Bahrain-Analyse: Verwarnung für Norris, saftige Strafe für Audi
In Malaysia ist es gleich bereits 23:00 Uhr und damit sind wir hier am Ende dieses sehr langen Rennsonntages angekommen. Schon morgen melden wir uns aber mit einer neuen Tickerausgabe zurück, um die weiteren Themen aus Sepang aufzuarbeiten.
Der nächste Grand Prix findet dann bereits am kommenden Wochenende in Singapur statt. Habt noch einen schönen Rest-Sonntag, kommt morgen gut in die neue Woche und bis dann!
Andrea Stella fasst das Geschehen bei McLaren in Malaysia derweil so zusammen: "Die Realität ist, dass unser Fahrzeugpaket an diesem Wochenende in puncto Leistung auf dem vierten Platz lag."
"Selbst wenn wir bei jeder Entscheidung alles richtig gemacht hätten, glaube ich nicht, dass wir mehr als Oscars sechsten Platz hätten erreichen können", stellt der Teamchef klar.
"Natürlich hätten wir mit Lando ein paar Punkte mehr holen können, wenn er beim zweiten Restart nicht in die Auslaufzone geraten wäre. Aber was die Bewertung unserer Gesamtleistung angeht, hätte das keinen Unterschied gemacht", so Stella.
Er betont: "Wir müssen die Ergebnisse der letzten beiden Rennen sorgfältig analysieren und herausfinden, wie wir unsere Leistung wieder auf das Niveau bringen können, das wir um die Sommerpause herum hatten, als wir zwei Siege und drei Polepositions errungen haben."
"Zweifellos haben einige unserer direkten Konkurrenten - wie beispielsweise Red Bull - einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht, und nun liegt es an uns, darauf zu reagieren, damit wir wieder um Podiumsplätze kämpfen und versuchen können, unsere Position in beiden Meisterschaften zu verbessern."
Wir kommen noch einmal zurück zu den Teamchefs, denn bei Ferrari erklärt Frederic Vasseur: "Insgesamt ist unser Ergebnis gut, vor allem wenn man bedenkt, wo wir am Ende der ersten Runde standen."
"Nach einem Rückfall ans Ende des Feldes den dritten und vierten Platz zu belegen, ist eine sehr starke Aufholjagd des gesamten Teams", lobt er und erklärt, dass die Reifenwahl zu Beginn natürlich "falsch" gewesen sei.
Er betont aber auch: "Wir sind ruhig geblieben, haben alles gut umgesetzt und die richtigen Entscheidungen getroffen. Die Strategie hat wie geplant funktioniert, unser Tempo war stark, und sowohl Lewis als auch Charles haben ihre Reifen hervorragend gemanagt, während sie sich durch das Feld nach vorne gekämpft haben."
"Wir haben wertvolle Punkte geholt, uns einen weiteren Podiumsplatz gesichert und unter schwierigen Bedingungen ein starkes Tempo gezeigt", so Vasseur.
Alpine gehörte auf der anderen Seite zu den Teams, die beide Autos auf Slicks ins Rennen schickten. "Das erschien uns allen sinnvoll, und ich habe die getroffene Entscheidung unterstützt", stellt Pierre Gasly klar.
Und auch Franco Colapinto, der ohnehin vom Ende des Feldes starten musste, betont: "Ich war in der richtigen Position, um ein solches Risiko mit den Reifen einzugehen."
"Aber die Strecke trocknete nicht schnell genug ab, und wir haben viel Zeit verloren", so der Argentinier, der auch berichtet, dass die Pace auf den Slicks später "sehr gut" gewesen sei.
Doch anders als bei Ferrari gab es für Alpine kein "Happy End" mehr. Colapinto landete auf P13, Gasly wurde sogar nur 16. "Es war ein schmerzhafter Tag und ein schwieriges Ergebnis", so der Franzose.
Williams machte am Anfang alles richtig und setzte beide Piloten auf die Intermediates. Dadurch lagen beide kurz in den Punkten. "Leider war das nur von kurzer Dauer, da das Safety-Car dafür sorgte, dass alle wieder aufschließen konnten", so James Vowles.
Zu allem Überfluss wurde Carlos Sainz beim Restart dann auch noch von Gabriel Bortoleto abgeräumt. "Das ist schade, denn wir hatten die Chance, ein gutes Ergebnis zu erzielen", ärgert sich der Spanier.
Gleichzeitig gesteht man bei Williams aber auch, dass die Pace an diesem Wochenende nicht da war. "Von diesem Zeitpunkt an haben wir es zwar nicht perfekt hinbekommen, aber uns fehlte auch einfach die nötige Geschwindigkeit", so Teamchef Vowles.
Sainz wurde am Ende 17., während Alexander Albon mit einem Getriebeproblem ausfiel.
Glück im Unglück: Lando Norris kommt mit einer Verwarnung für die Aktion hinter dem Safety-Car davon. Auch hier das lange Urteil der Rennkommissare im Wortlaut:
"Während er dem Safety-Car folgte, näherte sich NOR hinter einer Gruppe von Fahrzeugen der Kurve 1. Das Auto mit der Startnummer 63 (George Russell) war vor Kurve 1 aufgrund eines technischen Problems stehen geblieben, was dazu führte, dass die vor NOR fahrenden Fahrzeuge langsamer wurden."
"NOR erklärte, dass es aufgrund der tief stehenden Sonne und der daraus resultierenden Sichtverhältnisse schwierig war zu erkennen, dass die vorausfahrenden Fahrzeuge früher als normalerweise zu erwarten gewesen wäre, begonnen hatten, langsamer zu werden."
"NOR schätzte daraufhin seine Annäherungsgeschwindigkeit falsch ein und näherte sich den vorausfahrenden Fahrzeugen zu schnell. Als er dies bemerkte, bremste er stark ab und lenkte bewusst nach links, auf die Kerbs und dann in das Kiesbett, um einen Kontakt mit den vorausfahrenden Fahrzeugen zu vermeiden."
"Durch das Befahren der Kerbs hatte NOR den für das Bremsen verfügbaren Grip verringert, was seine Fähigkeit, das Auto abzubremsen, weiter einschränkte. Dabei überholte NOR kurzzeitig das Auto 81 (Oscar Piastri), der direkt vor ihm fuhr."
"Die Rennkommissare prüften, ob dies ein Überholmanöver darstellte, während das Safety-Car im Einsatz war. Obwohl NOR vorübergehend vor PIA lag, geschah dies ausschließlich als Folge davon, dass NOR bei seinem Ausweichmanöver die Strecke verließ."
"PIA überholte NOR sofort wieder, während NOR sich außerhalb der Strecke befand. Die Rennkommissare kamen daher zu dem Schluss, dass dies kein Überholmanöver darstellte, und ergriffen keine weiteren Maßnahmen in Bezug auf diesen Aspekt des Vorfalls."
"Die Rennkommissare waren zudem der Ansicht, dass NOR insbesondere während der Fahrt hinter dem Safety-Car den Abstand zu den vorausfahrenden Fahrzeugen und seine Annäherungsgeschwindigkeit mit größerer Sorgfalt hätte kontrollieren müssen."
"Die herrschenden Sichtverhältnisse waren Umstände, die NOR bei der Festlegung einer angemessenen Geschwindigkeit und eines angemessenen Abstands zu den vorausfahrenden Fahrzeugen hätte berücksichtigen müssen, und stellten keinen Grund dar, der das daraus resultierende Fahrverhalten entschuldigte."
"Die Notwendigkeit einer starken Bremsung und eines Ausweichmanövers in den Kies zeigte, dass NOR unter den gegebenen Umständen keinen angemessenen Abstand eingehalten hatte."
"Die Rennkommissare kamen daher zu dem Schluss, dass NOR unberechenbar gefahren ist und damit gegen Artikel B5.13.2a des FIA-F1-Reglements verstoßen hat. Eine solche Situation sollte beim Fahren hinter dem Safety-Car nicht auftreten, und NOR war verpflichtet, einen ausreichenden Abstand zu den vorausfahrenden Fahrzeugen einzuhalten."
"Da NOR jedoch umgehend reagierte, sobald er die Situation erkannte, und einen Zusammenstoß erfolgreich vermeiden konnte, halten die Rennkommissare eine Verwarnung für angemessen."
"Die Rennkommissare prüften gesondert die Rückkehr von NOR auf die Strecke. Obwohl sich das Auto mit der Startnummer 18 (Lance Stroll) in relativer Nähe befand, kehrte NOR schrittweise zurück, ohne dass STR Ausweichmanöver durchführen musste oder anderweitig eine unsichere Situation entstand."
"Die Rennkommissare kamen daher zu dem Schluss, dass die Rückkehr auf die Strecke sicher war. Die Rennkommissare prüften außerdem, ob NOR nach seiner Rückkehr auf die Strecke STR während des Einsatzes des Safety-Cars überholt hatte."
"Die Videoaufnahmen zeigten, dass NOR bei seiner Rückkehr aus dem Kies bereits mit mindestens einem Rad die weiße Linie überquert hatte und somit wieder auf der Strecke war. Zu diesem Zeitpunkt befand er sich vor STR, und zu keinem Zeitpunkt überholte NOR STR."
"Vielmehr näherte sich STR NOR, während NOR bereits dabei war, auf die Strecke zurückzukehren. Die Rennkommissare kamen daher zu dem Schluss, dass NOR STR nicht unter Safety-Car-Bedingungen überholt hatte, und ergreifen daher auch keine weiteren Maßnahmen in Bezug auf diesen Teil des Vorfalls."
"Dementsprechend verhängen die Rennkommissare gegen NOR eine Verwarnung wegen unberechenbarer Fahrweise. Es werden keine weiteren Maßnahmen in Bezug auf die Rückkehr auf die Strecke oder das angebliche Überholen während des Einsatzes des Safety-Cars ergriffen."
Der Franzose lag nach dem Ausfall von Russell auf P3, fiel allerdings noch hinter die beiden Ferrari-Piloten zurück. "Irgendetwas stimmte nicht", sagt der Red-Bull-Pilot daher - und meint nicht nur die letzten Rennrunden.
"Das ganze Wochenende über waren wir schneller [als Mercedes]. Und jetzt, im Rennen, waren absolut nirgendwo", winkt Hadjar ab und verrät: "Das Auto ließ sich furchtbar fahren."
Zu allem Überfluss habe er dann in den letzten Runden auch noch Probleme mit der Batterie gehabt. "Auf den Geraden konnte ich mich also nicht gegen Ferrari verteidigen, und so haben wir das Podium wegen so einer Dummheit verloren", ärgert er sich.
Doch auch davor habe ihm schon die Pace gefehlt, stellt er klar. "Das ganze Wochenende über war ich ziemlich schnell. Wir müssen das Problem beheben", fordert er daher.
Jetzt kommen dann auch die Urteile der Rennkommissare nach und nach rein. Nico Hülkenberg bekommt zwar keine sportliche Strafe für die unsichere Freigabe, aber Audi muss tief in die Tasche greifen.
30.000 Euro muss man zahlen, wobei zumindest 20.000 davon zur Bewährung ausgesetzt sind. Hier das Urteil im Wortlaut:
"Während des Boxenstopps von Wagen 27 (HUL) zeigte das automatische Freigabesystem zunächst ein grünes Licht an, nachdem alle vier Radschlüssel von den Radmuttern entfernt worden waren und die jeweiligen Mechaniker das Freigabesystem aktiviert hatten."
"Ein Mechaniker befand sich jedoch noch vor dem Wagen in der Nähe des linken Vorderrades, nachdem er den Frontflügel justiert hatte. Das Team erklärte, dass sein Freigabeverfahren eine zusätzliche manuelle Sicherheitsüberprüfung durch einen Kontrolleur vorsieht."
"Als das zuständige Teammitglied bemerkte, dass sich der Mechaniker noch vor dem linken Vorderrad befand, wurde das Freigabesignal sofort wieder auf Rot umgeschaltet."
"HUL begann zunächst, sich als Reaktion auf das grüne Licht von der Boxenstopp-Position zu entfernen. Er erkannte jedoch sofort, dass das Licht wieder auf Rot umsprang, da sich der Mechaniker noch vor dem Fahrzeug befand, und reagierte umgehend, indem er das Fahrzeug anhielt, bevor es die Boxenstopp-Position vollständig verlassen hatte."
"Die Rennkommissare prüften, ob das anfängliche grüne Signal an sich bereits eine unsichere Freigabe darstellte. Artikel B1.6.2 definiert, wann ein Fahrzeug als von seiner festgelegten Boxenstopp-Position freigegeben gilt."
"Maßgeblich ist dabei der Zeitpunkt, zu dem die Hinterachse die Position passiert hat, die zuvor von der Vorderachse eingenommen wurde, während das Fahrzeug in seiner festgelegten Boxenstopp-Position stand."
"Dementsprechend wurde das Fahrzeug, obwohl das ursprüngliche grüne Signal vorzeitig gegeben wurde und eine unsichere Situation verursachte, nicht im Sinne von Artikel B1.6.2 'freigegeben', solange diese Situation bestand."
"Die Rennkommissare stellen daher fest, dass keine unsichere Freigabe vorlag. In diesem Fall wurde das erste grüne Signal zwar vorzeitig gegeben, doch das Sicherheits-Ausweichverfahren des Teams funktionierte wie vorgesehen, und das Signal wurde wieder auf Rot umgeschaltet, bevor das Fahrzeug aus seiner Boxenstopp-Position freigegeben worden war."
"Dennoch führte das automatisch vorzeitig gegebene grüne Signal zu einer unsicheren Situation. Zwar stellen die Rennkommissare fest, dass die Umstände keinen unsicheren Start darstellten, doch führte das vorzeitige grüne Signal dennoch zu einer unsicheren Situation, in die ein Mechaniker des Teams verwickelt war."
"Die Rennkommissare verhängen daher eine Geldstrafe in Höhe von 30.000 Euro gegen den Teilnehmer, wovon 20.000 Euro für den Rest der Saison 2026 ausgesetzt werden, vorausgesetzt, es kommt zu keinem weiteren ähnlichen Verstoß."
"Der erhebliche ausgesetzte Anteil soll den Teilnehmer dazu anregen, seine Freigabeverfahren zu überprüfen und, falls erforderlich, zu verbessern, um eine Wiederholung einer solchen unsicheren Situation zu verhindern."
Toto Wolff nimmt nach dem heutigen Rennen kein Blatt vor den Mund und erklärt: "Das war das schlechteste Wochenende der Saison für uns. Es tut weh, und ich bin unglaublich traurig für George und alle im Team."
George ist ein hervorragendes Rennen gefahren und war auf dem besten Weg zu einem sehr starken Ergebnis, aber wir haben ihn im Stich gelassen. Die Realität ist, dass uns das in diesem Jahr schon zu oft passiert ist - und das ist nicht akzeptabel."
"In Malaysia waren wir weder schnell noch zuverlässig genug. Das ist die Wahrheit", so der Teamchef, der betont: "Jetzt müssen wir genau analysieren, was an diesem Wochenende passiert ist."
"Im Vergleich zu unseren direkten Konkurrenten und unserer Form in den letzten Rennen sind wir unter unseren Möglichkeiten geblieben", betont Wolff. Man wolle in Singapur am nächsten Wochenende "eine bessere Leistung" zeigen.
Bei Haas splittete man die Strategie beim Start, was dazu führte, dass Oliver Bearman auf Slicks losfahren musste. "Das war nicht meine Entscheidung. Ich habe darauf bestanden, dass wir mit Intermediates beginnen", stellt er klar.
Die Chance, dass der Slick richtig sei, habe bei "null Prozent" gelegen, betont er. "Aber das Team beschloss in letzter Minute, mich auf Slick-Reifen zu setzen, wovon ich nichts wusste", so Bearman.
"Ich war damit nicht einverstanden, und im Nachhinein bin ich es immer noch nicht", sagt er. Doch letztendlich mache er dem Team auch keine Vorwürfe, auch wenn es ärgerlich sei, dass er und nicht der Teamkollege die Slicks bekommen habe.
"Ich lag vor Esteban [Ocon]. Ich finde es etwas unfair, dass mir diese riskante Strategie auferlegt wurde", so Bearman, der letztendlich wie sein Teamkollege auch ohne Punkte blieb.
Ocon lag zwar zu Beginn in den Punkten, wurde am Ende aber nur 15. "Es sah gut aus, was die Punkte angeht. Sobald wir den Boxenstopp gemacht hatten, ging es aber bergab, daher müssen wir uns ein paar Dinge genauer ansehen", grübelt er.
Teamchef Ayao Komatsu ergänzt: "Leider ist er beim Einfahren in die Boxengasse zu weit nach außen gekommen, und unser Boxenstopp verlief nicht optimal, sodass wir eine Position an einen der Racing Bulls verloren haben."
"Anschließend haben wir die neuen Reifen zu stark beansprucht, und von da an war Estebans Rennen ruiniert."
Der Spanier holte heute P8 und damit das beste Saisonergebnis für Aston Martin. Insgesamt sei es "ein besseres Wochenende" gewesen, sagt er, betont aber auch, dass das vor allem an der Strecke gelegen habe.
"Mal sehen, ob wir dieses Tempo beibehalten können, vor allem in Singapur, wo wir am kommenden Wochenende einige Hoffnungen hegen", so der Spanier.
Mit dem Ergebnis ist er zwar happy, aber dass der erste Start abgebrochen wurde, dafür hat er kein Verständnis. "Ich glaube, ich hatte dieses Jahr eine DNF-Quote von 50 Prozent. Und für uns wurde das Rennen nie unterbrochen", zuckt er die Schultern.
"Das sehe ich zum ersten Mal so. Im Moment habe ich noch nicht alle Informationen. Vielleicht gibt es ja eine klare Erklärung dafür und es ist alles in Ordnung", so Alonso. Vermutlich wusste er da noch nichts von dem Bug.
Auch das hat Tombazis verraten. Er erklärt: "Die Software wird von der FIA in Zusammenarbeit mit den Teams entwickelt. Sie ist Teil des Standardcodes, den wir haben und der für alle Fahrzeuge gilt."
"Wir sind die Regulierungsbehörde und tragen diese Verantwortung, aber diese Software wird von der FIA, dem Lieferanten der Standard-ECU sowie den Teams und den Antriebsherstellern gemeinsam entwickelt. Keiner von ihnen hat das Problem vorhergesehen."
"Es handelt sich eindeutig um FIA-Software. Wir spielen dabei natürlich eine große Rolle. Wir müssen uns verbessern, aber es handelt sich um Software, die gemeinsam von der gesamten Formel-1-Branche entwickelt wird", stellt er klar.
Inzwischen hat die FIA außerdem ein offizielles Statement zu den Problemen veröffentlicht. Dort heißt es:
"In der Einführungsrunde vor dem Grand Prix von Bahrain in Malaysia führte eine beispiellose Kombination aus niedriger Motordrehzahl, Bedingungen mit geringem Grip, Energiemanagement-Einstellungen für nasses Wetter und der Sektorkonfiguration der Rennstrecke von Sepang bei einer Reihe von Fahrzeugen zu einem unbeabsichtigten Leistungsverlust."
"Infolgedessen hob die technische Abteilung der FIA die Energiebegrenzung in den betroffenen Sektoren durch eine aktualisierte Softwareversion auf, die während der durch starken Regen verursachten Rennunterbrechung an alle Teilnehmer verteilt wurde, sodass die Teams vor dem Start des Rennens die notwendigen Änderungen an der Antriebseinheit vornehmen konnten."
"Dieses Problem war weder von der FIA noch von den Teams während der Testfahrten oder in den Runden zur Startaufstellung erkannt worden. Die FIA wird gemeinsam mit den Teams und den Antriebseinheit-Herstellern eine umfassende Untersuchung des Vorfalls durchführen."
Weil wir gerade beim Thema sind: Nikolas Tombazis von der FIA erklärt, dass es sich um einen "Bug" in der Standard-Elektronik gehandelt habe. "Wir konnten die Software nicht so ausgiebig testen, wie wir es uns gewünscht hätten, da es in diesem Jahr nur sehr wenig im Nassen gefahren wurde und eine Reihe von Umständen zusammenkam, die dazu führten, dass dieser Fehler auftrat", erklärt er.
Der Bug habe dazu geführt, dass die Fahrer keine Leistung mehr hatten. Auslöser seien wohl die sehr langsamen Geschwindigkeiten gewesen. "Ich glaube, wenn wir etwas mehr Tests durchgeführt hätten, hätten wir das Problem wahrscheinlich rechtzeitig erkennen und eine solche Situation vermeiden können", so Tombazis, der verrät, dass der Bug dann umgehend behoben wurde.
Noch während der Unterbrechung bekamen die Teams eine neue Software, die sie installieren konnten. "Das alles hat etwa 20 Minuten gedauert. Für die Zuschauer, die auf das Rennen gewartet haben, und für alle anderen mag es sich wie fünf Stunden angefühlt haben, was verständlich ist, und das tut uns leid."
"Aber ich denke, angesichts des Problems war das eine ziemlich schnelle Reaktion", betont er.
Der erste Startversuch musste wegen Problemen mit der Software an den Autos abgebrochen werden. Lando Norris sagt dazu: "Das beweist einfach, dass wir so etwas - also den elektronischen Teil - gar nicht erst haben sollten."
Charles Leclerc verrät: "Wir kamen nur noch mit etwa 20 km/h voran. Es ist schon ein bisschen beängstigend, so etwas bei einem Formel-1-Wagen zu sehen." Denn das hätte zu einem großen Unfall führen können.
Und Sergio Perez sagt, dass es sich wie in einem Leihkart angefühlt habe. "Ich bin mir sicher, dass wir als Sport davon lernen werden. Aber was heute passiert ist, ist für den Sport völlig inakzeptabel", so der Mexikaner.