Baltikum: Estland meldet unangekündigte russische Schießübungen in Grenznähe
Russland hat nach Angaben von Estland unangekündigte Schießübungen auf dem Peipussee durchgeführt. Nur wenige Kilometer von der estnischen Grenze entfernt hätten russische Einheiten eine Übung mitten auf dem See abgehalten. »Das ist definitiv nicht typisch. Russland hat bisher keine Aktivitäten mit Waffen auf dem Peipussee durchgeführt«, sagte Verteidigungsminister Hanno Pevkur. Der estnische Grenzschutz sei nicht informiert worden, habe die Lage aber überwacht und verfolgt. Die Übung soll den Berichten zufolge einen Tag nach dem Natogipfel am 9. Juli stattgefunden haben und auf der estnischen Seite zu hören gewesen sein. Der Peipussee liegt im Osten Estlands an der Grenze zu Russland. Die Grenze und dazugehörige Kontrolllinie verläuft durch das Gewässer. Estnisches Innenministerium äußert Kritik – und bleibt ruhig Vermutlich sollten die Teilnehmer der Übung das Abschießen von Marinedrohnen trainieren, sagte Pevkur. Sie hätten demnach auf ein sich bewegendes Ziel im Wasser geschossen. Estland wisse, welche Behörde oder Einheit die Übung organisiert habe. Weitere Details wollte der Minister nicht preisgeben. Auch der Grenzschutz machte keine näheren Angaben zu dem Vorfall.