Basketball-WM Deutschland kassiert herbe Auftaktniederlage gegen Spanien
Die deutschen Basketballerinnen sind mit einem Dämpfer in die Heim-WM in Berlin gestartet. Die Mannschaft von Bundestrainer Olaf Lange unterlag Spanien im ersten Gruppenspiel mit 53:83 (24:50).
"Das zweite Viertel war ganz schlecht. Wir haben gar nichts getroffen in der ersten Halbzeit, der Korb war wie vernagelt. Man merkte einfach, dass wir in der Konstellation noch nicht auf dem Feld standen", sagte Leonie Fiebich der Sportschau. Mit 13 Punkten war die WNBA-Spielerin Top-Scorerin der deutschen Mannschaft.
Deutschland schon unter Druck
Zwar hatte Lange bereits vor dem Spiel Erwartungsmanagement betrieben und vor den favorisierten Spanierinnen gewarnt. Dennoch steht das DBB-Team vor seinen zwei ausstehenden Vorrundenspielen nun bereits unter Druck. Schon am Samstag hat die DBB-Auswahl gegen Japan die Chance auf Wiedergutmachung. Im letzten Gruppenspiel treffen die Deutschen am Montag (17.50 Uhr) auf Mali.
Nur die Gruppensiegerinnen sichern sich direkt einen Viertelfinalplatz, die Zweiten und Dritten müssen sich in den Play-Ins um einen Platz unter den besten Acht konkurrieren.
Spanien von Beginn an offensivstark
"Wir müssen nur sehen, dass wir, wenn die Halle ausverkauft ist, besonders am Anfang unsere Nerven unter Kontrolle haben und auch so spielen, wie wir können", hatte Lange vor der Begegnung gesagt. Seine Sorgen bewahrheiteten sich, die Anfangsminuten gehörten den Spanierinnen. Die spielten sich vom Tip-Off an in einen Rausch.
Das deutsche Team agierte vor 12.550 Zuschauern in der ausverkauften Uber Arena, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz und sein neuer Sportminister Ronald Rauhe, dagegen extrem nervös. Die große Kulisse und die hohen Erwartungen schienen die Gastgeberinnen zu hemmen statt zu beflügeln. Die routinierten Spanierinnen nutzten das gnadenlos aus und zogen schon im ersten Viertel zweistellig davon.
Deutschland läuft Rückstand hinterher
Im zweiten Viertel machten die Spanierinnen unbehelligt weiter. Während der Vize-Europameister mit der nötigen Effizienz am Korb und Treffsicherheit von der Dreierlinie glänzte, ließ das DBB-Team ebendiese Qualitäten vermissen. Defensiv gelangen den Deutschen kaum Rebounds, auch aus dem Feld ließen sie Spanien häufig ohne Gegenwehr zum Wurf kommen.
Und die Spanierinnen nutzten die Nachlässigkeit der Deutschen dankend aus: Bis zum Stand von 44:20 hatten sie acht Dreierversuche getroffen. Aufseiten der Deutschen fiel kaum noch ein Korb. Nur elf Punkte gelangen dem DBB-Team im zweiten Viertel. Bis zur Pause hatten die Spanierinnen ihren Vorsprung sogar auf 50:24 ausgebaut.
Deutschland mit Schadensbegrenzung nach der Pause
Die Deutschen kamen zwar selbstbewusst aus der Kabine. Kurzzeitig zogen sie das Momentum sogar auf ihre Seite, Spanien ließ allerdings nicht locker. Auf die deutschen Nadelstiche antwortete die spanische Mannschaft stets mit Treffern.
Von der Dreierlinie präsentierte sich Méndez‘ Team weiterhin souverän, der Vorsprung wuchs Punkt für Punkt an. Zwischenzeitlich hatten sich die Favoritinnen ein 28-Punkte-Polster erspielt. Vor dem Schlussviertel verkürzten die deutschen Basketballerinnen immerhin noch auf 39:65.
Spanien ließ das Spiel austrudeln
Zwar waren die Deutschen im dritten Viertel in Hinblick auf die Zähler zumindest auf Augenhöhe mit Spanien. Beide Mannschaften hatten 15 Punkte erzielt. Der Vorsprung, den sich die Favoritinnen in den ersten beiden Vierteln fulminant erspielt hatten, entschied schließlich aber die Partie.
Die Spanierinnen schalteten gegen Ende dann einen Gang zurück, und brachten trotzdem einen 30-Punkte-Vorsprung über die Zeit. Damit stellten sie eindrucksvoll ihre Medaillenambitionen unter Beweis – gegen ein deutsches Team, das vor dem Turnier selbst noch mit Edelmetall geliebäugelt hatte.