Bekannter Rucksack-Hersteller ist insolvent - Produktion nach 14 Jahren eingestellt
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Bekannter Rucksack-Hersteller ist insolvent – Produktion nach 14 Jahren eingestellt
Von: Martina Hunger
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Viele Outdoor-Fans kannten die handgefertigten Rucksäcke von Red Rebane. Doch nach 14 Jahren ist Schluss: Die Manufaktur ist insolvent, alle Mitarbeiter mussten gehen. Ganz verschwindet das Unternehmen allerdings nicht.
Schwerin – Rucksäcke für Wandern, Radfahren und Reisen gehörten jahrelang zum Kerngeschäft von Red Rebane. Nun muss die Schweriner Manufaktur Insolvenz anmelden. Nach 14 Jahren wurde die Herstellung von Taschen und Rucksäcken eingestellt, die verbliebenen Mitarbeiter mussten das Unternehmen verlassen.
Das Insolvenzverfahren über die Red Rebane GmbH wurde am 1. August 2026 vom Amtsgericht Schwerin eröffnet. Als Grund wird Zahlungsunfähigkeit genannt. Das Verfahren läuft unter dem Aktenzeichen 580 IN 380/26.
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Wander- und Fahrradrucksäcke wurden in Deutschland von Hand gefertigt
Red Rebane wurde 2012 gegründet. Die Marke hatte sich vor allem mit in Deutschland handgefertigten Outdoor-, Wander- und Fahrradrucksäcken sowie Taschen einen Namen gemacht.
Das Unternehmen selbst spricht zum Abschied von Tausenden Produkten, die die Schweriner Werkstatt in den vergangenen 14 Jahren verlassen hätten und ihre Besitzer beim Radfahren, auf Reisen und bei „kleinen und großen Abenteuern“ begleiteten.
Zeitweise arbeiteten laut regionalen Medien bis zu zehn Beschäftigte in der Manufaktur. Zuletzt sollen es noch vier Mitarbeiter gewesen sein. Auch diese Stellen fallen mit dem Ende der Taschenproduktion weg.
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Hohe Kosten machen Produktion offenbar unwirtschaftlich
Auf seiner eigenen Internetseite erklärt Red Rebane ausführlich, warum das bisherige Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert habe.
Die Produktion hochwertiger Taschen in Deutschland sei in den vergangenen Jahren zunehmend schwieriger geworden. Als wesentliche Belastungen nennt das Unternehmen steigende Materialkosten, Energiepreise und Lohnkosten sowie den Fachkräftemangel. Eine wirtschaftliche Fertigung sei deshalb nicht mehr möglich gewesen.
Man habe versucht, gegenzusteuern, Personal gesucht und Prozesse verändert. Am Ende sei jedoch klar geworden, dass sich das ursprüngliche Geschäftsmodell nicht fortführen lasse.
Auch der NDR nennt die gestiegenen Kosten und den Fachkräftemangel als zentrale Ursachen für das Ende der Taschen- und Rucksackproduktion.
Corona-Kredite und günstige Nachahmer als zusätzliche Belastung
Nach Recherchen des „Nordkurier“, auf die sich unter anderem Bild beruft, kamen weitere Probleme hinzu. Während der Corona-Pandemie hatte Red Rebane demnach Stoffmasken für ein Krankenhaus produziert. Nach der Einführung der FFP2-Pflicht seien Teile davon jedoch nicht mehr verkäuflich gewesen. Das Unternehmen musste Kredite aufnehmen, die später zurückgezahlt werden mussten.
Zudem beklagte Mitgründer Christian Karius dem Bericht zufolge günstige Nachahmerprodukte. Ideen und Entwicklungen würden teilweise schnell kopiert und deutlich günstiger angeboten.
Das Unternehmen selbst nennt diese Punkte in seiner aktuellen Abschiedserklärung allerdings nicht als zentrale Gründe. Dort stehen vor allem Kostensteigerungen und der Fachkräftemangel im Vordergrund.
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Was passiert mit Red-Rebane-Rucksäcken?
Für Besitzer eines Rucksacks oder einer Tasche gibt es eine weitere schlechte Nachricht: Der bislang angebotene Reparaturservice wird eingestellt. Weil kein entsprechendes Fachpersonal mehr beschäftigt werde, könne Red Rebane defekte Produkte nicht mehr selbst reparieren.
Das Unternehmen empfiehlt bei beschädigten Reißverschlüssen, Nähten oder kleineren Defekten stattdessen beispielsweise Schuster, Sattler oder Änderungsschneidereien.
Einige Restbestände der Red-Rebane-Produkte sollen weiterhin lokal im Kreativ Kaufhaus in Schwerin verkauft werden. Neue Taschen oder Rucksäcke werden dagegen nicht mehr hergestellt.