Beim FC Bayern wollte man ihn nicht mehr: Nicolas Jackson legt Traumstart bei Aston Villa hin
Wer ein Top-Spieler ist, der braucht seinen eigenen Torjubel: Nicolas Jackson stellt sich mit versteinerter Miene auf, streckt den Daumen waagerecht Richtung TV-Kamera aus und dreht ihn zunächst langsam nach oben – nur um ihn dann ruckartig nach unten zeigen zu lassen. Das ganze Schauspiel rundet eine "Kopf-ab-Geste" ab, die in anderen Ligen, siehe Paris Brunner in Monaco, auch schon mal zu einer längeren Sperre führt.
Nicht so in der Premier League, in der Jackson in dieser Saison wieder unterwegs ist. Der FC Chelsea sah in Person von Trainer Enzo Maresca im Sommer 2025 keine Basis mehr für eine Zusammenarbeit mit dem Angreifer, der schließlich auf Leihbasis als Back-Up für Harry Kane zum FC Bayern München wechselte.
Dort machte er es mit elf Toren und vier Assists in 34 Pflichtspielen ordentlich – aber für eine feste Verpflichtung für die festgeschriebenen 65 Millionen Euro reichten seine Leistungen aus FCB-Sicht auch nicht aus. Verständlicherweise: Als langfristiger Nachfolger des aktuell noch unantastbaren Harry Kane hatte Jackson sich nicht empfohlen.
Also ging es wieder zurück zum FC Chelsea, der von seinen Preisvorstellungen nicht abrückte, obwohl er Jackson keine Perspektive an der Stamford Bridge bot. Ende August schnappte schließlich Aston Villa zu, das dringend einen Ersatz für den abgewanderten Ollie Watkins in der Sturmmitte benötigte: 55 Millionen Euro Ablöse zahlte der Klub aus Birmingham für Jackson, mit erfolgsabhängigen Boni kann die Summe noch auf 75 Millionen Euro steigen.
Wie verlief der Saisonstart für Aston Villa und für Nicolas Jackson?
Und Erfolg hat Jackson persönlich – auch wenn es für Villa als Fünftletzter der Premier League zumindest in der Liga noch gar nicht gut läuft. Fünf Tore erzielte er in seinen acht Pflichtspielen für den neuen Verein, zwei davon in dieser Woche beim überzeugenden 6:0 in der Champions League gegen Fenerbahce. Garniert wurde das Ganze dann mal wieder von seinem ganz eigenen Jubel, für den er bislang keine Erklärung lieferte und der damit zu Spekulationen im Internet Anlass gab. Die naheliegendste Antwort: Es handelt sich um eine "Gladiator"-Geste, mit gesenktem Daumen und dem Schnitt durch die Kehle wird der Tod des unterlegenen Kämpfers gefordert. Das macht es nicht schöner, aber spezieller.
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Den Villa-Fans wird es egal sein, wie Jackson feiert. Ihnen ist wichtig, dass einer ihrer großen Hoffnungsträger neben Leon Goretzka, der nach seinem Wechsel vom FC Bayern gegen Fener sein Saison-Debüt nach einer längeren Verletzungspause gab, weiter trifft. Die Voraussetzungen dafür sind gut, denn schließlich ist Jackson beim letztjährigen Europa-League-Sieger wieder an seinen Lieblingstrainer geraten: Mit Unai Emery arbeitete er schon vor Jahren bei Villarreal zusammen – und gewann unter ihm die Europa League. "Für diesen Trainer zu spielen, ist sehr wichtig", sagte er nun über Emery.
Emery setzt konsequent auf Jackson im Angriff. Allerdings auch, weil ihm nach einem großen Umbruch im Sommer die qualitativ hochwertigen Alternativen im Kader fehlen. Die Restzweifler, die es jedoch immer noch gibt, muss der 25 Jahre alte Senegalese noch überzeugen: "Wenn er doch so ein guter Spieler ist: Warum hat er sich dann nicht bei Chelsea durchgesetzt?", fragte in dieser Woche Ex-Villa-Scout Bryan King bei Football Insider.
Eine Antwort auf diese Frage wollen die Villa-Fans gar nicht hören, solange Jackson trifft und ganz speziell jubelt – auch wenn die Art und Weise nicht sonderlich geschmackvoll ist.