Autozulieferer: ZF leitet die Wende ein und behält seine Airbag-Sparte
Stuttgart. Der hochverschuldete Autozulieferer ZF Friedrichshafen behält nach vier Jahren Investorensuche doch die Airbag-Sparte Lifetec. Der Vorstand habe entschieden, dass das Geschäftsfeld bis auf Weiteres vollständig im Besitz von ZF bleiben werde, sagte Finanzchef Michael Frick am Donnerstag. Der Stiftungskonzern hatte noch unter Ex-Vorstandschef Holger Klein eine Ausgliederung im Herbst 2022 angekündigt. Es habe mehrere Kaufinteressenten gegeben. Nach Informationen aus Finanzkreisen scheiterte ein Komplettverkauf immer wieder an den unterschiedlichen Preisvorstellungen. Für die später von ZF bevorzugte Option eines Teilbörsengangs habe sich in den vergangenen zwei Jahren kein Zeitfenster geöffnet, erklärte Frick. Mittlerweile sei das Geschäft mit passiver Sicherheitstechnik durch neue Regulierungen weltweit attraktiver geworden. Die Sparte setzte im vergangenen Jahr 4,6 Milliarden Euro um. Eigentlich wollte sich ZF mit der Ausgliederung entschulden. Doch dieser Plan ging nicht auf. Substanziell zur Entschuldung beitragen soll nun der Verkauf der automatisierten Fahrsysteme an die Samsung-Tochter Harman. Frick rechnet in der zweiten Jahreshälfte mit einem Abschluss der Transaktion. Eine Zahl nannte er nicht, doch der Verkaufspreis dürfte über einer Milliarde Euro liegen.