Bei Erzgebirge Aue muss sich keiner in die Hose sch***en: Macht es Skarlatidis wie 2015?
"Ich weiß noch, Basti Hertner (im letzten Winter bei einem Skiurlaub in Montenegro tödlich verunglückt/d. Red.) lupfte zu mir, und ich flanke dann direkt auf Max Wegner, der den dann mit dem Kopf hineindrückt. Und dann schlägt Christian Tiffert (44) die Flanke auf Nicky Adler", beschrieb Skarlatidis im TAG24-Gespräch, wie der Schacht als Sieger hervorging und damit den Himmelblauen ein Schnippchen schlug. Deren Fans hatten vorher noch in ihrer Choreo gemeint: "Flieg nicht so hoch, mein kleiner Feind." Nur um dann im Spielverlauf selbst wie Ikarus der Sonne zu nahe zu kommen und die Partie nach dem zwischenzeitlichen 1:0 von Anton Fink aus der Hand zu geben. Das Rückspiel lief ähnlich. Da bereitete "Skarla" nicht vor, er traf Ende April 2016 im erzgebirgischen Schneegestöber zum 2:0, dem Endergebnis. Eine ähnliche Dramaturgie dürfte sehr nach dem Geschmack der Veilchen sein. "Jedes Derby ist etwas Besonderes, aber auf seine Art und Weise immer wieder anders. Es werden Sachen passieren, wo wir die Ruhe bewahren müssen, wenn das ganze Stadion dort bebt", meint Skarlatidis. Vor elf Jahren hießen diese Ruhepole Tiffert, dazu Männel im Tor. Jetzt wird es auch mit an "Skarla" liegen, die Jungs zu leiten, die noch nicht so viele Derbys in den Knochen haben. "Das Spiel wird uns in unserer Entwicklung weiterbringen. Nach wie vor ist es so, dass wir noch keine fertige Mannschaft sind - noch lange nicht. Ich kann mich noch erinnern, wie es bei mir vor elf Jahren gewesen ist. Das war kein einfaches Spiel, mit zu Beginn wenig Ballkontakten. Doch ich habe mir gesagt, Ruhe bewahren, Eier zeigen, mutig spielen, und im Endeffekt haben wir uns damit belohnt", sagt der Routinier und hält das auch diesmal für die richtige Marschroute. Skarlatidis: "Unsere jungen Spieler sollen mutig und frech sein. Da muss sich keiner in die Hose sch***en! Das ist ganz wichtig, denn auch in so einem Spiel wächst man, und wir älteren, die Papas der Truppe, sind in der Pflicht, unsere Aufgaben zu erledigen und die jungen mitzuziehen, soweit das möglich ist."