DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin +0,08 % 64.364,85 USD 09:15:18 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Bäckereien: Insolvenzen nehmen deutlich zu

Wirtschaft

Die Insolvenzen bei Bäckereien sind in Deutschland deutlich gestiegen. Laut der Auskunftei Creditreform haben im ersten Halbjahr insgesamt 63 Betriebe ihre Pleite angemeldet. Das sind 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. In die Statistik fließen Unternehmen aus dem Wirtschaftszweig »Herstellung von Backwaren« ein. Das umfasst Bäckereien und Konditoreien, die selbst backen und verkaufen. Reine Verkaufsfilialen ohne eigene Herstellung sind in den Zahlen nicht berücksichtigt. Betroffen waren laut Creditreform auch größere Bäckereiketten wie die Mecklenburger Backstuben GmbH, die Bäcker Lampe GmbH & Co. KG, die Keim & Brecht OHG sowie die Bäckerei Kayser GmbH. Klassisches Bäckerhandwerk zunehmend unter Druck Laut dem Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, Patrik-Ludwig Hantzsch, zeigen die Zahlen einen tiefgreifenden Strukturwandel. Seit 2023 gebe es in der Branche ein erhöhtes Insolvenzgeschehen. Weil sich die Konsumgewohnheiten geändert hätten, gerate das klassische Bäckerhandwerk zunehmend unter Druck, so Hantzsch. »Viele Verbraucher, auch aus höheren sozialen Schichten, kaufen Backwaren heute an Backstationen im Supermarkt oder beim Discounter, häufig verbunden mit dem Wocheneinkauf.« In weiterer Folge würden traditionelle Fachgeschäfte die Laufkundschaft verlieren. Vor allem kleinere, inhabergeführte Betriebe seien durch steigende Kosten, wachsenden Preiskampf und sparsame Konsumenten unter Druck geraten, sagte Hantzsch. Viele verfügten nur über geringe Gewinnmargen und könnten Kostensteigerungen nur in begrenztem Umfang an ihre Kunden weitergeben. Insgesamt gab es hierzulande Ende vergangenen Jahres laut dem Zentralverband des Bäckerhandwerks noch 8.659 Bäckereiunternehmen. Zehn Jahre zuvor waren es noch 12.155. Dazu passt auch eine Auswertung des Marktforschungsunternehmens YouGov. Demzufolge kaufen die Menschen in Deutschland ihre Brötchen immer häufiger im Supermarkt oder beim Discounter statt in klassischen Bäckereien. Letztere hätten in den vergangenen Jahren Marktanteile verloren. Für die Erhebung befragt YouGov rund 2100 Menschen ab 18 Jahren in Deutschland. Teure Bäckereien Supermärkte und Discounter haben ihr Angebot in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Mittlerweile bietet der Lebensmitteleinzelhandel auch Croissants oder Snacks für zwischendurch an, sagt YouGov-Marktforscherin Katja Trieschmann. »Damit deckt er heute genau jene Genuss- und Spontankäufe ab, die früher stärker mit der klassischen Bäckerei verbunden waren.« Laut YouGov entfielen im ersten Quartal bereits 70 Prozent der in Deutschland verkauften Mengen an Brot und anderen Backwaren auf den Lebensmitteleinzelhandel. Dabei dürften auch gestiegene Preise eine Rolle spielen. Wie andere Lebensmittel sind auch Brot, Brötchen und andere Backwaren sowie Rohstoffe wie Mehl seit 2020 deutlich teurer geworden. In Bäckereien müssen Kunden meist mehr zahlen als im Supermarkt oder beim Discounter. Laut Trieschmann steige der Preisabstand weiter an. Bäckereien stünden vor der Herausforderung, den Mehrwert wie Frische, Geschmack oder regionale Zutaten sichtbar zu machen.

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