Bart-Verbot für „Tagesschau“-Sprecher? Das sagt die ARD
Eine kleine, überraschende Umfrage in eigener Sache hat der frühere „Tagesschau“-Sprecher Constantin Schreiber (47) vergangene Woche gestartet. In einem Instagram-Video zeigte er sich ganz ungewohnt mit einem offensichtlich mittels Filter erzeugten Vollbart.
Dazu kündigte Schreiber lächelnd an, er überlege, ob er „eine kleine Typveränderung“ wage. „Man sagt ja immer, wenn man in neue Lebensphasen eintritt, dann geht man entweder zum Frisör oder lässt sich was anderes einfallen.“ Schreiber spielte scheinbar mit dem Gedanken, es mal mit einem Bart zu probieren.
Ex-„Tagesschau“-Sprecher Constantin Schreiber testete neuen Look mit Bart
Beruflich steht der 47-jährige Journalist und Autor tatsächlich aktuell wieder vor einer neuen Phase. Er verlässt Ende 2026 nach gut einem Jahr das Medienhaus Axel Springer wieder, um sich einer neuen Aufgabe zu widmen.
Zuvor war Schreiber ab 2017 achteinhalb Jahre lang bei der ARD als Sprecher der „Tagesschau“ zu sehen. Von 2021 bis Ende Mai 2025 präsentierte er vor einem Millionenpublikum auch die Hauptausgabe um 20 Uhr.
Schreiber über seine Zeit als Nachrichtensprecher: „Gab Styleguides, die gesagt haben: kein Bart“
Mit Blick auf die Frage „Bart, ja oder nein?“ erklärte Schreiber nun in seinem Clip: „Früher ging das nicht mit Bart als Nachrichtenmoderator, Nachrichtensprecher. Da gab es tatsächlich Styleguides, die gesagt haben: kein Bart. Von daher war das nie eine Option. Aber jetzt bin ich ja frei, mich so zu gestalten, wie ich will, und überlege: Wäre das eine Option?“. Von seinen Followern wollte er wissen, was sie davon halten.
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Gut 8.000 Kommentare folgten. Auf der einen Seite: Zuspruch zum neuen Look mit Bart, auf der andren Seite aber auch die, die Schreiber lieber wie gewohnt rasiert sehen wollen. Eine Followerin brachte es diplomatisch so auf den Punkt: Schreiber solle seine Entscheidung nicht von einem Publikumsvoting abhängig machen, sondern selbst entscheiden. „Wenn du dir damit gefällst, dann gefällst du auch deinem Publikum.“
Gibt es ein Bart-Verbot bei der „Tagesschau“? Das sagt die ARD
Schreiber selbst meldete sich in den Kommentaren wenig später noch mal zu Wort. „Danke für die vielen Rückmeldungen!!! Bart ist erstmal wieder ab, aber ich überlege noch…“, schrieb er mit einem Smiley. Das Experiment – fürs Erste also beendet.
Bleibt die Frage: Ist das Tragen eines Bartes, der aktuell bei vielen Männern in Mode ist, für „Tagesschau“-Sprecher grundsätzlich tabu?
Eine Sprecherin des zuständigen Senders NDR sagt dazu gegenüber BUNTE.de, „einen verbindlichen Styleguide gibt es dazu nicht“. Ob ein Sprecher oder Moderator bei „Tagesschau“ und „Tagesthemen“ einen Bart trage, „bleibt grundsätzlich ihm selbst überlassen“. Sie fügte aber hinzu: „Die Abteilung Maske berät Moderatoren und Sprecher in solchen Fragen jedoch und hat aus optischen Gründen auch schon zum Rasierer statt zum Dreitagebart geraten.“
Früher war Schreiber bei ntv: Sprecherin erklärt, warum Vollbart-Verbot dort inzwischen nicht mehr gilt
Hieße mit anderen Worten: Kein generelles Bart-Verbot bei ARD-aktuell, aber im Einzelfall kann davon abgeraten werden. Die Sprecherin wies zugleich auf einen prominenten Bartträger hin: So habe etwa „Tagesthemen“-Moderator Ingo Zamperoni bereits eine Zeit lang mit Bart moderiert.
Schreiber war vor seinem Wechsel zu ARD-aktuell von 2012 bis 2017 für den Nachrichtensender ntv tätig. Wie sieht beziehungsweise sah es dort aus?
Eine Sprecherin bestätigte BUNTE.de, dass es bei ntv früher tatsächlich Bart-Vorgaben gab, dies sei inzwischen aber anders. „Während Constantin Schreibers Zeit als Nachrichtenmoderator bei ntv galt die Regel, dass Nachrichtenmoderatoren keinen Vollbart tragen sollten. Diese Vorgabe besteht heute nicht mehr.“
„Raum für Individualität“
Aktuell gilt laut der Sprecherin stattdessen Folgendes: „Entscheidend ist, dass Auftreten, Styling und Erscheinungsbild zum seriösen, professionellen und zeitgemäßen Anspruch der Nachrichtenmarke ntv passen und zugleich Raum für Individualität und persönliche Ausprägung lassen.“ Nachrichtenmoderatoren können inzwischen bei ntv also auch mit Vollbart vor der Kamera stehen.
Schreiber hatte seinen Job als „Tagesschau“-Sprecher bei der ARD Ende Mai 2025 aufgegeben, um in der Folge „wieder inhaltlich journalistisch“ tätig zu werden, wie er erklärte. Beim Medienkonzern Springer hatte er ab September 2025 zunächst aus Tel Aviv und New York über die Region Naher Osten sowie internationale Brennpunkte berichtet.
Constantin Schreiber geht Anfang 2027 auf Bühnen-Tour
Im April teilte das Unternehmen mit, dass sich Schreiber künftig stärker auf Podcast-Formate konzentrieren und aus familiären Gründen von Deutschland aus arbeiten werde. Nun folgte der Abschied von Springer.
Ab Anfang 2027 wird Constantin Schreiber auf Bühnen-Tour gehen mit seinem Programm „Sagen, was ist“. Ob die Zuschauer ihn dann mit oder ohne Bart erleben – noch offen.