Bekannter Architekt aus Bayern stürzt in Südtirol 100 Meter in den Tod
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Bekannter Architekt aus Bayern stürzt in Südtirol 100 Meter in den Tod – „Er hinterlässt eine große Lücke“
Von: Andreas Jäger, Barbara Schlotterer-Fuchs
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Fritz Weinberger ist tot. Der 72‑jährige Architekt aus Schongau ist bei einem Bergunfall in Südtirol ums Leben gekommen.
Schongau – Schongau ist in Trauer. Denn mit dem Architekten Fritz Weinberger ist eines der bekanntesten Gesichter der Lechstadt verstorben.
Die Rettungskräfte konnten Weinberger nicht mehr helfen
Der 72‑Jährige ist Ende vergangener Woche beim Wandern im Südtiroler Schnalstal verunglückt. Beim Abstieg von der Kirchbachspitze, einem über 3000 Meter hohen Berg in der Texelgruppe, stürzte er in steilem Gelände 100 bis 150 Meter in die Tiefe. Wie das Portal „Alpin.de“ berichtet, setzte Weinbergers Begleiter sofort einen Notruf ab. Die Einsatzkräfte eilten zur Unfallstelle, auch ein Notarzthubschrauber wurde beordert. Doch sie alle konnten Fritz Weinberger nicht mehr helfen. Der Schongauer erlag noch vor Ort seinen schweren Verletzungen.
Ich bin schockiert. Er hinterlässt eine große Lücke.
„Ich bin schockiert“, sagt Fritz Holzhey, ein langer Wegbegleiter und Freund von Fritz Weinberger: „Er hinterlässt eine große Lücke.“ Über fast zwei Jahrzehnte hinweg waren die beiden gemeinsam im Schongauer Stadtrat gesessen – Holzhey für die UWV, Weinberger für die SPD. Erst vor wenigen Tagen hatte Holzhey Weinberger noch beim Stammtisch getroffen. „Er war gut drauf. Wie immer.“
Weinberger war SPD-Stadtrat in Schongau von 1984 bis 2002
Schongaus Bürgermeister Thomas Schleich hat am vergangenen Samstag am Rande der Stadtratsklausur von Weinbergers Tod erfahren. „Ich bin sehr betrübt“, sagt der Rathaus-Chef im Gespräch mit der Heimatzeitung. In jeder Hinsicht sei Weinberger „sehr prägend“ für Schongau gewesen – als Architekt und als Stadtrat, der er von 1984 bis 2002 war. Für die Arbeit des Schongauer Bauausschusses sei Weinberger, der auch Träger des Ehrenrings der Stadt Schongau ist, mit seiner Expertise eine absolute Bereicherung gewesen.
„Fritz Weinberger war das gute Gewissen der Bautätigkeit in Schongau“, betont auch Fritz Holzhey. Als achtjähriger Bub nach Schongau gekommen, hatte sich Weinberger in die Altstadt verliebt, wo er sich am Frauentor selbst ein historisches Gebäude zu einem gemütlichen Zuhause umgestaltet hatte.
Viele Gebäude in Schongau und darüber hinaus geprägt
„Fritz hatte sehr viel übrig für die Altstadt“, erzählt Holzhey über Weinberger. „Er war sehr engagiert, menschlich offen und impulsiv bei all seinen Ideen.“ Der bekannte Architekt hat viele Gebäude in Schongau geprägt – dazu zählen unter anderem das Stadtmuseum, die Heimerer-Schulen, die „Blaue Traube“ oder das „Plantsch“. Aber auch weit über die Grenzen der Lechstadt hinaus finden sich Projekte, die Weinbergers Handschrift tragen: der Rathaus-Umbau, die energetische Sanierung der Mittelschule und die Generalsanierungen der Ammerschule und der Hardtschule in Weilheim. Zudem plante er eine Ausstellungshalle von Fendt in Marktoberdorf und das RTL-Sendezentrum in München.
Auch für das Diakoniedorf Herzogsägmühle hat Weinberger viele Bauprojekte wie den Mühlenmarkt, das Culinarium oder zuletzt die am Freitag eingeweihten Neubauten am Tessin-Anger (wir berichteten) umgesetzt. „Mit Fritz Weinberger verlieren wir nicht nur einen Architekten für unser Diakoniedorf. Sein Tod ist auch ein unglaublich schmerzhafter menschlicher Verlust“, so Hans Rock, Vorstand der Diakonie für München und Oberbayern.
2023 ging Fritz Weinberger in den Ruhestand
Mitte der 80er Jahre eröffnete Fritz Weinberger sein Architekturbüro in Schongau. Ab 1999 führte er das Büro zusammen mit Gabriele Anderl. Im Jahr 2013 stieß dann Matthias Schamper als dritter Geschäftspartner dazu, das Büro wurde zu „Plan 3 Architekten“. Vor sechs Jahren zog sich Weinberger aus der Geschäftsführung zurück, vor drei Jahren verabschiedete er sich in den Ruhestand. „Sehr aktiv und sehr engagiert“ sei Weinberger stets gewesen, erinnert sich seine ehemalige Geschäftspartnerin Gabriele Anderl. Der Erhalt des Denkmalcharakters war ihm bei seiner Arbeit immer besonders wichtig.