Beinahe-Katastrophe am Münchner Flughafen: Bundesbehörde nennt Details
Die Experten der BFU in Braunschweig untersuchen derzeit die Flugschreiber des Dreamliners. „Das Auslesen und die Analyse der Daten wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen“, hieß es. An der Untersuchung beteiligt sind laut der Bundesanstalt auch entsprechende Stellen in Vietnam und den USA, wo der Flugzeughersteller Boeing ansässig ist. Welche Gründe zu dem Beinahe-Unfall führten, ist nach Angaben der BFU noch offen. „Es müssen noch weitere Fakten zu den Bereichen Mensch und Technik sowie den organisatorischen Einflussfaktoren ermittelt werden“, teilte die Bundesanstalt mit. In einem Untersuchungsbericht werde man die Fakten analysieren, Schlussfolgerungen ziehen und auch die Ursachen des Unfalls nennen. Die Bundesanstalt erklärte, dass ihre Erkenntnisse nur dazu dienen, künftig derartige Unfälle und Störungen zu vermeiden. „Die Untersuchung dient nicht der Feststellung des Verschuldens, der Haftung oder von Ansprüchen“, stellte die Behörde klar. Berichte staatsnaher vietnamesischer Medien hatten bereits am Dienstag ein technisches Problem an der Vietnam-Airlines-Maschine schon beim Start nahegelegt. Beim Beschleunigen auf dem Rollfeld habe die Besatzung bereits Probleme bei der Boeing 787-9 festgestellt, berichteten die regierungsnahen Tageszeitungen Tuoi Tre und Thanh Nien unter Berufung auf erste Erkenntnisse von Vietnams Luftfahrtbehörde, die sich auf Darstellungen der Piloten stützen. Die Behörde wollte den Inhalt der Medienberichte nicht bestätigen. Ungefähr auf halbem Weg auf der Startbahn habe die Maschine rund zwei Sekunden lang nicht an Tempo zugelegt, heißt es in den Berichten weiter. Danach habe die Maschine zunächst bis zur kritisch erforderlichen Geschwindigkeit beschleunigt, aber dann sei das Tempo abgefallen. Da nicht mehr genug Strecke auf der Bahn vorhanden gewesen sei, um den Start sicher abzubrechen, habe der Pilot den Startvorgang fortgesetzt. Der Pilot habe die Triebwerks-Schubhebel auf maximale Position gebracht und die Flugzeugnase hochgezogen. Nach dem gerade noch erfolgreichen Abheben habe die Maschine Warnmeldungen abgegeben, dass das Heck auf das Rollfeld getroffen sei – ein sogenannter Tailstrike – und zudem vier der acht Reifen Luft verlören, heißt es weiter. Bei einer späteren ersten Inspektion sei festgestellt worden, dass die Reifen – drei auf der linken Fahrwerksseite, einer auf der rechten – geplatzt waren. Die Besatzung habe daraufhin die Flugsicherung informiert und entschieden, für eine technische Überprüfung nach München zurückzukehren.