Bei einer Militärübung in Bayern setzte eine ukrainische Drohneneinheit einer US-Panzerbrigade schwere Schläge zu
Eine ukrainische Drohneneinheit hat einer US-Panzerbrigade bei einem Manöver in Deutschland schwere Verluste zugefügt. In den ersten drei Tagen gingen 70 Prozent der Ausfälle der amerikanischen Einheit auf Drohnen zurück, heißt es in einem neuen Beitrag in „Military Review“, der Fachzeitschrift der US-Armee.
Bei der Übung „Combined Resolve 26-07“ im Frühjahr 2026 kämpfte eine US-Panzerbrigade auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels in Bayern gegen eine Übungstruppe. Zu ihr gehörte auch ein Regiment der ukrainischen Drohnenstreitkräfte. Die gegnerischen Drohnen griffen Soldaten und Fahrzeuge direkt an oder lotsten Artillerie ins Ziel.
US-Brigade stellt Taktik nach schweren Verlusten um
Während der rund zehntägigen Übung griff die Gegenseite mehr als 750 Mal mit Drohnen an oder setzte sie zur Zielaufklärung für Artillerie ein. Nach den hohen Verlusten zu Beginn passte die Brigade ihre Taktik an. Dadurch sank der Anteil der drohnenbedingten Ausfälle bis zum Ende des dritten Tages auf unter 30 Prozent.
Die Brigade setzte Störsysteme gegen Drohnen ein, doch diese arbeiteten nur von festen Standorten aus und mussten schrittweise verlegt werden. In der Bewegung blieb die Truppe verwundbar. Gegen Glasfaser-Drohnen half elektronische Störung kaum. Deshalb änderten die Soldaten ihr Verhalten deutlich:
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konsequentere Deckung
bessere Tarnung
stärkere Verteilung im Gelände
kleinere Routen
schnellere Reaktionen nach Feindkontakt
Nach Einschätzung der Autoren beruhen innerhalb der Brigade rund 60 Prozent der Drohnenabwehr auf solchen einfachen, eingeübten Maßnahmen.
Tarnung bremst Nachschub und erschwert Führung
Das hatte allerdings Folgen: Besatzungen schalteten ihr digitales Ortungs- und Führungssystem ab, reduzierten den Funkverkehr und verzichteten teils auf Starshield-Verbindungen, um elektronisch schwerer auffindbar zu sein. Nachschub brauchte doppelt so lange wie geplant, weil die Gegenseite gezielt die Versorgungswege jagte.
Der Kompaniechef Allan Watson schrieb im Fachportal „Task & Purpose“, ukrainische Drohnen hätten schon über seiner Einheit gekreist, als sie durch das einzige Tor auf den Übungsplatz fuhr. „Sie zeigten uns, wie man billige Drohnen über unglaubliche Entfernungen wirksam fliegt“, schrieb er. Zudem hätten sie „eine Meisterklasse“ in der schnellen Verbindung von Aufklärung und Bekämpfung vorgeführt.
Mehr als 700 Drohnen bereiten den Gegenangriff vor
Für die Angriffsphase setzte die Brigade mit Unterstützung eines experimentellen Drohnenbataillons mehr als 700 eigene Drohnen ein. Mit Relais-Drohnen erreichten viele davon 25 bis 40 Kilometer Reichweite und deckten damit das gesamte Übungsgelände ab. Anfangs überforderte die Masse den Stab, später bekamen die Drohneneinheiten klare Prioritäten und mehr Freiheit bei der Zielsuche.
Zum Ende der Übung gelang der Brigade an zwei Stellen gleichzeitig der Durchbruch durch die gegnerischen Linien. Die beiden Vorstöße lagen in dichtem Wald rund sechs Kilometer auseinander.