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Beben bei ARD-Sender trifft TV-Klassiker: Zuschauer müssen sich nach 30 Jahren (!) umstellen

Nation

Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern tut sich derzeit einiges. Nun gibt es neue Details dazu, wie weit der Sparkurs beim WDR geht.

Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass "Frau tv" nach fast drei Jahrzehnten aus dem linearen Fernsehen verschwindet. Die letzte Ausgabe läuft am 19. November 2026 um 22.15 Uhr, bestätigte der WDR. Zuletzt hatte die Reichweite der Show stark nachgelassen.

Nun verkündet die Programmdirektion, dass weitere Einschnitte im linearen Programm geplant sind, und erneut bleiben Klassiker nicht von dem Rotstift verschont.

Programm-Direktion will neue Impulse setzen

Die neue programmatische Ausrichtung und auch die Führungsspitze beim WDR wird in nächster Zeit direkter spürbar.

Die enge Zusammenarbeit der beiden Programmdirektor:innen, Andrea Schafarczyk und Jochen Cario, basiert auf einem gemeinsamen journalistischen Ziel: Sie wollen mehr Tiefe und hintergründigen Journalismus, der in bewegten Zeiten echte Orientierung gibt.

"Das sind in meiner Direktion unter anderem die Bereiche Wirtschaft, Wissen, Investigatives und Kinder", erklärt Cario gegenüber "DWDL". "Bei Andreas Direktion sind es Region und Kultur."

Gemeinsam wolle man mehr Themen aus dem Land schöpfen – "aus der Region für die Region" – und Impulse setzen, die idealerweise andere Medien, etwa die Tageszeitungen, später aufnehmen.

Neue Ausrichtung wird stark spürbar

Der angekündigte Abbau von 76 Angeboten bis Ende 2027 ist für Cario lediglich der Einstieg in eine größere strategische Neuausrichtung. Er spricht von einer Portfoliosteuerung und hat für das WDR-Programm vier zentrale Wachstumsfelder definiert.

Das Feld "Mehr Zeit für Tiefe" umfasst hochwertige Dokus, Erklär- und Talkformate. Das zweite Wachstumsfeld "Die beste Zeit für mich" zielt vor allem auf junge Zielgruppen mit unterhaltenden, fiktionalen Formaten, Comedy, Live-Sport und Dokusoaps.

Mit "Direkt aufs Smartphone" sollen regionale Nachrichten und Wissensformate wie "Quarks" gezielt mobil ausgespielt werden. Schließlich gibt es das Feld "Maus und mehr" für Kinder und Pre-Teens.

Während hier Neues entsteht, gibt es andererseits die "Stabilisierungsfelder": WDR Fernsehen und Radioprogramme, die Marktanteile sichern sollen, möglichst ohne zusätzliche Mittel. Insbesondere will sich der WDR künftig auf die Zeit zwischen 17 Uhr und 22.15 Uhr konzentrieren, mit Ausnahme von Formaten wie dem "Kölner Treff".

Das bedeutet unter anderem das Aus von "Frau tv" sowie eine Neustrukturierung der Nachmittagsformate: "Hier und heute" rückt auf 17 Uhr, wird mit der bisherigen "Servicezeit" verschmolzen und so Personal- sowie Produktionsressourcen effizienter genutzt.

Daneben fallen weitere Formate offenbar ganz aus dem TV-Programm. "Wir werden die linearen Doku-Plätze im WDR Fernsehen nicht in der bisherigen Form fortführen und uns stattdessen aufs Digitale konzentrieren", bestätigt Cario im Hinblick darauf.

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