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Baku-Freitag in der Analyse: Russell-Pole nach Antonelli-Crash!

Sport

In Baku ist es gleich schon 21:00 Uhr, und damit endet der Qualifying-Freitag an dieser Stelle. Für euch geht der Abend aber wie versprochen noch weiter mit unserer großen Liveanalyse auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de.

Kevin Scheuren und Christian Nimmervoll melden sich zur besten Sendezeit um 20:00 Uhr MESZ bei euch, und wir sind hier morgen wieder mit einem neuen Ticker zurück. Rennstart in Baku ist dann bereits um 13:00 Uhr MESZ.

Habt noch einen schönen Abend, viel Spaß mit unserer Analyse und bis dann!

Wenig überraschend geht Pirelli morgen nur von einem Boxenstopp aus. Dario Marrafuschi erklärt: "Die bisher gesammelten Daten bestätigen, dass eine Einstoppstrategie nach wie vor die wettbewerbsfähigste Option ist."

"Kombinationen mit den Medium- und Soft-Reifen scheinen angesichts des geringen Verschleißes besonders effektiv zu sein. Der Einsatz der harten Mischung im zweiten Stint könnte eine erwägenswerte Alternative sein, sollte es zu einer frühen Neutralisierung kommen", so der Italiener.

Heißt: Bei einem frühen Safety-Car könnten alle auf die harten Reifen wechseln und danach bis zum Ende durchfahren. Ansonsten werden wir den weißen Pneu morgen wohl höchstens in Ausnahmefällen sehen.

Weil wir gerade beim Kampf um P5 in der WM sind: Erstmals seit Miami im Mai haben die Racing Bulls heute kein Auto in die Top 10 im Qualifying gebracht. "Es war für uns ein schwieriges Wochenende, sowohl im Training als auch im Qualifying, und uns hat definitiv ein Teil unserer gewohnten Wettbewerbsfähigkeit gefehlt", gesteht Technikchef Tim Goss.

Liam Lawson ergänzt nach P12: "Es war ein ziemlich frustrierender Tag, aber ich finde, wir haben zwischen den Sessions einen weiteren Schritt nach vorne gemacht. Meine letzte Runde im Qualifying war bis auf die letzten beiden Kurven wirklich gut."

"Wir hatten mit Überhitzung zu kämpfen und konnten keinen Windschatten nutzen, der hier wirklich entscheidend ist", so Lawson, der glaubt: "Mit einem Windschatten hätten wir meiner Meinung nach gute Chancen gehabt, ins Q3 zu kommen."

Arvid Lindblad wurde nach seinem Crash gestern sogar nur 15. und erklärt: "Es war kein toller Tag für uns. Das Wochenende war von Anfang an eine Herausforderung. Mein Crash gestern hat nicht gerade geholfen, ebenso wenig wie die Tatsache, dass ich im Training einige Runden verpasst habe."

Mal schauen, ob morgen noch Punkte drin sind. Durch die Sainz-Strafe wird Lawson ja immerhin von P11 ins Rennen gehen.

Pierre Gasly geht morgen von P7 ins Rennen, Franco Colapinto durch die Sainz-Strafe von P9. Alpine hat damit eine gute Chance, in der WM weitere Punkte auf die Racing Bulls im Kampf um P5 aufzuholen.

"Ich bin sehr zufrieden mit dem Qualifying heute", berichtet Gasly und verrät: "Das Team hat das ganze Wochenende über hervorragende Arbeit geleistet und das Auto so eingestellt, dass ich mich wohlfühle und während der gesamten Runde an jeder Stelle voll pushen kann."

Teamkollege Colapinto ergänzt: "Leider verlief Q3 für mich nicht so gut, wie es hätte sein können. In Kurve 15 blockierten meine Räder, und ich musste meine letzte Runde aufgrund eines Bremsplatten mit starken Vibrationen absolvieren."

Trotzdem wurde es für das Team am Ende ein gutes Gesamtergebnis.

Wir haben ja schon über seine Probleme heute im Qualifying gesprochen. Nun hat der Niederländer verraten: "Wenn es noch Fragezeichen gibt, müssen wir den Motor austauschen."

Eine Strafe würde das aber nicht nach sich ziehen, denn: "Wir haben noch einen weiteren Motor im Pool", betont Verstappen. Daher wäre theoretisch ein straffreier Wechsel möglich.

Ganz ohne Motorenstrafe wird es in diesem Jahr aber wohl nicht gehen. "Irgendwann muss es auf jeden Fall eine Strafe geben", verrät Verstappen in diesem Zusammenhang.

In Baku würde Red Bull aber wohl noch darauf verzichten und auf einen älteren Motor zurückgreifen.

Für Aston Martin geht an diesem Wochenende wieder einmal nichts. Fernando Alonso erklärt daher im Hinblick auf sein Ziel für morgen: "Versuchen, das Rennen ohne Fehler zu beenden, so wie ich es heute getan habe, und das Auto nicht zu beschädigen."

"Wir kämpfen nicht um besonders wichtige Plätze, daher ist es wichtig, das Auto für den Triple-Header intakt zu halten. Es stehen jetzt drei Rennen an, also müssen wir auf die Ersatzteile und solche Dinge achten", betont er.

Letztendlich verliere man einfach zu viel Zeit auf den Geraden, so Alonso. Und Teamkollege Lance Stroll ergänzt: "Wir haben einfach keine Leistung und keinen Abtrieb." Aber das sei schon das ganze Jahr lang so.

Der Red-Bull-Pilot ist mit P4 nicht unzufrieden, betont aber auch: "Ich habe einfach das Gefühl, dass ich noch mehr Runden im Auto gebraucht hätte, um den zweiten Startplatz zu erreichen."

"Ich bin zufrieden mit mir selbst, aber wenn ich die letzten drei Rennen gefahren wäre, dann wäre ich definitiv Zweiter in der Startaufstellung. Ich habe das Gefühl, dass es eine schwierige Strecke ist, wenn man nach zwei Monaten zurückkehrt", erklärt er.

Denn bei seinem Comeback habe er zunächst kein Risiko eingehen wollen, verrät er. Dieser langsamere Start ins Wochenende sei auch richtig gewesen, betont Hadjar. Aber vielleicht fehlte ihm dadurch in Q3 das letzte bisschen.

Der Australier erklärt nach P3: "Ich bin sehr zufrieden mit dem heutigen Ergebnis. Wir hatten während des gesamten Trainings nicht das nötige Tempo, daher ist es ein sehr gutes Gefühl, unter die Top 3 und so nah an P2 heranzukommen."

Teamchef Andrea Stella ergänzt: "P3 und P5 sind ein Ergebnis, über das wir uns nach einem bislang anspruchsvollen Wochenende freuen. Die Eigenschaften der Rennstrecke kamen unserem Auto nicht besonders entgegen, sodass wir im Training etwas ins Hintertreffen geraten waren."

Er gesteht jedoch: "Wir sollten uns bewusst machen, dass die Endplatzierungen durch Probleme bei einigen unserer Konkurrenten begünstigt wurden, darunter Andrea Kimi Antonelli und Max Verstappen, die durchaus in der Lage schienen, um die Poleposition mitzukämpfen."

Heißt: In einem "normalen" Qualifying wären diese beiden wohl irgendwo ganz vorne gelandet - und damit vor den McLaren-Piloten. Der gute dritte Platz entspricht daher vermutlich nicht ganz der eigentlichen Performance.

Im Hinblick auf morgen ergänzt Stella: "Unser Ziel ist es, im Rennen zu bleiben, um einen Podiumsplatz zu kämpfen und bereit zu sein, jede sich bietende Gelegenheit zu nutzen."

Jetzt ist auch das zweite Urteil da und für Williams kommt es knüppeldick. Sainz muss ganze fünf Positionen in der Startaufstellung zurück. Damit startet er morgen nur von P14 und noch hinter seinem Teamkollegen. Hier die Begründung der Rennkommissare im Wortlaut:

"In den Marshalling-Sektoren 4 und 5 wurden einzelne gelbe Flaggen gezeigt, insbesondere nach Kurve 2 und auf der Zufahrt zu Kurve 3. Die gelben Signale waren deutlich sichtbar, und SAI hatte zudem eine Funkwarnung vom Team erhalten: 'Gelb voraus, vom Gas.'"

"SAI bestätigte bei der Anhörung, dass er sich der Situation mit den gelben Flaggen bewusst war. SAI erklärte, er habe beabsichtigt, eine Geschwindigkeitsreduzierung über den gesamten gelben Bereich hinweg zu demonstrieren."

"Er gab an, dass er es nicht für notwendig gehalten habe, auf der Geraden die Geschwindigkeit zu verringern, sondern stattdessen seine Reaktion bei der Annäherung an und beim Verlassen von Kurve 3 demonstrieren wollte."

"Er betrachtete dies als eine 'globale Geschwindigkeitsreduzierung', die sich über die aufeinanderfolgenden gelben Sektoren erstreckte. Er erklärte ferner, dass das Fahrzeug, das ursprünglich die gelbe Flagge ausgelöst hatte, sich nicht mehr im Auslaufbereich befand und dass er davon ausgegangen sei, dass die gelben Flaggen zurückgezogen würden."

"Die Rennkommissare akzeptierten diese Auslegung nicht. Wenn aufeinanderfolgende Marshalling-Sektoren unter Gelbe-Flaggen-Bedingungen stehen, muss ein Fahrer in jedem einzelnen Gelb-Marshalling-Sektor eine deutliche Reaktion zur Geschwindigkeitsreduzierung zeigen."

"Eine Geschwindigkeitsreduzierung in einem nachfolgenden Sektor kann die für den vorangegangenen Gelb-Sektor geltende Anforderung nicht nachträglich erfüllen. Die Verpflichtung hängt auch nicht von der eigenen Einschätzung des Fahrers ab, ob die ursprüngliche Gefahr in einem bestimmten Teil des Gelb-Sektors weiterhin besteht."

"Die Telemetriedaten zeigten eindeutig, dass die Reaktion von SAI auf die gelbe Flagge ausschließlich im Marshalling-Sektor 5 stattfand. Im Marshalling-Sektor 4 gab es keine nennenswerte Geschwindigkeitsverringerung, die realistischerweise als Reaktion auf die gelbe Flagge gewertet werden könnte. Tatsächlich fuhr SAI im Marshalling-Sektor 4 seine schnellste Zeit der Session."

"Die Rennkommissare akzeptierten daher nicht, dass die anschließende Geschwindigkeitsverringerung im Marshalling-Sektor 5 eine ausreichende 'globale' Reaktion darstellte, die beide Sektoren abdeckte. Dies ist von Fällen zu unterscheiden, in denen die Telemetriedaten eine signifikante Reaktion auf die gelbe Flagge zeigen, auch wenn die Verringerung der Gesamtsektorzeit relativ gering ist."

"Im vorliegenden Fall war sich SAI der gelben Flagge bewusst, hatte eine ausdrückliche Warnung vom Team erhalten, die Anzeigen für die gelbe Flagge waren deutlich sichtbar und die Telemetriedaten belegten, dass er im Marshalling-Sektor 4 nicht die erforderliche Reaktion zeigte."

"Die Rennkommissare stellen daher fest, dass SAI es versäumt hat, seine Geschwindigkeit unter der einzelnen gelben Flagge im Marshalling-Sektor 4 ausreichend zu verringern. Die Standardstrafe gemäß den Strafrichtlinien für diesen Verstoß während des Qualifyings ist ein Rückversetzen um fünf Startplätze."

Das Sainz-Urteil ist noch nicht da, dafür muss Sergio Perez in der Startaufstellung drei Plätze nach hinten, weil er in Q1 Oscar Piastri einmal im Weg stand. Faktisch verliert er dadurch aber nur eine Position und startet morgen von P20 hinter seinem Teamkollegen. Ganz hinten stehen die beiden Aston-Martin-Piloten.

Die aktualisierte Startaufstellung findet ihr hier.

Die Untersuchung gegen ihn läuft noch, aber zumindest auf der Strecke holte der Spanier heute P9. Er betont jedoch, dass Williams mit Q3 etwas besser abschnitten habe, als es das Auto eigentlich zulasse.

"Ehrlich gesagt hat sich das Fahrgefühl des Autos [mit dem Update] nicht verändert, es ist einfach nur schneller. Wir haben ein grundlegendes Problem mit der Balance, an dem wir für das Auto des nächsten Jahres arbeiten müssen," betont er.

"Das wird sich erst lösen, wenn wir das Auto neu konstruieren. Wir arbeiten also gerade mit einem Auto, das weder Alex noch mir bisher besonders gefällt", erklärt Sainz, der sich aber natürlich trotzdem über P9 freut.

Dennoch warnt er: "Ich glaube, wir müssen Malaysia abwarten, damit ihr seht, wo wir realistisch gesehen stehen." Denn Q3 heute erzählt seiner Meinung nach eben nicht die ganze Geschichte.

"Ich glaube, in Malaysia werden wir einen Rückschlag erleiden", so Sainz. Doch heute könne man natürlich "stolz" auf die Leistung sein.

Der Franzose landete heute nur auf P14, nachdem er in Q1 noch Zehnter geworden war. Er ärgert sich: "Unglaublich. Wir waren auf dem Weg zu einer Q3-Runde, das Auto lief gut." Doch dann habe er eine gelbe Flagge erwischt.

"Ich weiß nicht, wer von der Strecke abgekommen ist, aber ich musste am Ausgang etwas vom Gas gehen, um sicherzugehen, dass ich keine Strafe bekomme", erklärt Ocon.

"Mir fehlen einfach die Worte. Ein anderes Rennwochenende, derselbe Mist", winkt er ab und betont: "Bei mir ist immer irgendetwas los, sei es nun das Auto oder etwas anderes."

"Ich habe all den Mist, den ich im Moment am Hals habe, nicht verdient", so Ocon. Teamkollege Oliver Bearman verpasste Q3 als Elfter ebenfalls knapp.

Der Mercedes-Pilot fuhr heute überlegen auf Pole. Im Hinblick auf das Rennen warnt er allerdings: "Wenn ich auf das gestrige Training zurückblicke, denke ich, dass Verstappen die größte Bedrohung war."

"McLaren sorgte zu Beginn von Q3 ebenfalls für eine große Überraschung. Sie belegten die Plätze eins und zwei, und das war eine Überraschung. Aber ich glaube, Verstappen wird eine Gefahr darstellen."

"Natürlich darf man Kimi nicht unterschätzen. Er ist in Monza von Platz 19 gestartet und liegt jetzt auf Platz 16 - also ja, diesmal dürfte er im Rennen schon ein paar Runden früher führen", schmunzelt er.

Aber vielleicht steckt ja ein Fünkchen Wahrheit drin ...

Der Brite ist mit P6 nicht zufrieden und erklärt: "Nach Q2 beschlossen sie, den Plan zu ändern und nur einen Run zu fahren. Dadurch war vorgesehen, dass ich ohne einen Vordermann auf die Strecke gehen würde."

So habe er Charles Leclerc in Q3 die ganze Zeit einen Windschatten gegeben, selbst aber nie einen gehabt. Alleine dadurch habe er mehrere Zehntelsekunden verloren. "Das passiert ständig. Deshalb habe ich mich schon daran gewöhnt", sagt er fast schon resignierend über die Umstände.

Gleichzeitig gesteht er bei Sky aber auch: "So oder so konnten wir nicht mit den Mercedes mithalten. Auf den Geraden sind sie einfach um Längen schneller als wir."

Apropos besseres Ergebnis: Max Verstappen wurde nicht nur von der gelben Flagge am Ende von Q3 eingebremst. Er berichtet: "Während des gesamten Qualifyings hatten wir zu wenig Leistung."

"Ich lag aus irgendeinem Grund durchgehend eine halbe Sekunde hinter Isaacs Auto zurück", so Verstappen. Den Grund dafür kenne man noch nicht.

"Dann in Q3, in der mittleren Runde, erreichte meine Batterie beim Herausfahren aus der letzten Kurve nicht 100 Prozent, sodass ich diese Runde abbrechen musste", berichtet er weiter.

"Das ganze Wochenende über haben wir gute Arbeit geleistet, ich bin mit dem Auto zufrieden. Und dann bricht im Qualifying plötzlich alles zusammen - wegen Problemen, auf die ich keinen Einfluss habe", ärgert er sich.

Sein Fazit: "In dieser Saison sind wir manchmal etwas zu anfällig." Dann P2 wäre seiner Meinung nach "locker" möglich gewesen.

Auch der Brite glaubt, dass er heute weiter vorne hätte landen können. "Ich glaube, ein zweiter Platz wäre möglich gewesen. Ich habe mich im Auto wohl gefühlt", so der Weltmeister bei Sky.

Über seinen Fehler in der letzten Runde sagt er: "Ich habe einfach etwas zu stark gebremst. Aber lieber scheitere ich beim Versuch, die Pole zu holen, als mich einfach mit dem dritten, vierten, fünften, sechsten Platz oder was auch immer zufrieden zu geben."

"Ich möchte eine perfekte Runde hinlegen, nicht nur eine durchschnittliche. Dafür habe ich den Preis bezahlt. Aber ansonsten war das Auto gar nicht so schlecht", so Norris, der am Ende auf P5 landete.

Letztendlich fehle aber auch auf den Geraden einfach der Speed, ergänzt er noch. "Das schränkt uns ein, weil es hier viele Geraden gibt. Es ist schmerzhaft, aber ich kann nichts dagegen tun", zuckt er die Schultern.

Im Hinblick auf das Rennen erklärt er: "Natürlich hoffe ich auf einen Podiumsplatz. Aber bei meiner Geschwindigkeit auf den Geraden ist das unmöglich."

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