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Benzinknappheit in Russland: Nachfrage nach E-Autos aus China steigt

Wirtschaft

Welche Hersteller profitieren

Treibstoffkrise treibt mehr Russen zu Elektroautos

Von t-online, ccn

06.07.2026 - 10:17 UhrLesedauer: 2 Min.

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Der Benzinmangel in Russland hat inzwischen Folgen weit über die Tankstellen hinaus. Erstmals steigt die Nachfrage nach Elektroautos und Plug-in-Hybriden deutlich.

Ukrainische Drohnenangriffe auf Raffinerien sowie auf die Energie- und Logistikinfrastruktur setzen die Kraftstoffversorgung Russlands zunehmend unter Druck. In vielen Regionen wird Benzin mittlerweile rationiert, teils dürfen Autofahrer nur noch begrenzte Mengen tanken.

Nach einer Analyse des US-Senders CNN sind inzwischen nahezu alle russischen Regionen von Engpässen oder Versorgungsunterbrechungen betroffen. Mehr als 50 Regionen meldeten die Probleme offiziell, in vielen weiteren Landesteilen berichteten Medien und Anwohner von Störungen. Zwischen Januar und Mai verteuerte sich nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters das Benzin in Russland im Vergleich zum Vorjahr um mehr als zwölf Prozent. Nach Angaben des Rohstoffanalyseunternehmens Kpler liegt die Benzinproduktion und 20 Prozent unter der Inlandsnachfrage. Die Folgen reichen bis auf den Automarkt.

Zwei bis drei elektrifizierte Autos täglich

Dort steigt laut Reuters die Nachfrage nach Elektroautos und Plug-in-Hybriden deutlich. "Seit die Kraftstoffsituation kompliziert geworden ist, hat sich die Nachfrage um ein Vielfaches erhöht", sagte Jewgeni Sabelin, Gründer des auf chinesische Marken spezialisierten Autohauses EN Cars. Statt zwei bis drei Elektroautos pro Monat verkaufe sein Unternehmen nun zwei bis drei Fahrzeuge pro Tag.

Von der Entwicklung profitieren vor allem chinesische Hersteller. Nach Daten des Analysehauses Autostat zählen Geely, Dongfeng, GAC und Chery in Russland zu den meistverkauften Marken bei Elektroautos und Plug-in-Hybriden. In den ersten fünf Monaten des Jahres wurden dort 24.600 neue Plug-in-Hybride verkauft – ein Plus von 125 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Zahl der neu zugelassenen Elektroautos stieg im gleichen Zeitraum um 19 Prozent auf 4.460 Fahrzeuge.

Auch die Ladeinfrastruktur wächst. Nach Angaben des Kartendienstes 2GIS nahm die Zahl der öffentlichen Ladestationen innerhalb eines Jahres um 20 Prozent zu. Der staatliche Atomkonzern Rosatom meldete zudem einen deutlichen Anstieg der Auslastung seines Ladenetzes.

Russland leidet unter Benzinkrise

Von einem grundlegenden Wandel des russischen Automarkts kann dennoch keine Rede sein. Nach Einschätzung des Analysehauses Autostat sind Hersteller und Importeure auf die aktuelle Entwicklung kaum vorbereitet und verfügen über zu geringe Lagerbestände. Sollte die Kraftstoffkrise jedoch anhalten, könnte die Nachfrage nach Elektroautos und Plug-in-Hybriden weiter steigen.

Das sind die Top-Fragen des Tages:

Bislang bleibt Elektromobilität in Russland damit ein Nischengeschäft. Elektroautos und Plug-in-Hybride kamen im vergangenen Jahr zusammen auf einen Anteil von 4,3 Prozent am gesamten Neuwagenmarkt.

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