Bayern wütet über den Schiedsrichter - dabei lag er in strittiger Szene richtig
Nach dem 3:3 bei Viking Stavanger ist der Ärger beim FC Bayern über Schiedsrichter Georgi Kabakov groß. Vor allem Konrad Laimer und Vincent Kompany üben deutliche Kritik am Bulgaren – dabei lag der Unparteiische zumindest bei einer umstrittenen Entscheidung richtig.
"Der Schiri wollte ja sowieso eh pfeifen, was er wollte." Konrad Laimer war nach dem 3:3 des FC Bayern bei Viking Stavanger derart aufgebracht, dass er gleich noch hinterherschob: "Ich will jetzt auch gar nicht mehr über den reden." Vor allem eine Szene in der Schlussphase brachte den Österreicher auf die Palme.
Nach einem Zweikampf mit Stavangers Kapitän Zlatko Tripić blieb Laimer am Boden liegen. "Ich dachte, er trifft mich mit der Hand am Kopf", sagte er bei Prime Video. Schiedsrichter Georgi Kabakov ließ zunächst weiterspielen, während der Österreicher auf dem Rasen liegen blieb. Später fragte er Laimer, ob er medizinische Hilfe brauche. Der Bayern-Profi verneinte – und musste trotzdem für eine Minute vom Feld. Laimer verstand das nicht: "Ich dachte, die Regeln sind: Ich muss nur raus, wenn medizinische Unterstützung auf den Platz kommt." Nach dem Platzverweis gegen Michael Olise zuvor mussten die Bayern in der Zeit sogar in doppelter Unterzahl spielen.
Schiedsrichter handelte korrekt
Ganz so einfach ist die Regel allerdings nicht. Ein Spieler muss auch dann für eine Minute vom Platz, wenn der Schiedsrichter das Spiel wegen einer Verletzung unterbricht. Sagt der Spieler, dass er keine Hilfe braucht, entfällt die Pflicht normalerweise – außer, die Partie wurde wegen der Verletzung gestoppt. Genau das war aber der Fall, nachdem Stavanger eine Ecke zugesprochen bekommen hatte. Kabakov stoppte das Spiel, um sich nach Laimer zu erkundigen, der noch immer in der gegnerischen Hälfte lag. Dass der Bayern-Profi danach das Feld verlassen musste, ist regelkonform, so wie es das International Football Association Board vorsieht.
Laimer machte seinen Ärger nicht nur an dieser Szene fest. Schon vor dem Elfmeter, den Harry Kane zum zwischenzeitlichen 1:2 verwandelte, hatte er sich so heftig beim Schiedsrichter beschwert, dass er Gelb sah. Den Strafstoß hatte es erst nach Einschreiten des VAR gegeben. Für Laimer passten die Entscheidungen an diesem Abend nicht zusammen. Vincent Kompany sah das ähnlich. Im Spiel habe es "deutliche Situationen" gegeben, bei denen sich seine Spieler gefragt hätten: "In welche Richtung geht dieses Spiel?"
Der Bayern-Trainer sagte sogar, er habe schon vor dem Anpfiff ein ungutes Gefühl gehabt. Die "normale Kommunikation" mit Kabakov habe nicht gepasst. "Ich hatte vor dem Spiel sofort das Gefühl, der Schiedsrichter will heute etwas Besonderes machen", sagte Kompany bei Prime Video. Seine Kritik bezog er ausdrücklich nicht auf Olises Platzverweis.
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Umstrittene Schiedsrichter-Ansetzung
Dass Kabakov vor der Partie schon Thema war, dürfte die Debatte nach dem Spiel verstärkt haben. Der bulgarische Verband hatte ihn im Oktober 2025 wegen einer aus seiner Sicht unzureichenden Leistung als Videoschiedsrichter auf unbestimmte Zeit suspendiert. Schon im November stand Kabakov aber wieder auf dem Platz. Für internationale Spiele hatte die Sperre nicht gegolten.
Kompany verlangte von seiner Mannschaft trotzdem, mit der Situation besser umzugehen. Wenn die Spieler merkten, dass ein Schiedsrichter das Spiel auf eine bestimmte Weise leite, müssten sie "noch schlauer auf dem Platz sein". Das sei in Stavanger nicht gelungen. Bayern hatte einen 0:2-Rückstand gedreht, führte 3:2 und kassierte nach Olises Gelb-Rot in der 90. Minute noch den Ausgleich. Den Platzverweis nannte Kompany "überblöd" – und nahm auch damit seine eigene Mannschaft in die Pflicht.
Verwendete Quellen
Spiel-Übertragung bei Prime Video
theifab.com: Protokoll für Behandlungen und Untersuchungen außerhalb des Spielfelds