Bahnstrecke Hannover-Hamburg: Einigung auf Neubau von Trasse
Bahnverkehr: Einigung auf Neubaustrecke Hannover-Hamburg
Stand: 16.09.2026 08:14 Uhr
Die Verkehrspolitiker von Union und SPD haben sich auf einen gemeinsamen Antrag verständigt, der den Bau einer neuen Schienenstrecke zwischen Hamburg und Hannover vorsieht. Nächste Woche soll der Bundestag entscheiden.
von Katharina Seiler
Die Verkehrspolitiker von Union und SPD sprechen sich für den Bau einer neuen Bahntrasse zwischen Hamburg und Hannover aus, zusätzlich zur bestehenden Strecke. Das geht aus dem Entwurf einer Beschlussvorlage für den Bundestag hervor, der dem NDR vorliegt. Sie folgen damit der Empfehlung des Bundesverkehrsministeriums. Nächste Woche Mittwoch soll der Verkehrsausschuss über die Beschlussvorlage entscheiden, einen Tag später wird der Bundestag darüber abstimmen.
Weniger "Betroffenheit" bei Neubau
In der Vorlage begründen die Parteien ihre Entscheidung für eine Neubaustrecke unter anderem damit, dass so zusätzliche Kapazitäten für den Seehafenhinterlandverkehr geschaffen werden, dass sich die Fahrtzeiten für den Fern- und Nahverkehr verkürzen, und sich so in den Fahrplan des geplanten Deutschlandtaktes einfügen. Außerdem könnten auf der Bestandsstrecke auf diese Weise Engpässe aufgelöst werden, heißt es in der Vorlage. Im Ergebnis würde eine Neubaustrecke im Vergleich zum Ausbau der Bestandstrecke "weniger Betroffenheiten" auslösen.
Kosten auf knapp neun Milliarden Euro geschätzt
Konkret sieht die Vorlage eine Neu- und Ausbauaustrecke zwischen Meckelfeld (südlich von Hamburg) und Großburgwedel (nördlich von Hannover) vor, entlang der A7 und der B3, westlich an Celle vorbei. Die Bestandsstrecke soll zwischen Celle und Großburgwedel eingebunden und entsprechend ausgebaut werden. Die Kosten des Neu- und Ausbaus der Strecke werden mit rund 8,8 Milliarden angegeben.
Verkehrspolitiker fordern Änderungen
Anders als in der ursprünglichen Empfehlung aus dem Bundesverkehrsministerium fordern die Verkehrspolitiker allerdings im Zuge des Neubaus weitere Maßnahmen, die den Wünschen aus den betroffenen Regionen Rechnung tragen sollen. Dazu gehören unter anderem zusätzlicher Lärmschutz, eine Trassenführung, die das Mahnmal "Rampe Bergen" der Gedenkstätte Bergen-Belsen schützt sowie der Ausbau der geplanten Überholbahnhöfe Soltauer Heide und Bergen zu Regionalverkehrshalten.
Verbesserungen auch für Bestandsstrecke vorgesehen
Wichtig ist den Verkehrspolitikern außerdem, dass es kurzfristige Verbesserungen auf der Bestandsstrecke gibt, zu denen Arbeiten an Weichen und Gleisen und die Errichtung von Lärmschutzwänden gehören. Und für die geplante Korridorsanierung 2029 schreibt die Beschlussvorlage mehrere Maßnahmen vor, die die Kapazitäten auf der Bestandsstrecke erhöhen soll.
Bundestag soll nächste Woche entscheiden
Die Beschlussvorlage von Union und SPD ist das Ergebnis monatelanger Beratungen von Bundestagsabgeordneten und Vertretern der Region. Heute werden die Wahlkreisabgeordneten über den Entwurf der Vorlage informiert. Am kommenden Mittwoch sollen dann der Verkehrs-, der Haushalts- und der Kulturausschuss entscheiden, am Donnerstag wird der Bundestag abstimmen. Die Mittel für die weiteren Planungen sind nach NDR Informationen im Haushalt 2027 bereits eingeplant.