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Bayern: Hinweisschild für muslimisches Freitagsgebet nach vier Tagen beschmiert

Nation

Vier Tage nach der Aufstellung ist das Hinweisschild für muslimische Gebetszeiten im bayerischen Penzberg – eine bundesweite Einmaligkeit – Opfer von Vandalismus geworden. Die Tafel am Ortseingang, die dort als unterstes von drei Schildern gemeinsam mit dem der katholischen und der evangelischen Kirche hängt, wurde vollkommen mit schwarzer Farbe beschmiert, wie ein auf Instagram geteiltes Bild des Penzberger Imams Benjamin Idriz zeigt. „Es ist nur ein halber Meter Metall. Und doch scheint dieses Schild manche so sehr zu stören, dass sie nachts mit Farbe dagegen kämpfen. Nicht gegen ein Schild – sondern gegen das, wofür es steht: Offenheit, Religionsfreiheit, gegenseitiger Respekt und ein friedliches Miteinander“, schrieb der muslimische Gemeindevorsteher dazu. Gleichzeitig betonte Idriz, dass die Vandalismus-Attacke nichts an der Haltung der Gemeinde und ihrer Offenheit ändern werde. „Im Gegenteil: Es erinnert uns daran, wie wichtig diese Brücken gerade heute sind. Denn Hass wächst im Verborgenen – Vertrauen entsteht in der Begegnung.“ Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bezeichnete es als „inakzeptabel“, dass Unbekannte das neue Hinweisschild beschmiert haben. Dem BR sagte er, Respekt gegenüber allen Religionsgemeinschaften und ihren Einrichtungen sei eine grundlegende Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben. Das Schild war erst am Dienstag offiziell aufgehängt worden. Drei weitere Schilder sind auch an den übrigen Ortseingängen geplant. Die Gottesdienst-Schilder gehen auf eine Verordnung des Bundesinnenministeriums von 1960 zurück. Sie erlaubte katholischen und evangelischen Gemeinden das Aufstellen der Hinweistafeln an Ortseingängen. 2008 gab das Bundesverkehrsministerium ein Schreiben heraus, das diese Erlaubnis auf alle Religionsgemeinschaften ausweitete. Imam Benjamin Idriz gilt als prominente Stimme des interreligiösen Dialogs in Deutschland. Kritiker werfen ihm jedoch antiisraelische Äußerungen vor. So sorgte insbesondere ein Facebook-Beitrag für Kritik, in dem er forderte, Juden in Deutschland sollten sich von der Politik der israelischen Regierung in Gaza distanzieren, ähnlich wie sich Muslime vom „Islamischen Staat“ (IS) distanziert hätten. Zudem wird auf frühere Verbindungen seiner Gemeinde zu islamistischen Organisationen verwiesen, die etwa 2010 im bayerischen Verfassungsschutzbericht thematisiert worden waren.

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