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Bei dieser Aussage „rutschte Gina H. unruhig auf ihrem Stuhl hin und her“

Nation

Die Angeklagte im Prozess um den Mord am achtjährigen Fabian leidet seit Jahren an einer „psychisch instabilen Persönlichkeitsstörung“, die „Borderline-Anteile“ beinhalte. Im Hintergrund der 30-Jährigen gebe es eine „posttraumatische Belastungsstörung“ sowie längere Zeit auch eine soziale Phobie, die aber später abgenommen hat, wie der Psychotherapeut und Sachverständige Friedrich Oschkinat am Donnerstag vor dem Landgericht Rostock zu Gina H. erläuterte. „Es ist ein schweres Störungsbild“. Inwiefern sich die Angeklagte während der Aussage des Psychologen sichtlich unwohl fühlte und warum Gina H. „unruhig auf ihrem Stuhl hin und her rutschte“, ordnet unsere Reporterin am Landgericht oben im Video ein. Therapeut betreute sie seit 2018 Der Arzt aus Güstrow hat die Angeklagte seit 2018 betreut. Damals war sie schwanger, volljährig geworden und wurde von einer anderen Therapeutin überwiesen. In der jahrelangen Gesprächstherapie ging es vorrangig um aktuelle Konflikte, wie der Partnerschaft mit dem leiblichen Vater von Fabian. Diese habe er mit Verhaltenstherapie zu behandeln versucht. +++ Manipulationsversuch der Angeklagten als „Vorgeschmack“ auf ihre Aussage +++ Insgesamt habe er den Eindruck, dass Reiten und Pferdesport die Patientin stabilisiert haben, sagte Oschkinat. Dass die Frau am Ende sogar fünf Pferde und Ponys hatte, war dem Therapeuten nicht bekannt. Er wisse nur von weniger Tieren. Nach Ansicht von Richter Holger Schütt ist es aber ein Widerspruch, dass die Angeklagte zwar nicht erwerbsfähig sei, weil sie unter anderem Leistungsdruck und Menschenansammlungen nicht ertrage, aber zugleich aktiv auch bei Turnieren reite und täglich fünf Tiere versorgt und umsorgt. Die 30-Jährige lebt von Erwerbsunfähigkeitsrente. Arzt: Habe Angeklagte als fürsorgliche Mutter erlebt Die Beziehung zu Fabians Vater, die am Ende mit vielen Auf und Abs vier Jahre bestand, habe sich ebenfalls zum Teil stabilisierend auf die Angeklagte ausgewirkt, sagte der Therapeut. Leute mit solchen Krankheitsbildern neigten eigentlich eher zu „sehr intensiven, aber kurzen Partnerschaften“. Allerdings schätze er es so ein, dass die Trennung der beiden über fast zwei Jahre hinweg lief. Die Rückgabe der Schlüssel durch den Vater, der sich von ihr überwacht fühlte, am 13. August 2025, sei nur der letzte Akt gewesen. Mit ihrem eigenen Kind habe er die Frau als fürsorgliche Mutter erlebt. Bekannt war allerdings, dass der Vater des Ex-Freundes, also Fabians Opa, gegen die Partnerschaft gewesen sein soll. Die Reiterin war seiner Familie viel zu dominant, „der Junge durfte nicht mal ein Bier trinken“, soll der inzwischen gestorbene Großvater gesagt haben. Der Frau aus Reimershagen wird „Mord aus Heimtücke“ vorgeworfen. Laut Anklage soll sie den achtjährigen Fabian am 10. Oktober 2025 - einem Freitag, an dem der Junge wegen angeblicher Kopfschmerzen allein zu Hause war - aus Güstrow abgeholt und erstochen haben. Damit soll sie versucht haben, ihre Beziehung zum Vater des Jungen, der sich von ihr getrennt hatte, wieder neu zu beleben. Die Angeklagte schweigt bisher im Prozess, bestreitet aber nach Angaben ihrer Anwälte die Anklagevorwürfe. Sie will sich am 24. August äußern. Polizist: Bei Haftbefehl habe die Angeklagte geweint Am Donnerstag hatte zuvor ein Kriminalist als Zeuge geschildert, wie die Angeklagte - die erst nach dem Auffinden der Leiche am 14. Oktober unter Verdacht geriet - den Tag ihrer Verhaftung am 6. November erlebt hat. „Sie war bei der Durchsuchung des Hauses ihrer Großeltern in Reimershagen, wo sie und ihr Junge lebten, sehr ruhig, teilweise wirkte sie teilnahmslos“, sagte der 61-jährige Beamte. Als der Pferdesportlerin der Untersuchungshaftbefehl schließlich verkündet wurde, habe sie geweint. Eine andere Polizistin berichtet am Landgericht, wie sie einen Tag nach Fabians Verschwinden bereits zu der Adresse der Tatverdächtigen geschickt worden war. Damals lief die Vermisstensuche nach Fabian. „Sie kam auf uns zu und fragte, ob wir sie suchen?“, sagte die Zeugin. Auf die Frage, ob sie wisse, wo der Junge sei, sagte sie: „Er war zum letzten Mal in den Sommerferien 2025 in Reimershagen.“ Kurze Zeit später hatte sich der Vater des Jungen nach monatelangen Streitigkeiten vor allem um Geld, Eifersucht und großem Kontrolldruck ihrerseits endgültig getrennt und auch seine Technik von ihrem Hof mitgenommen. Wann mit einem Urteil gerechnet wird Die Angeklagte habe am 11. Oktober erklärt, sie mache sich große Sorgen um den Jungen, gab die Polizistin die Worte der 30-Jährigen wieder. Die Sorge habe sie ihr auch abgenommen. Am Ende ließ die Pferdesportlerin die Polizisten bereits am 11. Oktober kurz das Wohnhaus in Reimershagen inspizieren. Dabei sei aber nichts Verdächtiges bemerkt worden. Die Leiche des Jungen wurde vier Tage nach seinem Verschwinden an einem Tümpel bei Klein Upahl gefunden, jemand hatte diese in Brand gesetzt. Die angeklagte Pferdesportlerin hatte die Polizei an dem Tag angerufen und gesagt, wo der Leichnam liegt, den sie „durch Zufall“ entdeckt haben will. In dem Mord-Prozess gibt es nach 19 Verhandlungstagen nun eine vierwöchige Pause bis Anfang August. Mit einem Urteil wird Anfang September gerechnet. Fabians Vater hatte sich bereits 2018 von der Mutter des Jungen in Güstrow getrennt.

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