Bären-Alarm direkt an bayerischer Grenze: Raubtier in Tirol gesichtet
rosenheim24-de Rosenheim Inntal Bären-Alarm direkt an bayerischer Grenze: Raubtier in Tirol gesichtet Von: Felix Graf Uns auf Google folgen In der Gemeinde Thiersee nahe der bayerischen Grenze ist am Montagmorgen (6. Juli) ein Braunbär gesichtet worden. Ein Landwirt und dessen Schwiegervater entdeckten das Raubtier in den frühen Morgenstunden in unmittelbarer Nähe eines bewohnten Bauernhofs. Thiersee (Bezirk Kufstein) – Der Vorfall ereignete sich im Ortsteil Hinterthiersee in der Nähe des sogenannten Wieshofs. Wie Bürgermeister Rainer Fankhauser gegenüber der Tiroler Tageszeitung bestätigte, war der Schwiegervater des Hofbesitzers der Erste, dem Meister Petz ins Auge fiel. Vom Hof aus entdeckte er das Tier in einer Entfernung von rund 300 bis 350 Metern auf dem Grat einer markanten Steilfläche. Als er das Tier daraufhin mit dem Fernglas genauer fixierte, spielte sich eine filmreife Szene ab: Der Bär stellte sich vor den Augen der Beobachter auf die Hinterbeine. Wie der Landwirt selbst im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung schilderte, blieb er im Nachgang zwar gelassen, gab jedoch zu bedenken: „Ich habe keine Angst, aber für die Kälber ist es blöd.“ Keine Risse verzeichnet – Gemeinde mahnt dennoch zur Vorsicht Glücklicherweise ist die Begegnung bislang absolut friedlich verlaufen. Laut Angaben des Bürgermeisters gegenüber der Tiroler Tageszeitung ist von dem Tier bis dato keinerlei akute Gefährdung oder ein Riss ausgegangen. Auch Nutztiere kamen nach Informationen von krone.at bisher nicht zu Schaden. Dennoch wurden das Land Tirol sowie der Bezirksjägerverband über das Auftauchen des großen Beutegreifers in Kenntnis gesetzt. Das Land Tirol bestätigte der Tiroler Tageszeitung, dass man sich in engem Austausch mit der örtlichen Jägerschaft befinde, um dem Vorfall akribisch nachzugehen. Auch interessant: Wie Bayerns berühmtester Bär zum Präparat wurde Die Gemeindeverwaltung fackelte nicht lange und veröffentlichte umgehend eine Warnung. In der Mitteilung wird betont, dass die Sichtung bereits an die zuständigen Stellen gemeldet wurde und dort eingehend überprüft wird. Für Einheimische, Wanderer und Urlauber gilt ab sofort erhöhte Aufmerksamkeit. Sicherheitshinweise der Gemeinde Thiersee: Verhalten im Wald: Insbesondere bei Aufenthalten im Wald ist von der Bevölkerung erhöhte Vorsicht geboten. Leinenpflicht für Hunde: Um unvorhersehbare Konfrontationen zu vermeiden, sind Hunde im Freien zwingend an der Leine zu führen. Keine Lockreize schaffen: Lebensmittelreste und Abfälle sollten unter keinen Umständen im Freien zurückgelassen werden, um Wildtiere nicht zusätzlich anzulocken. Die Gemeindeverwaltung versichert in ihrer Mitteilung zudem, dass sie in fortlaufend engem Austausch mit den zuständigen Fachbehörden steht und die Bevölkerung bei allen weiteren notwendigen Entwicklungen unverzüglich informieren wird. „Vergrämung“ als Option im Alpenraum Dass Bären durch Tiroler Reviere streifen, ist unterdessen laut krone.at längst keine Seltenheit mehr, besonders im Oberland gehören Nachweise mittlerweile fast zum alpinen Alltag. Allein im Bezirk Landeck wurde die Präsenz von Braunbären in diesem Jahr bereits achtmal amtlich nachgewiesen. Um auf solche Situationen flexibel reagieren zu können, hatte das Land Tirol erst in der vergangenen Woche eine spezielle Verordnung zur Besenderung und potenziellen Vergrämung eines Bären erlassen. Auch interessant: Vorsitzender der Jägervereinigung: „Wolf und Bär haben im Voralpenland nichts verloren“