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Bedienungen kämpfen gegen Entwicklung auf der Wiesn

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„Manchmal baff, was als Tradition abgetan wird“: Bedienungen kämpfen gegen Entwicklung auf der Wiesn

Von: Lukas Schierlinger

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Für sie ist das Oktoberfest mehr als nur ein Arbeitsplatz. Zahlreiche Wiesn-Bedienungen wenden sich gegen einen Trend, der ihnen große Sorge bereitet.

München – Wer auf der Wiesn arbeitet, braucht ein dickes Fell. Ganz besonders gilt das für die Bedienungen. Denn was manche ihrer Gäste im Zelt absondern oder sich herausnehmen, kann massiv auf die Stimmung schlagen. Zum Oktoberfest 2026 haben sich zahlreiche Servicekräfte zusammengetan – weil ihnen eine Entwicklung Sorge bereitet.

„Wir erleben seit Jahren, dass Dinge wieder sagbarer werden“, erzählt eine Kellnerin im Video, das die Social-Media-Initiative „Bedienungen gegen Rechts“ auf Instagram veröffentlicht hat. „Rechte Vorstellungen bekommen plötzlich weniger Widerspruch.“ Auf ihren Kanälen wollen die Beteiligten ein Bewusstsein dafür schaffen, wie sich die Stimmung im Land verändert hat – und was das für die Wiesn bedeutet.

Oktoberfest-Initiative: Die „Bedienungen gegen Rechts“

Im Clip, der von vielen Social-Media-Nutzern als „starkes Statement“ eingeordnet wird, erinnern die Bedienungen an ein dunkles Oktoberfest-Kapitel. Das Attentat von 1980, bei dem 13 Menschen ums Leben kamen. Erst sehr viel später wurde die Tat als „rechtsextremer Terrorakt“ benannt. Bei seiner Wiesn-Premiere als Münchens Oberbürgermeister gedachte Dominik Krause (Grüne) der Opfer, als er beim traditionellen Einzug innehielt.

„Ich bin manchmal total baff, was bei einem bestellt wird, oder wie sich Leute verhalten“, erzählt Mit-Initiatorin Fanny im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk (BR). „Und dass das oft auch als Tradition abgetan wird.“ Ihr bitteres Fazit, wenn sie auf die Arbeit als Oktoberfest-Bedienung blickt: „Es ist super viel Rassismus und Diskriminierung dabei.“ Dem wolle man nun gemeinsam offensiv die Stirn bieten.

„Für Vielfalt und Toleranz“ auf der Wiesn

Anna von den „Bedienungen gegen Rechts“ berichtet dem BR, wie schnell sich die Idee verbreitet habe. Zunächst habe man eine WhatsApp-Gruppe gegründet, innerhalb von einem Tag sicherten „über 100“ Wiesn-Kellner ihre Unterstützung zu. Und der Zuspruch reiße nicht ab.

Ihre Haltung formuliert die Initiative auf den Social-Media-Kanälen mehr als deutlich: „Wir stehen gemeinsam für Vielfalt, Toleranz und Respekt und klar gegen Rassismus, Menschenfeindlichkeit, Queerfeindlichkeit und rechte Hetze.“ Auch von den Veranstaltern des weltweit größten Volksfests würden sie sich eine klarere Positionierung wünschen, wie Anna im BR-Interview sagt: „Gegen Extremismus und gegen Gewalt, gegen Ausgrenzung.“

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