Bei Abschuss russischer Drohnen in Ukraine bewährt: Tytan baut Produktion deutscher Abfangdrohnen aus
Der deutsche Drohnenhersteller Tytan Technologies will die Produktion von Abfangdrohnen weiter ausbauen, wie „Defense News” berichtet. Nach erfolgreichen Einsätzen in der Ukraine plant das Unternehmen noch im August diesen Jahres ein neues Werk in Deutschland zu eröffnen. Dort sollen künftig 3000 Abfangdrohnen im Monat gebaut werden, also 36.000 im Jahr. Abfangdrohnen sind spezielle Drohnen, die andere unbemannte Fluggeräte in der Luft erkennen, verfolgen und stoppen sollen. Ihr Ziel ist es, feindliche Drohnen unschädlich zu machen, bevor diese etwa Soldaten angreifen, Aufklärung betreiben oder wichtige Infrastruktur treffen können. Anders als klassische Kampfdrohnen greifen sie also nicht in erster Linie Ziele am Boden an, sondern dienen der Abwehr in der Luft. Das kann die Tytan-Abfangdrohne Das System erreicht laut dem Hersteller Tytan eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 375 km/h. Die Drohne hat eine Reichweite von bis zu 60 Kilometern und eine maximale Flughöhe von 5000 Metern. Sie wiegt insgesamt 6 Kilogramm und kann eine Nutzlast von 1,2 Kilogramm tragen. Gesteuert wird sie mit Hilfe von Bodenradar und autonomer Navigation. Zur Zielerkennung nutzt die Tytan eine KI-gestützte Wärmebildkamera. Feindliche Drohnen kann sie entweder direkt durch einen Aufprall zerstören oder mit einem Splittergefechtskopf bekämpfen. Neue Fabrik als Grundlage für weiteres Wachstum Mit der neuen Fabrik verfolgt Tytan aber noch größere Pläne. Firmenchef Balazs Nagy erklärte, das Werk in Deutschland solle auch als Vorlage für weiteres Wachstum dienen. Wenn der Start erfolgreich gelingt, könnte das Unternehmen seine Produktion auch in anderen Ländern ausbauen. ANZEIGE ANZEIGE Vor allem in Polen und Ungarn soll es laut „Defense News” bereits Gespräche über eine engere Zusammenarbeit gegeben haben. Demnach wird auch geprüft, ob polnische Firmen künftig Teile liefern oder in die Produktion eingebunden werden können. Viele Teile stammen aus Europa Nach Angaben von Tytan Technologies stammen bis zu 95 Prozent der Bauteile für die Drohnen aus Europa. Für europäische Länder kann das aus mehreren Gründen wichtig sein. Wenn die meisten Teile aus Europa kommen, sind Herstellung und Lieferung weniger abhängig von Zulieferern aus anderen Weltregionen. Das kann laut „Defense Express” helfen, Ausfälle zu vermeiden, falls es zu Transportproblemen, politischen Spannungen oder neuen Handelsbeschränkungen kommt. Für Staaten in Europa bedeutet das im besten Fall kürzere Lieferwege, mehr Planungssicherheit und eine schnellere Beschaffung. Weniger abhängig von anderen Staaten Tytan bezeichnet seine Systeme als „ITAR Free“. Das heißt, die Drohnen fallen nicht unter bestimmte amerikanische Exportregeln. Auch das kann für europäische Kunden wichtig sein, weil Käufe, Lieferungen und die Nutzung der Technik dadurch unter Umständen leichter und unabhängiger von Genehmigungen aus den USA organisiert werden können.