DAX -0,56 % 25.983,04 Pkt 18:00:00 MDAX -0,39 % 31.715,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,35 % 6.422,06 Pkt 18:00:00 Dow Jones -1,08 % 52.769,52 Pkt 21:58:16 S&P 500 -0,66 % 7.641,07 Pkt 21:58:13 Nasdaq -0,88 % 26.059,49 Pkt 21:58:16 Nikkei +1,36 % 66.216,79 Pkt 08:45:03 Gold +2,06 % 4.582,10 USD 21:48:04 Silber +3,71 % 68,18 USD 21:47:50 Brent +2,11 % 93,55 USD 21:48:05 WTI +0,93 % 86,63 USD 21:48:11 Bitcoin +4,86 % 72.629,61 USD 21:58:08 EUR/USD +0,88 % 1,16810 USD 21:57:53 EUR/GBP +0,19 % 0,85680 GBP 21:58:17 EUR/CHF -0,57 % 0,93480 CHF 21:58:16 EUR/JPY +0,61 % 185,818 JPY 21:58:17

Behandlungsfehler: Medizinischer Dienst meldet knapp 3.100 Behandlungsfehler

Nation

Knapp 3.100 medizinische Behandlungsfehler sind nach Angaben des medizinischen Dienstes deutschlandweit im vergangenen Jahr begangen worden. In 2.700 Fällen seien die Fehler ursächlich für Schäden gewesen, schrieb der Medizinische Dienst auf Bundes- und Länderebene in seinem jährlichen Begutachtungsbericht. In 97 Fällen führten die Fehler demnach zum Tod eines Menschen oder trugen stark dazu bei. 2024 waren 3.700 Fehler erkannt worden. Etwa 150 der Vorfälle stuften die Gutachter als besonders schwerwiegend ein. Solche Fälle werden in Fachkreisen auch als Never Events bezeichnet, also Fehler, die unbedingt zu vermeiden sind. Dazu zählen gravierende Medikationsfehler, im Körper vergessenes Operationsmaterial oder die Verwechslung von Patienten oder Körperseiten. Fast 30 Prozent der Vorwürfe betrafen 2025 Behandlungen aus dem Bereich Orthopädie und Unfallchirurgie. Die Häufungen von Verdachtsmeldungen in einem Fachgebiet ergebe sich den Gutachtern zufolge aber vor allem daraus, dass bei chirurgischen Eingriffen Fehler leichter zu erkennen seien. Insgesamt untersuchten die Gutachter bundesweit rund 11.700 vermutete Behandlungsfehler. Nach Einschätzung des Medizinischen Dienstes ist diese Zahl aber nur ein kleiner Ausschnitt des tatsächlichen Fehlergeschehens. »Die Dunkelziffer ist hoch und darf nicht länger kleingeredet werden«, sagte der Vorstandsvorsitzende Stefan Gronemeyer. Wissenschaftliche Untersuchungen gehen davon aus, dass es bei zwei bis vier Prozent der stationären Behandlungen zu vermeidbaren Schäden kommt – das wären in Deutschland etwa 350.000 bis 700.000 Fälle. Wirtschaftlichkeit im Blick Gronemeyer verwies mit Blick auf kürzlich beschlossene Einsparungen bei den Gesundheitsausgaben auch auf die Folgekosten solcher Fehler. »Jeder vermeidbare Schaden, den wir verhindern, bedeutet weniger Leid und vermeidet zugleich unnötige Folgekosten.« Mehr Patientensicherheit sei deshalb auch eine Frage der Wirtschaftlichkeit des Gesundheitswesens. Zur besseren Fehlervermeidung forderten die Gutachter die systematische Einführung von sanktionslosen Meldesystemen für schwere Schadenereignissen. Zudem brauche es eine gesetzliche Verpflichtung, dass Patienten umgehend informiert werden müssten, sollten Fehler auftreten. Das stärke nicht nur die Rechte der Betroffenen, sondern schaffe zusätzliche Anreize zur Fehleraufarbeitung und Fehlerprävention. »Wenn solche Fehler geschehen, dann weist das eindeutig auf Risiken im Versorgungsprozess hin, denen systematisch nachgegangen werden muss, um weitere Schadensfälle zu verhindern«, sagte Gronemeyer. Deshalb sei eine schnelle Registrierung wichtig. Der Medizinische Dienst ist eine ursprünglich von den Krankenkassen gemeinsam eingerichtete Beratungs- und Begutachtungsorganisation, die mittlerweile auf Bundes- und Länderebene als eigenständige Körperschaft öffentlichen Rechts organisiert ist.

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