Bayerns Torschütze in prägender Rolle Ein Bischof sorgt für Krawall
Die erste Kadernominierung von Klopp war schon mit Spannung erwartet, im Anschluss analysiert und kommentiert worden. Spätestens sobald die Nationalmannschaft am Montag von ihrem letzten Spiel der langen Länderspielpause aus Griechenland zurückkommt, wird diskutiert werden, wer denn für die nur zwei Partien im November berufen werden wird.
Dann wird es nur einen Kader geben, und der dürfte nicht viel größer sein als die 23 Spieler, die jeweils für die Duelle mit Serbien in Belgrad und gegen die Niederlande in Berlin gemeldet werden dürfen.
Schon vor der WM leise Diskussionen
Eines ist nach dem Hinspiel gegen Serbien gewiss: Sollte Tom Bischof gesund, aber nicht im neuerlichen Kader sein, dürfte es laute Diskussionen geben. Leise gab es ja schon, nachdem Julian Nagelsmann im Mai auf den damals noch 20 Jahre alten Profi des FC Bayern für die Weltmeisterschaft verzichtete.
Hätte, wenn, aber - jetzt ist Bischof, der einen Tag vor dem Ausscheiden gegen Paraguay 21 Jahre alt wurde, dabei. Und er dürfte es bleiben, auch wenn bei seiner glänzenden Vorstellung zu berücksichtigen ist, dass Serbien das extreme Gegenteil ablieferte.
Künftiger Geschäftsführer "von Spielintelligenz schwer beeindruckt"
"Seine Spielintelligenz hat mich schwer beeindruckt", sagte Per Mertesacker über Bischof, noch als Experte des ZDF. Bald wird der Weltmeister von 2014 Geschäftsführer Sport beim DFB sein und eng mit dem Mann zusammenarbeiten, der nach dem 2:0 gegen Serbien "super happy" war, weil "alles" fantastisch gelaufen sei. "Die Leistung muss nun die Baseline sein", sagte Bundestrainer Jürgen Klopp.
Folgende Sätze hätten auch von ihm stammen können. Doch es war Tom Bischof, der am Mikrofon der Sportschau sagte: "Wir haben gut die Halbräume besetzt, haben nach vorne gespielt. Wir dürfen Fehler machen, trotzdem standen wir eng zusammen und haben dann den schnellen Ballgewinn wieder gehabt." Kurzum: Wir haben gespielt, wie es der neue Bundestrainer will.
Das betonte Bischof, der die Forderungen sowohl in der Defensive als auch in der Offensive sehr gut umsetzte, noch in einem weiteren Satz: "Wir hatten ein sehr, sehr gutes Gegenpressing."
Bischof, 2025 von der TSG Hoffenheim zum FC Bayern gekommen, stand in seinem zweiten Länderspiel erstmals in der Startelf. Sein Tor zum 1:0 war auch eine Premiere.
Er spielte neben dem weiteren Torschützen Florian Wirtz als etwas defensiverer Achter rechts vor dem zentralen Sechser Aleksandar Pavlović, der deshalb noch deutlich häufiger am Ball war. Pavlović prägte das Spiel ähnlich wie sein Münchner Teamkollege Bischof, und das vor den Augen von Joshua Kimmich.
Der etatmäßige Kapitän gehörte dem Kader I an und war daher gegen Serbien nur Zuschauer in der Arena. Er sah zwei jüngere Kollegen, mit denen das Spiel deutlich besser lief als noch vier Tage zuvor beim 0:1 gegen Griechenland. Wenn das in München "Krawall" war, wie Klopp sagte, war es in Augsburg Kaffeetrinken.
Krawall ist nun die Benchmark
Krawall ist nun die Benchmark, und danach wird der Bundestrainer künftig sein Personal auswählen und zusammenstreichen. "Am Ende entscheide nicht ich das. Ich gebe einfach alles, dass ich ein Teil davon bin", sagte Bischof auf die Frage, ob er auch künftig eine prägende Rolle in der Nationalmannschaft spielen könne.
Die Konkurrenz ist groß. Kimmich und Pavlović haben im Verein die Nase vorn. Bischof stand in den bisherigen vier Bundesligaspielen nur einmal in der Startelf, auch in der Champions League wurde ihm das Duo vorgezogen. In der Nationalmannschaft kommen etwa noch Anton Stach und Felix Nmecha infrage. Der Dortmunder Nmecha allerdings sorgte mit seinem Kaffeekranz-Defensivverhalten vor dem Tor der Griechen für Verärgerung bei Klopp.