DAX +1,62 % 25.590,77 Pkt 18:00:00 MDAX +2,07 % 30.495,47 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,79 % 6.164,69 Pkt 18:00:00 Dow Jones +0,31 % 52.377,57 Pkt 21:48:23 S&P 500 +1,30 % 7.722,60 Pkt 21:48:15 Nasdaq +2,01 % 26.477,81 Pkt 22:15:59 Nikkei +1,73 % 63.268,37 Pkt 07:45:03 Gold +0,91 % 4.075,10 USD 23:20:11 Silber +0,79 % 54,54 USD 23:18:43 Brent -5,50 % 109,44 USD 23:18:58 WTI -1,79 % 99,94 USD 23:20:11 Bitcoin +1,00 % 80.809,51 USD 23:30:18 EUR/USD -0,76 % 1,11330 USD 23:29:44 EUR/GBP -0,25 % 0,83640 GBP 23:30:25 EUR/CHF -0,18 % 0,92240 CHF 23:30:24 EUR/JPY -0,05 % 175,822 JPY 23:30:25

Ball ins Aus spielen - die falsche Erwartung ans Fairplay

Allgemein

Die 32. Minute in Amsterdam: Brian Brobbey ging zu Boden, die niederländischen Spieler stellten kurz ihr Spiel ein. Deutschlands Kapitän Joshua Kimmich spielte den Ball aber nicht ins Aus, sondern leitete den Treffer von Felix Nmecha ein - das 1:0. Hat die deutsche Mannschaft eine Regel gebrochen? Hat sie das Fairplay missachtet? Mitnichten.

Die Frage nach Regeln und Moral

Das Recht auf eine Spielunterbrechung hat im Regelwerk nur der Schiedsrichter. Er muss das Spiel sogar unterbrechen, wenn er eine ernsthafte Verletzung eines Spielers vermutet. Für die deutsche Mannschaft aber bestand keine regeltechnische Pflicht, den Ball ins Aus zu spielen.

Die moralische Ebene: Den Ball ins Aus zu spielen, wenn ein Gegenspieler oder ein Mitspieler am Boden liegt, gilt im Fußball als ein faires Verhalten. Genauso wie den Ball zurückzuspielen, wenn die gegnerische Mannschaft den Ball ins Aus gespielt hat. Doch bei diesem vermeintlich fairen Spiel kann es äußerst unfair zugehen.

UEFA ging 2008 vergeblich gegen das Verhalten vor

Denn den Ball ins Aus zu spielen kann sich als eines der letzten guten Mittel fürs Zeitschinden erweisen. Wer sich auf den Boden legt und seinen Mitspieler den Ball ins Aus spielen lässt, kann wertvolle Sekunden verplempern und sich dann auch noch auf den Ballbesitz freuen, wenn der Einwurf vom Gegner kommt.

Bei der EM 2008 versuchte die UEFA, dagegen vorzugehen und forderte die Spieler offen auf: Spielt den Ball nicht ins Aus. Und wer ihn ins Aus spielt, soll nicht erwarten, den Ball zurückzubekommen. Auch in Italien gab es solche Ansagen. Doch das kam kaum irgendwo an, bis heute hält sich der Hang zum vermeintlichen Fairplay.

Und viele Schiedsrichter waren froh über die Tatsache, dass sie gerade in der Schlussphase nicht die kontroverse Entscheidung einer Spielunterbrechung treffen müssen, wenn die Spieler ihnen das abnehmen und den Ball ins Aus spielen.

Arsène Wenger setzte Spielwiederholung durch

Auf die Spitze trieb das Fairplay Arsène Wenger als Trainer von Arsenal. Als sein Team 1999 im FA-Cup gegen Sheffield United das Fairplay in seiner solchen Situation missachtete, setzte er sich aus lauter Scham tatsächlich für ein Wiederholungsspiel ein.

Sheffield stimmte zu, der Verband auch - gegen alle Regeln. "Die einzige Möglichkeit, die Situation wiedergutzumachen, bestand darin, das Spiel noch einmal auszutragen", sagte Wenger.

Thema auch in der Bundesliga

Auch in Deutschland war das fehlende Fairplay häufiger in solchen Situationen Thema. 2016 kassierte der 1. FC Köln bei der TSG Hoffenheim das 1:1 in der Nachspielzeit. Kevin Volland hatte getroffen, die Hoffenheimer vorher den Ball aber nicht ins Aus gespielt, obwohl ein Kölner Spieler am Boden lag. Kölns Sportdirektor Jörg Schmadtke reagiert auf das fehlende Fairplay, indem er ein Kaugummi Richtung Hoffenheimer Bank warf.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren