Beliebte Geste auf Fotos lieber nicht mehr machen
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Beliebte Geste auf Fotos lieber nicht mehr machen
Von: Raphael Strecker
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Eine simple Geste auf dem Urlaubsfoto kann mehr verraten, als viele denken. Das BSI warnt vor einer unterschätzten Gefahr für persönliche Daten.
Dortmund – Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) schlägt Alarm. Moderne Smartphone-Kameras lösen inzwischen so hoch auf, dass Kriminelle Fingerabdrücke direkt von Fotos abgreifen können. Besonders betroffen ist eine Geste, die fast jeder schon einmal für ein Foto gemacht hat: das Peace-Zeichen.
Unterschätzte Gefahr: BSI warnt vor Fingerabdruck-Diebstahl durch Fotos
Kameras werden schärfer, künstliche Intelligenz wird leistungsfähiger. Genau diese Kombination nutzen Betrüger aus, um öffentlich zugängliche Profile gezielt zu durchsuchen. Sie extrahieren Fingerabdrücke aus Bildern, die eigentlich nur ein schönes Erinnerungsfoto sein sollten.
Das BSI weist in einem aktuellen Beitrag darauf hin, dass biometrische Daten anders als Passwörter nicht einfach ausgetauscht werden können. Wer seinen Fingerabdruck einmal „verliert“, bekommt keinen neuen. Je mehr hochauflösende Bilder online kursieren, desto leichter lässt sich das Fingermuster vollständig rekonstruieren.
BSI warnt: Warum ausgerechnet das Peace-Zeichen zur Falle wird
Beim Peace- oder Victory-Zeichen strecken Nutzer Zeige- und Mittelfinger nach vorn und drehen die Handfläche oft direkt zur Kamera. Genau diese Haltung zeigt die Fingerkuppen besonders deutlich. IT-Sicherheitsexperte Dr. Christopher Kunz erklärt gegenüber SWR3, dass sich Fingerabdrücke auf solchen Fotos mit etwas Zoom oft glasklar erkennen lassen.
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Fehlt es an gutem Licht oder ist die Bildqualität schlecht, sinkt das Risiko deutlich. Stimmen die Bedingungen jedoch, reicht ein einzelnes gut belichtetes Foto bereits aus, um das Muster zu kopieren.
Vom Foto zum gefälschten Fingerabdruck: So läuft der Angriff ab
Aus dem extrahierten Muster bauen Angreifer mit speziellen 3D-Druckern einen künstlichen Fingerabdruck nach. Anschließend setzen sie diesen ein, um Smartphones, Passwort-Manager oder Banking-Apps zu entsperren. Die nötige Technik lässt sich vorbereiten, ohne dass das Opfer davon etwas mitbekommt.
„Nein, das ist gar keine Science Fiction“, betont Kunz gegenüber SWR3. Was vor wenigen Jahren noch nach einem Kinofilm klang, funktioniert laut dem Experten inzwischen tatsächlich. (Ihr wollt keine Warnungen mehr verpassen? Dann folgt dem WhatsApp-Kanal Verbraucherwarnungen).
Diese Schutzmaßnahmen empfiehlt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
Das BSI rät Bürgern zu mehreren einfachen Vorsichtsmaßnahmen, um Fingerabdrücke auf Fotos unkenntlich zu machen:
Details der Fingerkuppen auf Fotos vermeiden
Auflösung von Fotos und Videos vor dem Hochladen verringern
Relevante Bildbereiche gezielt verwischen
Biometrische Logins zusätzlich mit PIN oder Passwort absichern
Auf Fälschungsschutz bei biometrischen Sensoren achten (Presentation Attack Detection)
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Gefälschter Fingerabdruck: IT-Experte ordnet die Gefahr für Privatpersonen ein
Trotz der klaren Warnung braucht laut Kunz niemand in Panik zu verfallen. Ein Fingerabdruck nützt Angreifern nämlich nur dann, wenn sie auch Zugriff auf das passende Gerät bekommen. Bleiben Smartphone und Laptop sicher im eigenen Besitz, läuft ein nachgebauter Fingerabdruck ins Leere.
Für die meisten Menschen bestehen deutlich größere Risiken im Alltag. Schwache Passwörter, Phishing-Mails oder Social Engineering führen laut Kunz weitaus häufiger zu gestohlenen Identitäten als ein gefälschter Fingerabdruck.