Beinahe-Unglück am Flughafen München: Cockpit mit Entscheidung kurz vor Start - Rätsel um Bremsvorgang
Startseite
Lokales
Erding
Flughafen München
Beinahe-Unglück am Flughafen München: Cockpit traf Entscheidung kurz vor Start – Rätsel um Bremsvorgang
Von: Lucas Sauter Orengo
Uns auf Google folgen
Was passierte an Bord der Vietnam-Airlines am Flughafen München, wo es im Sommer beinahe zu einem Unglück kam? Nun liegt ein erster Bericht vor.
Flughafen München – Flugexperten waren sich einig: Der Flughafen München ist Mitte August dieses Jahres beinahe an einer großen Katastrophe vorbeigeschrammt. Eine Boeing-Maschine der Vietnam Airlines war am 15. August auf die Startbahn gerollt, um Richtung Vietnam zu fliegen. Am Ende fuhr das Flugzeug über die Bahn hinaus, rollte einige Meter über das Gras, und hob erst dann schwerfällig ab. Die Suche nach Erklärungen und Begründungen startete unvermittelt – jetzt hat die BFU (Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung) einen ersten Bericht veröffentlicht.
Beinahe-Unglück am Flughafen München: Cockpit mit Entscheidung kurz vor Start – Rätsel um Bremsvorgang
Demnach war beim missglückten Dreamliner-Start am Münchner Flughafen Mitte August die Bremse des Flugzeugs im Spiel: Laut dem ersten Zwischenbericht der Flugunfalluntersuchungsstelle BFU wurden die Bremsen der Boeing 787-9 während des Startlaufs zweimal betätigt – einmal kurz nach Beginn des Anlaufs, ein zweites Mal kurz vor dem Abheben. Ob ein Pilot die Bremsen bewusst aktivierte oder ein technischer Defekt vorlag, geht aus dem Bericht nicht hervor. Die Ermittler haben Teile der Bremsanlage sowie weitere Komponenten der Maschine gesichert, um sie genauer zu untersuchen. Zudem erhöhte der Copilot laut Bericht kurz vor dem Abheben auf der rechten Seite die Triebwerksleistung – weil Heck und beide Hauptfahrwerke die Startbahnbeleuchtung trafen, wurde das Flugzeug erheblich beschädigt und hob letztlich erst im Grasbereich hinter der Startbahn ab.
Die Piloten entschieden sich daraufhin zur Rückkehr zum Flughafen, mussten wegen des vollen Tanks zunächst aber über zwei Stunden lang Treibstoff ablassen, bevor eine sichere Landung möglich war. Dadurch wurden die Stimmaufzeichnungen aus dem Cockpit während des eigentlichen Startlaufs überschrieben, was die weitere Aufklärung erschwert. Die Maschine landete zwar sicher, konnte aber wegen erheblich beschädigter Reifen nicht mehr von der Landebahn rollen. Verletzt wurde niemand. Der endgültige Untersuchungsbericht steht noch aus. (Quelle: Bericht BFU) (lso)