Bagger reißt einsturzgefährdetes Haus in Holstenstraße ab
Stand: 11.08.2026 12:56 Uhr Ein Bagger reißt das vom Einsturz bedrohten Mehrfamilienhauses in der Holstenstraße in Hamburg-Altona ab. Mieterinnen und Mieter können ab Mittag die Trümmer nach ihrem Besitz durchsuchen. Auf Drohnenaufnahmen ist zu erkennen, dass das oberste Stockwerk bereits abgetragen ist. Man sieht in das offene Wohnzimmer eines Menschen und erkennt, wie dort noch Stühle und Tische stehen und Kleidung herumliegt. Bisher ist laut der NDR Reporterin vor Ort nichts abgesackt und es sieht nach einem kontrollierten Abriss aus. Es bestehe aber bis zuletzt die Gefahr, dass das Gebäude einstürze. Ab dem Mittag haben dann die Bewohnerinnen und Bewohner die Chance, in den Schuttbergen, die sich im Innenhof auftürmen, nach Habseligkeiten zu suchen. Einige wenige sind gekommen, um diese Chance zu nutzen. Allerdings nur, wenn keine Gefahr besteht. Bisher ist unklar, wer für den Verlust der Mieterinnen und Mieter aufkommt. Baggerfahrer durfte noch einmal ins Haus Laut der NDR-Reporterin vor Ort ist der für den Abriss verantwortliche Baggerfahrer nochmal durchs Haus gegangen, um zu überprüfen, ob es wirklich leer ist. Begleitet wurde er von der Polizei. Er erzählte, er habe drei große Bausäcke mit Kinderklamotten und Spielsachen gefüllt – für die Kinder, die nicht mehr in ihre Zimmer kommen. Auch für den erfahrenen Mann sei dies keine normale Abrissstelle. Bezirk hofft auf Neubau Eine Überprüfung des Mehrfamilienhaus an der Holstenstraße 195 und 197 hatte in der vergangenen Woche ergeben, dass der Altbau nicht mehr abgestützt werden könne. Die Risse, die ganze Wände durchziehen, sind offenbar größer geworden. Laut Bezirksamt Altona wird nun zunächst der hintere Teil des Hauses abgerissen. Der Bezirk Altona hofft, dass das Hinterhaus neu aufgebaut werden kann und dass die Bewohnerinnen und Bewohner dann zurückkehren können. Mieter protestieren gegen schnellen Abriss Die Mieterinnen und Mieter der Holstenstraße 195 und 197 versammelten sich am Montagnachmittag mit vielen Unterstützerinnen und Unterstützern vor ihrem Wohnhaus. Rund 300 Menschen kamen nach Angaben der Polizei zu der Kundgebung. Viele der Bewohnerinnen und Bewohner des Altbaus sind verzweifelt. Denn ihre persönlichen Gegenstände konnten sie nicht aus dem Abbruchhaus holen. Sie berichteten davon, dass sie vor zwei Wochen das Haus innerhalb von zehn Minuten verlassen mussten und keine Möglichkeit hatten, persönliche Gegenstände mitzunehmen. Das Gebäude sei zu instabil gewesen, um es noch einmal zu Betreten, hieß es vom Bezirksamt. Auch Nachbarhäuser evakuiert Die Mieterinnen und Mieter sind zurzeit in Hotels untergebracht oder wohnen bei Freunden. Weil nicht ausgeschlossen werden kann, dass bei einem Einsturz auch die Nachbargebäude schwer beschädigt werden würden, mussten inzwischen auch die Bewohnerinnen und Bewohner der benachbarten Häuser ihre Wohnungen verlassen. Nach dem Abriss soll neu bewertet werden, ob sie in ihre Wohnungen zurückkehren dürfen.