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Badetote in Norddeutschland: Oft trifft es junge Männer und Senioren

Allgemein

Stand: 06.08.2026 11:31 Uhr 2026 gab es bundesweit bereits mindestens 261 tödliche Badeunfälle. Während die Zahlen laut DLRG in Niedersachsen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern sanken, gingen sie in Schleswig-Holstein hoch. von Hauke Bülow Die Temperaturen steigen - und der Norden kühlt sich gerne in den Seen, Flüssen und Meeren ab. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) wird allerdings nicht müde, vor den Gefahren zu warnen. Jedes Jahr im Sommer veröffentlicht sie ihre Zwischenstatistik zu tödlichen Badeunfällen in Deutschland. In diesem Jahr hat es demnach mit mindestens 261 Ertrunkenen 15 Todesfälle mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres gegeben. Allein im Juni starben mehr als 100 Menschen in Gewässern, so viele wie seit mehr als 20 Jahren nicht mehr in diesem Monat. Schleswig-Holstein: 2026 schon mehr tödliche Badeunfälle als 2025 Im Norden sind die Entwicklungen unterschiedlich: Schleswig-Holstein verzeichnet hier als einziges Bundesland einen Anstieg - und zwar einen deutlichen. Bis Ende Juli sind 16 Menschen ertrunken. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es neun. Allein im Juni kamen vier Menschen in Gewässern ums Leben, im Juli sechs weitere. Die meisten tödlichen Unglücke ereigneten sich im Meer. Auffällig: das vergleichsweise junge Alter vieler Opfer. Neun der 16 Verunglückten in Schleswig-Holstein waren zwischen 11 und 40 Jahre alt. DLRG: "Wir müssen jeden Tag Kinder am Strand suchen" Alexander Kolb ist einer der Wachführer der DLRG in Grömitz (Kreis Ostholstein). Er beobachtet, dass viele Menschen unvorsichtig ins Wasser gehen. "Manche springen bei der Hitze direkt vom Boot ins Wasser, ohne sich vorher abzukühlen", so der ehrenamtliche Rettungsschwimmer. Das könne zu Kreislaufschwierigkeiten führen. "Auch die Ablenkung der Eltern durch Multimediageräte ist schlimm, wir müssen jeden Tag Kinder am Strand suchen", so Kolb. Hamburg: Viele junge Männer unter den Ertrinkungsopfern In Hamburg registrierte die DLRG bis Ende Juli sechs tödliche Unglücke in Gewässern. Im Vorjahreszeitraum waren es acht. Alle Todesopfer waren männlich. Und mindestens drei der sechs Verstorbenen gehörten zur Altersgruppe der 11- bis 30-Jährigen. Zum Alter der übrigen Opfer liegen laut DLRG keine Angaben vor. Damit bestätigt sich in Hamburg der bundesweite Trend, dass insbesondere Männer überdurchschnittlich oft bei Badeunfällen ums Leben kommen. Niedersachsen: Vor allem ältere Menschen betroffen In Niedersachsen kamen bis Ende Juli 23 Menschen bei Badeunfällen ums Leben. Das ist ein Todesfall weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Besonders viele Unglücke ereigneten sich im Juni mit gleich neun Todesfällen. Im Juli starben weitere vier Menschen in niedersächsischen Gewässern. Auffällig ist die Altersstruktur, da hier eher ältere Menschen betroffen waren. 16 der Verunglückten waren älter als 61 Jahre. Unter den Opfern befanden sich außerdem ein Kind im Alter bis zehn Jahre sowie zwei Jugendliche zwischen 11 und 20 Jahren. Auch in Niedersachsen waren die meisten Todesopfer männlich. Mecklenburg-Vorpommern: Mehrere tödliche Unfälle in der Ostsee In Mecklenburg-Vorpommern zählten die Rettungsschwimmer der DLRG bis Ende Juli 16 Todesfälle nach Badeunglücken. Im Vorjahreszeitraum waren es 18. Sechs Menschen ertranken im Juni, weitere fünf im Juli. Die meisten tödlichen Badeunfälle ereigneten sich in der Ostsee, wo sieben Menschen ums Leben kamen. Vier weitere starben in Flüssen. Dort hatte die DLRG im Vorjahreszeitraum keinen einzigen tödlichen Unfall registriert. Auch in Mecklenburg-Vorpommern waren vor allem ältere Menschen betroffen. Neun der 16 Todesopfer waren älter als 61 Jahre, 14 davon waren männlich. Hitzewelle sorgte für besonders viele Badeunfälle Nach Einschätzung der DLRG trug die Hitzewelle Ende Juni maßgeblich zum starken Anstieg der Unfallzahlen bei. "Betrachten wir nur die bisherigen drei Bademonate, gab es über 30 Todesfälle mehr als vor einem Jahr", erklärte DLRG-Präsidentin Ute Vogt. Rund 90 Prozent aller tödlichen Badeunfälle ereignen sich nach DLRG-Angaben an frei zugänglichen Gewässern im Binnenland, also in Seen, Flüssen oder Teichen. Die Zahlen zeigen wieder einmal, dass es besonders dort lebensbedrohlich wird, wo zumeist keine Rettungskräfte vor Ort sind. Ute Vogt, DLRG-Präsidentin DLRG fordert mehr Schwimmunterricht und Aufklärung Besorgniserregend ist aus Sicht der DLRG der erneute Anstieg bei jungen Menschen. Bundesweit kamen bis Ende Juli 75 Menschen im Alter zwischen elf und 30 Jahren ums Leben, das sind 26 mehr als im Vorjahreszeitraum. Fast alle waren männlich. "Infolge von leichtsinnigem Verhalten - oft in Verbindung mit Alkohol und anderen Drogen - kommt es unter Jungen und jungen Männern immer wieder zu Badeunfällen", erklärte die DLRG-Präsidentin. "Es gibt im Badesee keinen Preis zu gewinnen, aber das Leben zu verlieren", so Vogt. Die DLRG fordert auch deshalb mehr Investitionen in Schwimmbäder und den schulischen Schwimmunterricht. Noch immer würden viele Kinder die Grundschule verlassen, ohne sicher schwimmen zu können.

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