„Bares für Rares“ heute: 15.000 Euro für 180 Jahre altes Teleskop?
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Pulheim – „Bares für Rares“ ist seit Jahren eine echte Institution im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Horst Lichter (64) führt hier regelmäßig durch skurrile, faszinierende und manchmal auch fragwürdige Raritäten. In der heutigen Ausgabe gibt es wieder jede Menge Fundstücke mit spannenden Herkunftsgeschichten. BILD stellt Ihnen im Folgenden das Highlight der heutigen Folge vor und zeigt außerdem, welche weiteren Raritäten am Donnerstag, dem 6. August 2026, zum Verkauf gestellt wurden. Das ist das Highlight der heutigen Folge In der heutigen Ausgabe von „Bares für Rares“ richtet sich der Blick im wahrsten Sinne des Wortes zu den Sternen. Annette Schwicking präsentiert Horst Lichter ein historisches Teleskop, das sie von ihrem Vater geerbt hat. Dieser erwarb es bei der Auflösung eines Klosters der Steyler Missionare in Deutschland, offenbar weil er es schlicht und einfach schön fand. Bei diesem Teleskop handelt es sich um ein echtes Schwergewicht der Himmelsbeobachtung. Das große Refraktorteleskop aus Messing steht auf einem stabilen Hartholzstativ und war ursprünglich nicht für Hobbyastronomen auf dem Balkon gedacht. Solche Instrumente kamen laut Expertise in Sternwarten oder Klöstern zum Einsatz, denn dort wurde nicht nur gebetet, sondern auch geforscht und gelehrt. Die Aufschrift „Mills“ weist nach London. Frühere Teleskope des Optikers Robert Mills trugen noch die Signatur „R. Mills“. Nach seinem Tod im Jahr 1849 führte seine Familie den Betrieb weiter. Weil auf diesem Exemplar nur „Mills“ steht, wird es vorsichtig auf die Zeit um 1850 datiert. Beim Blick auf das Zubehör wird die Rarität noch beeindruckender. Mehrere Okulare ermöglichen ein 75 bis zum 300-fach vergrößertes Bild. Ein zusätzliches Sucherfernrohr hilft dabei, am Himmel das gewünschte Ziel zu finden, bevor das Hauptrohr übernimmt. Die gereinigten Linsen sind klar und frei von Linsenpilz, selbst die seltene originale Transportkiste ist noch erhalten. Somit ist das Teleskop nicht nur ein imposanter dekorativer Blickfang, sondern ein außergewöhnliches, vollständiges und intaktes Stück Astronomiegeschichte. Annette bewegt sich mit ihrem Wunschpreis von 15.000 Euro zunächst in astronomische Höhen. Die Expertise holt die Erwartungen allerdings schnell zurück auf die Erde: Das realistische Preisspektrum auf dem Markt liege bei 4.000 bis 6.000 Euro. Annette zeigt sich kompromissbereit und ist bereit, von ihrer Wunschsumme abzuweichen. Schließlich nimmt sie die Händlerkarte an. Im Händlerraum liefert das mächtige Instrument sofort den gewünschten Wow-Effekt. Die Gebote beginnen bei 1.000 Euro und erreichen in Windeseile die obere Expertenschätzung von 6.000 Euro. Doch die Gebote steigen weiter, bis der Hammer schließlich bei David Suppes Gebot von stolzen 8.000 Euro fällt. Damit liegt der Verkaufspreis 2.000 Euro über der Maximalschätzung. David erhält damit eine Rarität, die im Händlerkreis als „tolles Objekt“ und „sensationell schön“ gewürdigt wird. Annette darf sich über eine stolze Geldsumme freuen. Alle weiteren Raritäten vom 6. August 2026 Hier eine Übersicht der weiteren Raritäten aus der heutigen Sendung und die Einschätzung des Expertenteams von „Bares für Rares“ : KPM-Porzellanmaske: Shani und Leon bringen bei „Bares für Rares“ eine geerbte Porzellanmaske von KPM mit. Der 1930 entstandene Entwurf von Hermann Hubatsch zeigt keine konkrete Person, sondern das stilisierte Idealbild einer mondänen Frau. Experte Colmar Schulte-Goltz (53) datiert die Ausformung in die 1930er oder 1940er Jahre und schätzt sie auf 250 bis 350 Euro. Goldene Schlangenbrosche: Bernd aus Bruchköbel bringt eine Brosche, die bereits seiner Urgroßmutter gehörte, ins Pulheimer Walzwerk. Das handgefertigte Schmuckstück aus den 1890er Jahren zeigt eine in sich verschlungene Schlange aus 750er- Gold , deren Kopf zwei kleine Diamanten als Augen schmücken. Expertin Wendela Horz (56) erklärt, dass das Motiv im 19. Jahrhundert für Erneuerung stand und taxiert die Brosche auf 700 bis 900 Euro. Silberner Biskuitwärmer: Kira Berger aus Köln bringt ein Familienstück aus dem Haus ihrer verstorbenen Schwester zu „Bares für Rares“. Der Ende des 19. Jahrhunderts in Hanau gefertigte Biskuitwärmer besitzt drei vergoldete Fächer, in denen Gebäck nahe einer Wärmequelle warm gehalten wurde. Experte Colmar Schulte-Goltz führt das Stück aus 800er- Silber auf die Werkstatt der Familie Schleißner zurück und beziffert es auf 2.600 bis 3.000 Euro. Givenchy Parfumflakon: Gabi und Günther aus Meißner präsentieren bei „Bares für Rares“ einen kleinen Flakon, den Gabi nach rund 25 Jahren in ihrem Nähkästchen wiederentdeckt hat. Das vergoldete Modeschmuckstück wurde an einer Kette getragen und ließ sich mit Parfum befüllen. Expertin Wendela Horz datiert den Givenchy Flakon anhand seiner Plakette auf 1978 und schätzt ihn auf rund 200 Euro.