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Basketball-WM in Berlin Fiebich und Geiselsöder - die "Schwestern" im DBB-Team

Sport

Bei der gemeinsamen Bettdecke hört die Freundschaft auf. "Sie zieht!", lacht Luisa Geiselsöder und zeigt auf Leonie Fiebich, die neben ihr sitzt: "Das war ganz schlimm." Gleichzeitig weiß sie aber, dass auch Fiebich im gemeinsamen Doppelzimmer "einstecken" musste: "Ich atme relativ laut, wenn ich richtig müde bin", erzählt sie. Weiter kommt Geiselsöder nicht. Neben ihr stöhnt Fiebich laut auf und verdreht die Augen: "Sie sagt Atmen, aber es ist Schnarchen", protestiert die 26-Jährige. Beide lachen.

Zum Glück haben die Basketballerinnen auf Lehrgängen mit dem Nationalteam und bei Turnieren mittlerweile Einzelzimmer. Wobei sie sogar überlegt hatten, bei einem Doppelzimmer zu bleiben. Denn wenn es nicht gerade um Bettdecken und lautes Atmen geht, kommt kein Blatt zwischen die beiden. "Wir verbringen trotzdem jede Zeit miteinander, die wir können", so Geiselsöder.

Seit der Jugend befreundet

Gemeinsame Zeit haben sie in diesen Tagen viel: Bei der Heim-WM in Berlin sind die Freundinnen mit dem DBB-Team ins Viertelfinale eingezogen - der größte Erfolg für deutsche Basketballerinnen seit der Wiedervereinigung. 1967 wurde die DDR-Auswahl Vierte. Wenn es nach Fiebich und Geiselsöder geht, knüpfen sie im Viertelfinale gegen Belgien an diesen Erfolg an und verlängern die gemeinsame Zeit bis zum Finalwochenende.

In der Lobby des Teamhotels am Alexanderplatz sitzen die beiden auf einer übergroßen, senfgelben Couch zwischen großen grauen Kissen und schauen auf alte Fotos: Selfies im Aufzug, Jugend-Nationalteams, Ehrungen, die erste EM-Teilnahme, Olympia-Qualifikation in Brasilien, die Sommerspiele in Paris - die Liste ist lang.

Zwei Freundinnen in der WNBA

"Alle schauen immer auf Erfolge, also den EM-Titel mit der U18 oder die Olympia-Teilnahme", sagt Fiebich. Mehr als die Erfolge würden für sie aber die "kleinen Momente" mit Geiselsöder zählen, die ihr da beipflichtet: "Es geht darum, wer dich aufbaut und wer an dich glaubt."

Die beiden kennen sich seit der Jugend aus der Bayern-Auswahl. An die erste Begegnung erinnern sie sich nicht mehr richtig. "Nur, dass du so ein ‚Big Baby‘ warst", sagt Fiebich schmunzelnd, "sehr groß und noch nicht reingewachsen in deinen Körper." Geiselsöder rollt mit den Augen und lacht: "Ein bisschen unkontrolliert war ich noch." Die Zeiten sind längst vorbei: Die 1,93 m große Center-Spielerin ist eine feste Größe im DBB-Team und spielt genau wie Fiebich in der WNBA, der besten Liga der Welt.

Teil der goldenen Generation

Am liebsten aber stehen sie gemeinsam auf dem Court mit ihrer "Familie" - dem Nationalteam. In der U16 habe das schon "so ein bisschen mit dem Familiengefühl angefangen", erzählt Geiselsöder: "Da haben wir unglaublich gerne Zeit miteinander verbracht." Und erfolgreich: Sie gewinnen in der Altersklasse 2016 EM-Silber, zwei Jahre später mit der U18 den EM-Titel.

"Wir werden ja auch die goldene Generation genannt", sagt Geiselsöder. Von den U18-Europameisterinnen sind neben ihr und Fiebich auch Emily Bessoir und Nyara Sabally im aktuellen WM-Kader. Letztere wurde bei der U18-EM als wertvollste Spielerin des Turniers ausgezeichnet. Neben ihr stand auch Fiebich im All-Star-Team.

Auf einem Foto von der Ehrung mit den beiden deutschen Nachwuchsspielerinnen sieht man im Hintergrund die junge Geiselsöder freudig strahlen. "Ich kann nicht mehr“, prustet Fiebich: "Lui wie 'ne stolze Mutti dahinten." Die stolze Mutti erwidert: "Da wusste man, dass Leo eine besondere Spielerin wird."

"Das ist richtiger Luxus"

Recht hat sie. Fiebich ist nach der verletzungsbedingten Absage von Satou Sabally der Star im DBB-Team. Ein Star, der selbst keiner sein will: Zweimal wurde sie wertvollste Spielerin in Spanien (der besten Liga Europas), in ihrer Premieren-Saison mit New York Liberty wurde sie ins All-Rookie-Team der WNBA gewählt und hatte eine tragende Rolle beim Titelgewinn. Nach jeder individuellen Auszeichnung betont sie stets die Teamleistung.

An oberster Stelle steht das Nationalteam. Trotz Reisestrapazen und vollem Kalender mit der Doppelbelastung aus WNBA und europäischer Liga sind sowohl Fiebich als auch Geiselsöder stets beim DBB-Team dabei. Praktisch, wenn man dann immer die beste Freundin sieht, die für Geiselsöder eigentlich eher "wie eine Schwester" ist. Der Vergleich zur Schwester passt, findet Fiebich. "Lui ist meine Komfortzone", ergänzt sie, "Es ist ganz geil: Die reist überall mit mir hin. Das ist richtiger Luxus."

Der Traum vom WM-Halbfinale

Nicht nur abseits des Courts sind die beiden ein Match: "Wir kennen uns in- und auswendig und wissen genau, wie die andere sich bewegt", sagt Fiebich: "Bei Lui fühle ich mich sicher auf dem Feld."

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