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Bayern MeG kündigt Milchliefervertrag fristlos - Molkerei sitzt auf dem Trockenen

Wirtschaft

Die Lage bei der Almil AG im oberbayerischen Weiding spitzt sich zu. Nachdem der Milchverarbeiter am 18. August 2026 beim Amtsgericht Mühldorf einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt hat, haben nun die Milchlieferanten reagiert.

Markus Seemüller, geschäftsführender Vorsitzender der Bayern MeG w. V., erklärte gegenüber dem Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt, dass die MeG Altötting Mühldorf und die Bayern MeG von dem Vorgehen der Almil AG sehr überrascht waren. „Wir können nur noch den Kopf schütteln und werden das Beste aus der Situation machen“, versprach Seemüller.

„Zur Abwendung weiterer Schäden haben die MeG Altötting Mühldorf und Bayern MeG im Namen der betroffenen Landwirte die außerordentliche fristlose Kündigung erklärt“, so Seemüller.

Zwar erklärte die Almil AG, dass der Geschäftsbetrieb ohne Einschränkungen weiterlaufe und das Milchgeld für bereits gelieferte Milch gezahlt werden solle. Doch das war den betroffenen Landwirten wohl zu unsicher.

„MeG Altötting Mühldorf und Bayern MeG werden die Milch ab 01.09.2026 zu etwa gleichen Teilen an die Molkereien Milchwerk Jäger und Privatmolkerei Bechtel liefern“, teilte Seemüller mit.

Von der Kündigung sind 140 Mio. kg Milch betroffen. Eine Anfrage der Redaktion, wie Almil mit der Kündigung umgehen wird und in welchem Umfang die Produktion am Standort Weiding aufrechterhalten werden kann, blieb bislang unbeantwortet.

Almil ist seit dem 1. Januar eine Mehrheitsbeteiligung von Hochwald. Die Molkerei blieb aber eigenständig und kaufte weiterhin Rohmilch im Rahmen der bestehenden Verträge.

Unabhängig von den bislang bekannten Gründen für den Almil-Insolvenzantrag baut Hochwald derzeit auch seine eigene Produktionsstruktur um. Die Molkereigruppe will ihre Produktion stärker auf größere und spezialisiertere Werke konzentrieren und sich nach eigenen Angaben auf rentable Geschäftsfelder fokussieren.

Erst Mitte August hatte Hochwald angekündigt, den Standort in Kaiserslautern zu schließen. Der wesentliche Teil des Werks soll bereits im September 2026 stillgelegt werden. Die Milchannahme soll mit etwa fünf bis zehn Beschäftigten bis Anfang 2027 weiterlaufen. Danach will Hochwald den Standort vollständig schließen. Rund 80 Arbeitsplätze sind betroffen.

Eine Sprecherin der Hochwald Food GmbH begründete die Entscheidung mit der fehlenden Rentabilität des Standorts. Ende 2025 hatte das Bundeskartellamt außerdem den Verkauf des Joghurtstandorts Lüneburg an die Unternehmensgruppe Theo Müller freigegeben.

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