Baden-Württemberg Insolvente Mannheimer Eichbaum-Brauerei endgültig am Ende
Zuletzt hatte es durch das Interesse eines Finanzinvestors noch Hoffnung bei der angeschlagenen Privatbrauerei Eichbaum in Mannheim gegeben. Doch diese Hoffnung ist nun zerplatzt. Eichbaum-Betriebsratssprecher Georg Dohr hat dem SWR am Montag einen entsprechenden Online-Artikel des "Mannheimer Morgen" bestätigt. In dem Artikel heißt es, das Unternehmen werde "den Geschäftsbetrieb nach monatelangem Ringen um eine Fortführung einstellen." Die verbliebenen 240 Beschäftigten sollen demnach in Kürze ihre Kündigung bekommen. Eichbaum vor dem Aus: Was sagen Geschäftsführer und Betriebsratssprecher? Uwe Aichele, Geschäftsführer der Eichbaum-Brauerei, sagte dem SWR: "Ich glaube, wir erleben heute die schwärzeste Stunde der Brauerei, nach 347 Jahren." In den vergangenen acht Monaten habe man "alles versucht, was in unserer Macht stand". Doch es gebe "Rahmenbedingungen, die uns nicht erlauben, weiterzumachen". Hintergründe dazu nannte er nicht. Betriebsratssprecher Georg Dohr wurde am Werkstor gegenüber dem SWR deutlich. Ihm und der Belegschaft "geht`s zum Kotzen". Warum die Brauerei nun wohl komplett dicht machen werde, liegt Dohr zufolge auch an der Länge des Insolvenzverfahrens. "Man kann nicht neun Monate ohne Schaden durch eine Insolvenz gehen", so Dohr. "Wer will denn mit uns noch einen Vertrag abschließen? Wir haben Vertrauen zerstört nach innen und außen." Eichbaum-Aus: Gewerkschaft übt Kritik Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) teilte am Montagnachmittag mit, der Betriebsrat habe die Brauerei-Beschäftigten am Montagmittag bei einer Betriebsversammlung über den aktuellen Stand der Dinge informiert. Eine offizielle Information der Geschäftsleitung gegenüber Betriebsrat und Belegschaft "steht noch aus", wie die NGG kritisch anmerkt. Gewerkschaft: Brauerei-Aus habe "nicht an Beschäftigten gelegen" Stephanie Albicker von der NGG-Region Mannheim-Heidelberg teilte mit, es habe nicht an den Beschäftigten gelegen, dass die Eichbaum-Brauerei vor dem Aus stehe. Umso wichtiger sei jetzt "vollständige Transparenz darüber, warum noch vor zwei Wochen Hoffnungen geweckt wurden und weshalb die angekündigte Finanzierung der Transfergesellschaft nun zu scheitern droht". Die NGG teilte weiter mit, nun brauche es "zügig Verhandlungen über einen Sozialplan" für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auf Initiative des Betriebsrats und der Gewerkschaft NGG hat am Montagvormittag ein Gespräch in großer Runde im Mannheimer Rathaus stattgefunden. Laut NGG haben daran unter anderem Oberbürgermeister Christian Specht (CDU), Vertreter der Gläubiger, des Sachverwalters sowie des Uniklinikums als möglichem Käufer teilgenommen. "Nach den uns dort vorgelegten Informationen sehen sowohl wir als auch der Betriebsrat kaum noch eine realistische Perspektive für den Erhalt des traditionsreichen Brauereistandorts Mannheim", so der Landesvorsitzende der NGG, Hakan Ulucay. Die Stadt Mannheim teilte dem SWR mit, sie äußere sich zur Lage bei Eichbaum vermutlich erst am Dienstag. Eichbaum seit Herbst 2025 insolvent Im vergangenen Herbst hatte die Mannheimer Brauerei Eichbaum Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Das Amtsgericht Mannheim eröffnete das Verfahren im Januar dieses Jahres. In den darauffolgenden Monaten wurden mehrfach mögliche Investoren genannt. Zuletzt zeigte das Mannheimer Universitätsklinikum Interesse am Gelände der Brauerei. Das Uniklinikum befindet sich in direkter Nachbarschaft zu Eichbaum.