsstahlrohre entwickelt. Die Produkte finden sich u. a. in Autositzen, Cockpit- und Airbaghalterungen sowie in Hydraulikarmen für Kofferraumtüren.
Das sind die Gründe für die Pleite
Gegenüber BILD nennt Holzmann die generelle Krise in der Automobilbranche als einen Grund für die Insolvenz : „Gestiegene Rohstoff- und Energiepreise sowie hohe Fixkosten haben die finanziellen Belastungen zudem verschärft.“ Besonders in den Sommermonaten sei der Umsatz eingebrochen und habe die Stahlfirma in finanzielle Schwierigkeiten gebracht. Er ist aber vorsichtig optimistisch: „Die Auftragslage ist aktuell stabil. Das Unternehmen verfügt über starke Produkte und qualifizierte Mitarbeiter.“
Nach Angaben auf ihrer Homepage beschäftigt die Prinz-Mayweg-Gruppe insgesamt rund 400 Mitarbeiter an sechs Standorten, zwei davon in Ostrava (Tschechien) und Ilhavo (Portugal).
Wo Jobs in Gefahr sind
Konkret betroffen sind laut Insolvenzverwalter nun die deutschen Standorte am Stammsitz in Wickede (110 Beschäftigte) sowie in Altena (150), Werl (20) und Westönnen (30) – insgesamt 310 Jobs stehen auf dem Spiel. Dennoch soll der Betrieb ohne Einschränkungen weiterlaufen. Die Gehälter seien für drei Monate über das Insolvenzgeld vorerst gesichert.
So geht es für die Stahlfirma weiter