Bei TKMS startete die U
Mit der Beteiligung Kanadas wird sich das 212CD-Programm zu einer einzigartigen multinationalen NATO-Kooperation entwickeln. Ziel ist es laut TKMS, die Interoperabilität der Seestreitkräfte weiter zu erhöhen, Synergien über den gesamten Lebenszyklus der U-Boote zu schaffen und die maritime Sicherheit im Nordatlantik und in der Arktis nachhaltig zu stärken. In den kommenden Wochen werden Verhandlungen zur Formalisierung der Vereinbarungen geführt, während die Partner ihre gemeinsame Planung und die Vorbereitungen für die nächsten Schritte der Programmumsetzung weiter vertiefen. Am 6. Juli 2026 hatte Kanadas Premierminister Mark Carney auf der Canadian Forces Base Halifax verkündet, dass sich sein Land für TKMS entschieden hat. Der reine Bauauftrag wird auf rund 20 Milliarden Euro taxiert, inklusive Wartung und Service über die Nutzungsdauer könnte das Gesamtvolumen auf rund 60 Milliarden Euro anwachsen. Geplant ist die Beschaffung von bis zu zwölf U-Booten der Klasse 212CD als Ersatz für die veraltete, wartungsintensive Victoria-Klasse, von der nach Regierungsangaben aktuell nur ein einziges Boot einsatzbereit ist. Ein finaler Bauvertrag steht noch aus, bis spätestens Ende 2027 soll er stehen. Die ersten Boote sollen ab 2034 ausgeliefert werden. Für den Fall scheiternder Verhandlungen hält sich Kanada mit dem unterlegenden Anbieter Hanwha Ocean aus Südkorea offiziell noch eine Rückfalloption offen. Mit den zwölf zusätzlichen Booten für Kanada würde sich die 212CD-Flotte auf bis zu 24 baugleiche Einheiten für drei NATO-Staaten summieren – Deutschland und Norwegen haben bislang je sechs U-Boote bestellt. Gebaut werden sollen die Kanada-Boote nach bisherigem Stand in Kiel und Wismar, wo dafür bis zu 1.500 neue Arbeitsplätze entstehen könnten. Kernstück der Baureihe ist ein besonders leises, luftunabhängiges Antriebssystem (AIP) auf Basis wasserstoffbetriebener Brennstoffzellen, das den Booten lange Tauchzeiten ohne Auftauchen ermöglichen soll – ein Fähigkeitsmerkmal, das gerade für Einsätze unter der arktischen Eisdecke als entscheidender Vorteil gilt. Die 212CD U-Boot-Planung Die Klasse 212CD („Common Design“) ist eine Weiterentwicklung der bewährten deutschen 212-Baureihe und wurde von TKMS gemeinsam für die deutsche und die norwegische Marine konzipiert. Mit rund 73 Metern Länge und 10 Metern Breite fällt sie deutlich größer aus als ihre Vorgänger wie die bisherigen U 212A der deutschen Marine. Hier liegt die Länge der U-Boote bei lediglich 57 Metern und rund 7 Metern Breite. Das spiegelt sich auch bei der Verdrängung wieder, die bei den U212 CD aufgetaucht bei ca. 2.500 t, getaucht bei ca. 2.800 t liegen soll. Zum Vergleich: Bei den U 212A werden ca. 1.500 t (aufgetaucht) bzw. 1.800 t (getaucht) Wasser verdrängt. Die neuen trinationalen U-Boote bieten demnach mehr Raum für Sensorik, Bewaffnung und Besatzung. Neben dem Brennstoffzellen-Antrieb setzt das Boot auf ein Stealth-Rumpfdesign, das die Entdeckungswahrscheinlichkeit durch feindliches Sonar minimieren soll, sowie auf das gemeinsam mit KONGSBERG entwickelte Gefechtsführungssystem ORCCA. Für die kanadische Marine ist besonders die Auslegung auf den Einsatz im Atlantik, im Pazifik und unter der arktischen Eisgrenze relevant – eine Kombination, die nur wenige U-Boot-Typen weltweit leisten können.