DAX +0,19 % 26.141,52 Pkt 17:12:13 MDAX +0,80 % 32.077,24 Pkt 17:12:17 Euro Stoxx 50 +0,61 % 6.461,31 Pkt 17:12:15 Dow Jones -0,59 % 53.150,04 Pkt 17:27:17 S&P 500 -0,41 % 7.676,19 Pkt 17:27:13 Nasdaq -0,62 % 26.166,57 Pkt 17:27:12 Nikkei -0,30 % 66.016,36 Pkt 08:45:03 Gold +3,06 % 4.654,40 USD 17:17:07 Silber +1,88 % 69,31 USD 17:17:14 Brent +0,27 % 94,03 USD 17:17:10 WTI -1,30 % 86,69 USD 17:17:16 Bitcoin +6,49 % 77.771,38 USD 17:27:15 EUR/USD +0,03 % 1,16780 USD 17:26:56 EUR/GBP -0,20 % 0,85660 GBP 17:27:17 EUR/CHF +0,53 % 0,93610 CHF 17:27:17 EUR/JPY +0,47 % 185,630 JPY 17:27:17

Bargeld oder Karte? Eine Rechnung geht für kleine Läden nicht mehr auf

Wirtschaft

Bezahlkosten im Handel Was kleine Läden wirklich für Kartenzahlung berappen müssen Von Leon Bensch 21.08.2026 - 10:58 UhrLesedauer: 5 Min. Für kleine Händler entscheiden die richtigen Bezahloptionen zunehmend nicht nur über die Kosten, sondern auch darüber, ob Kunden wiederkommen. Die Art und Weise, wie Menschen ihre Einkäufe bezahlen, verändert sich. Die jüngste Studie der Bundesbank zeigt: In Deutschland wurde im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte aller erfassten Einkäufe, nämlich 55 Prozent, mit bargeldlosen Zahlungsmitteln bezahlt. Gleichzeitig sank der Anteil der Barzahlungen gegenüber 2023 um sechs Prozentpunkte auf 45 Prozent. Der Trend zum bargeldlosen Bezahlen setzt sich also fort. Doch Bezahlen ist nicht kostenlos – und das gilt für alle Verfahren. Gerade kleine Händler stellt der Wandel vor erhebliche wirtschaftliche und psychologische Hürden. Gleichzeitig wird es für sie zunehmend wichtiger, verschiedene Bezahlmöglichkeiten anzubieten, wenn sie keine Kunden verlieren wollen. Große Kette, kleiner Laden: Die Kosten treffen Händler unterschiedlich Grundsätzlich betrifft der Wandel des Bezahlverhaltens alle Händler mit einem Point of Sale (POS), also einem Verkaufspunkt mit Kasse. Wie stark sie die Veränderungen wirtschaftlich treffen, unterscheidet sich jedoch erheblich. Denn den deutschen Einzelhandel gibt es nicht: Der Markt umfasst zahlreiche Branchen, sehr unterschiedliche Unternehmensgrößen, verschiedene Vertriebskanäle und Zahlungssysteme. Auf der einen Seite stehen große Händler wie Supermärkte, Discounter sowie Bekleidungs-, Möbel- oder Baumarktketten. Sie verfügen häufig über große Filialnetze, hohe Marktanteile und standardisierte Prozesse. Ihre Größe ermöglicht Skaleneffekte, durch die sie ihre Kosten auf eine größere Anzahl von Produkten verteilen können. Auf der anderen Seite stehen kleine Betriebe. Sie sind häufig inhabergeführt, stärker spezialisiert und enger an ihre Kunden gebunden. Gerade bei diesen kleinen und Kleinstunternehmen stellt sich deshalb die Frage, wie stark zusätzliche digitale Bezahlmöglichkeiten die begrenzten Einnahmen belasten. Denn auch kleine Läden aus sogenannten einzelhandelsnahen Branchen – etwa Bäckereien und Fleischereien, Kioske, Cafés oder Wochenmarktstände – müssen technisch aufrüsten, wenn sie ihren Kunden verschiedene digitale Bezahlmöglichkeiten anbieten wollen. Bargeld kostet nur 43 Cent – und ist trotzdem nicht am günstigsten Zu den zentralen Kostenfaktoren für Händler zählen unabhängig von ihrer Größe Geräte, Gebühren, Verluste beziehungsweise Versicherungen und der Zeitaufwand. Bei Bargeld macht vor allem der Zeitaufwand einen großen Teil der Kosten aus. Bei Kartenzahlungen spielen dagegen die Transaktionsgebühren eine besonders wichtige Rolle. Eine Bargeldzahlung kostet einen Händler laut Bundesbank-Studie durchschnittlich 43 Cent. Davon entfallen allein 26 Cent auf den Zeitaufwand. Hinzu kommen Kosten für Geräte, Bargeldversorgung sowie kleinere Verluste und Versicherungen. Damit ist die Zeit der wichtigste Kostenblock: Händler müssen kassieren, Bargeld zählen und verwalten, es zur Bank bringen und weitere damit verbundene Arbeiten erledigen. Das eigentliche Problem zeigt sich jedoch erst, wenn man die Kosten ins Verhältnis zum Umsatz setzt. Bargeld verursacht Kosten in Höhe von 2,3 Prozent des damit erzielten Umsatzes. Der Grund: Kunden nutzen Bargeld besonders häufig für kleine Einkaufsbeträge. Dadurch fallen fixe Kosten bei kleinen Zahlungen relativ stark ins Gewicht. ZahlungsmittelKosten je TransaktionKosten in % des UmsatzesBargeld0,43 €2,3 %Girocard0,60 €0,8 %Visa/Mastercard Debit0,69 €2,1 %Kreditkarte1,00 €2,4 % Bei der Girocard sieht das anders aus. Eine Zahlung kostet den Händler mit durchschnittlich 60 Cent zwar mehr als eine Bargeldzahlung. Bezogen auf den Umsatz verursacht die Girocard jedoch nur Kosten von 0,8 Prozent. Damit ist sie mit deutlichem Abstand am günstigsten. Ein wichtiger Grund dafür sind die vergleichsweise niedrigen Gebühren. Bei der Girocard betragen die durchschnittlichen Transaktionsgebühren 18 Cent je Zahlung beziehungsweise 0,2 Prozent des Umsatzes. Laut Bundesbank-Studie sind Bargeld und Debitkarten im stationären Einzelhandel in Deutschland mit Abstand die wichtigsten Bezahlmethoden. Visa und Mastercard kosten mehr – Kreditkarten sind am teuersten Debitkarten von Visa und Mastercard sind für Händler teurer als die Girocard. Eine Zahlung mit Visa oder Mastercard Debit kostet einen Händler im Durchschnitt insgesamt 69 Cent, also sechs Cent mehr als die Girocard. Der Unterschied entsteht vor allem bei den Gebühren für die Zahlungsabwicklung. Bei Visa und Mastercard Debit fallen durchschnittlich 28 Cent Gebühren pro Zahlung an, bei der Girocard sind es lediglich 18 Cent. Noch teurer sind Kreditkarten. Sie verursachen Kosten von durchschnittlich einem Euro je Transaktion und 2,4 Prozent des damit erzielten Umsatzes – die höchsten Werte in der Bundesbank-Studie. Besonders ins Gewicht fallen die Transaktionsgebühren: Sie betragen durchschnittlich 48 Cent je Zahlung beziehungsweise 1,1 Prozent des Umsatzes. Laut Studie dürften dafür unter anderem Gebühren verantwortlich sein, die im Hintergrund einer Kartenzahlung anfallen. Für kleine Händler kann dieselbe Kartenzahlung mehr als viermal so viel kosten Gerade bei kleinen Unternehmen zeigt die Studie einen deutlichen Effekt: Je kleiner das Unternehmen, desto höher sind die Kosten des Bezahlens – sowohl pro Bezahlvorgang als auch im Verhältnis zum Umsatz. Das liegt vor allem daran, dass kleine Betriebe weniger Bezahlvorgänge und weniger Umsatz haben. Sie können ihre Fixkosten deshalb schlechter verteilen. Zudem übernehmen dort häufig dieselben Personen beziehungsweise die Inhaber selbst den Verkauf, die Kassenführung und die Zahlungsverwaltung. Große Unternehmen können dagegen spezialisierte Mitarbeiter einsetzen und Skaleneffekte nutzen. Loading... Loading... Loading... UnternehmensgrößeBargeld je TransaktionBargeld vom UmsatzGirocard je TransaktionGirocard vom UmsatzKlein: 1–9 Beschäftigte0,60 €3,0 %1,33 €3,8 %Mittel: 10–490,56 €2,5 %0,64 €1,8 %Groß: ≥ 500,33 €1,8 %0,29 €0,3 % Wie groß der Unterschied ausfallen kann, zeigt die Girocard. Eine Girocard-Zahlung kostet einen kleinen Händler im Durchschnitt 1,33 Euro, einen großen Händler dagegen nur 29 Cent. Noch deutlicher wird der Unterschied im Verhältnis zum Umsatz: Bei kleinen Unternehmen entsprechen die Kosten 3,8 Prozent des Umsatzes, bei großen Unternehmen lediglich 0,3 Prozent. Ausschließlich Bargeld zu akzeptieren, löst das Kostenproblem nicht Die Bundesbank-Studie zeigt, dass kleine Händler die Gesamtkosten von Bargeld häufig unterschätzen und gleichzeitig die reinen Transaktionsgebühren von Kartenzahlungen überschätzen. Das eine günstigste Zahlungsmittel gibt es nicht. Aus den Zahlen lässt sich deshalb weder ableiten, dass Kartenzahlungen für kleine Händler grundsätzlich unwirtschaftlich sind, noch dass sie besser ausschließlich Bargeld akzeptieren sollten. Denn die Kosten bilden nur einen Faktor bei der Entscheidung, welche Bezahlmöglichkeiten ein Geschäft anbietet. Die Studie weist ausdrücklich darauf hin, dass Händler auch teurere Zahlungsmittel akzeptieren können, weil Kunden diese zunehmend nachfragen. Drei Möglichkeiten, wie kleine Händler ihre Kosten begrenzen können Wer auf digitale Bezahlmöglichkeiten verzichtet, läuft Gefahr, Kunden zu verlieren. Ein entgangener Kunde entspricht ökonomisch betrachtet einem Umsatzverlust von 100 Prozent des Bons – und wiegt damit um ein Vielfaches schwerer als die zusätzlichen Kosten einer Kartenzahlung. Pay-as-you-go-Anbieter nutzen: Für Händler mit geringen oder unregelmäßigen Kartenumsätzen können sich Anbieter ohne laufende Gebühren eignen. Terminals kosten häufig einmalig weniger als 30 Euro. Gebühren entstehen nur bei einer Kartenzahlung und liegen meist bei etwa 0,9 Prozent für Girocard beziehungsweise Debitkarten und zwischen 1,39 und 1,9 Prozent für Kreditkarten. Girocard bevorzugen: Händler können an der Kasse darauf hinweisen, dass sie die Girocard bevorzugen. Kreditkarten von Visa oder Mastercard und insbesondere außereuropäische Karten wie American Express sind teurer. Kartenzahlungen in die Preise einkalkulieren: Große Ketten rechnen die Kosten des Bezahlsystems von vornherein in ihre Verkaufspreise ein. Kleine Händler könnten es ähnlich machen: Minimale Preisanpassungen im Cent-Bereich können die durchschnittlichen Kosten der Kartenzahlungen möglicherweise auffangen – für Kunden kaum spürbar. Am Ende klingt die Erkenntnis fast banal: Entscheidend dafür, ob Kunden wiederkommen, sind womöglich nicht die Transaktionskosten einer Bezahlmethode. Entscheidend ist, ob Kunden so bezahlen können, wie sie bezahlen möchten – und ob sie mit ihrem Einkauf zufrieden sind. Verwendete Quellen bundesbank.de: "Payment behaviour in Germany in 2025" (englisch) bundesbank.de: "Kosten von Zahlungsmitteln im Einzelhandel" sumup.com: "Bargeld abschaffen? So verändert Kartenzahlung die Zukunft in Deutschland" Quellen anzeigen Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... ShoppingAnzeigen Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading...

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