Beliebter Urlaubssee so leer wie nie - Italien und Schweiz greifen zu drastischer Notmaßnahme
Startseite Welt Beliebter Urlaubssee so leer wie nie – Italien und Schweiz greifen zu drastischer Notmaßnahme Uns auf Google folgen Italien und die Schweiz beschließen Notmaßnahmen gegen die Dürre im Po. Die Wasserabgabe aus dem Luganersee wird drastisch erhöht. Dem Lago Maggiore fehlt Wasser. Die außergewöhnliche Dürre im Po-Tal steuert auf einen historischen Tiefstand zu. Um den Wassermangel in der Landwirtschaft zu lindern, soll der Lago Maggiore mit Wasser aus dem Luganersee gespeist werden. Ein kleiner Verbindungsfluss leitet das Wasser in das Becken. Darauf einigten sich Italien und die Schweiz, um die Wasserkrise einzudämmen. Content-Partnerschaft Dieser Artikel von Claudio Del Frate entstand in Kooperation mit Corriere della Sera. Als Rettungsanker dient der Fluss Tresa. Er markiert auf weiten Teilen seines 13 Kilometer langen Laufs die Grenze zwischen der Lombardei und dem Kanton Tessin und verbindet den Luganersee bei Luino (Provinz Varese) mit dem Lago Maggiore. Italien und die Schweiz haben eine Notmaßnahme beschlossen, die eine sofortige und außergewöhnliche Wasserabgabe vorsieht. „Um der kritischen Wassersituation des Lago Maggiore zu begegnen und den Reisanbau im Tal zu unterstützen, wird die Abgabe in Ponte Tresa aus dem Luganersee (Ceresio) von 3 auf 8 Kubikmeter pro Sekunde erhöht“, heißt es in einer Mitteilung des italienischen Umweltministeriums. Die Maßnahme wurde während der Dringlichkeitssitzung des bilateralen Konsultationsorgans zur Regulierung der Wasserstände des Lago Maggiore und zur Bewirtschaftung der Wasserressourcen beschlossen. Grundlage waren Analysen der Flussgebietsbehörde des Po-Distrikts. Notabgabe aus dem Luganersee zur Stabilisierung des Lago Maggiore Die italienische Delegation begrüßte die von der Schweizer Seite vorgeschlagene Lösung, die noch am selben Tag umgesetzt werden kann. Die anhaltende Dürre und die Rekordtemperaturen haben den Lago Maggiore auf ein historisches Minimum sinken lassen. Am Mittwoch (12. August) wurde der Wasserspiegel mit etwas mehr als 192 Metern über dem Meeresspiegel angegeben. Der Höchststand liegt üblicherweise bei 195 Metern. Selbst in den Dürresommern 2003 und 2022 fiel der Pegel nicht so drastisch. Der Wassermangel wirkt sich auch auf die nachgelagerten Regionen aus: Der Ticino fließt aus dem Lago Maggiore ab und speist den Po. Dabei durchquert er eine der wichtigsten Agrarregionen Italiens, die vor allem für ihren Reisanbau bekannt ist. Drohende Ernteausfälle im Reisanbaugebiet des Po-Tals Hier fehlen inzwischen 70 Prozent des benötigten Wassers, was die Getreideproduktion massiv gefährdet. Die außergewöhnliche Lage verdeutlicht, wie verletzlich das komplexe System aus Seen, Flüssen und Bewässerungskanälen im Norden Italiens gegenüber langen Trockenperioden ist. Zudem zeigt sie, wie sehr Landwirtschaft und Wasserwirtschaft auf eine grenzüberschreitende Abstimmung zwischen Italien und der Schweiz angewiesen sind.