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Bärenhund: Forscher entdecken neue Art bei Grabungen in Spanien

Wissenschaft

Die erneute wissenschaftliche Untersuchung eines Schädels, der bereits im Jahr 1999 in Els Casots in Spanien entdeckt worden war, führte zur Identifizierung einer bislang unbekannten Art. Ein Forschungsteam des Institut Català de Paleontologia Miquel Crusafont ordnete den Fund der Familie der Amphicyoniden zu. Diese ausgestorbene Säugetiergruppe vereinte anatomische Merkmale, die sowohl an Hunde als auch an Bären erinnern, weshalb ihre Vertreter in der Wissenschaft häufig als sogenannte „Bärenhunde“ bezeichnet werden. Bärenhund: Anatomische Merkmale von Hunden und Bären Als bei Ausgrabungsarbeiten im Jahr 1999 ein fossiler Schädel in Els Casots entdeckt wurde, ordneten Forscher den Fund zunächst einem bereits bekannten Vertreter der Gattung Paludocyon zu. Diese ausgestorbene Gattung gehörte zur Familie der Amphicyoniden und umfasste große Raubtiere mit einem geschätzten Körpergewicht von etwa 200 Kilogramm. Im Rahmen einer Doktorarbeit wurde der Schädel im Jahr 2014 erneut untersucht. Dabei traten deutliche anatomische Unterschiede zutage, die darauf hindeuteten, dass das Exemplar aus Els Casots erheblich kleiner war und vermutlich einen weniger kräftigen Körperbau besaß als die bislang bekannten Vertreter der Gattung. Auch interessant Ein Forschungsteam des Institut Català de Paleontologia Miquel Crusafont konnte diese Annahme schließlich bestätigen und nachweisen, dass der Schädel einer bislang unbekannten Gattung beziehungsweise Art der Amphicyoniden zuzuordnen ist, wie GEO in einem Artikel berichtet. Die neu beschriebene Art Paludocyon moyasolai erreichte nach den vorliegenden Rekonstruktionen ein Körpergewicht von etwa 50 bis 70 Kilogramm und besaß in ihrer Körpergröße ungefähr die Ausmaße eines großen Hundes. Besondere Aufmerksamkeit galt dem außergewöhnlich gut erhaltenen Gebiss des Fossils. Die deutlich ausgeprägten hinteren Mahlzähne liefern wichtige Hinweise auf die Ernährungsweise des Tieres. Nach Auffassung der Wissenschaftler handelte es sich um einen überwiegend fleischfressenden Jäger, dessen Nahrung vermutlich mittelgroße Huftiere wie frühe Rinder, Schafe, Ziegen, Hirsche sowie urzeitliche Schweinearten umfasste. Urzeit-Jäger lebte vor 15,9 Millionen Jahren Der neu beschriebene Bärenhund lebte vor etwa 15,9 Millionen Jahren in einer Landschaft, die sich grundlegend von der heutigen Umgebung von Els Casots unterschied. Das Zentrum dieses Lebensraumes bildete eine ausgedehnte Lagune, die von dichten subtropischen Wäldern umgeben war. In diesem Ökosystem kamen zahlreiche Tierarten vor, darunter Krokodile, Schlangen, Fische sowie eine vielfältige Säugetierfauna, zu der auch die Amphicyoniden gehörten. Spannende Achäologie-Artikel – für Sie recherchiert Die Ablagerungen der Lagune schufen günstige Bedingungen für die Fossilerhaltung. Zahlreiche Tierkadaver wurden nach ihrem Tod im feinkörnigen Sediment eingebettet und dadurch über Millionen von Jahren außergewöhnlich gut konserviert. Auf dieser Grundlage konnten Forscher eine artenreiche fossile Tiergemeinschaft rekonstruieren. Darüber hinaus weisen aktuelle Untersuchungen auf das Vorkommen einer weiteren, deutlich größeren Art der Bärenhunde hin, deren Körpergröße in etwa der eines heutigen Leoparden entsprach. Die wissenschaftliche Auswertung dieser Funde ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Für die paläontologische Forschung besitzt die Entdeckung eine hohe wissenschaftliche Bedeutung. Jeder neu beschriebene Vertreter der Amphicyoniden erweitert die Kenntnisse über die stammesgeschichtliche Entwicklung dieser ausgestorbenen Raubtiergruppe und trägt zur Rekonstruktion ihrer evolutionären Beziehungen bei. Darüber hinaus liefern die Fossilien wichtige Informationen über die ökologische Anpassung, die biologische Vielfalt und die möglichen Ursachen des späteren Aussterbens dieser Tiergruppe.

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